Geheime Blüte

Die Zartheit jener AugenBlicke Verborgen auf dem Seelengrund Tauch ich hinab, ich mich erquicke Bleibt mein Geheimnis und stumm mein Mund Ich hatte sie nicht stets vor Augen Doch waren sie mir immer nah Des Lebens Wüten, konnt sie nicht rauben Als wir uns ließen,...

Das Nichts im Sein

Schwimm im Meer der Nichtigkeit Fass mein Herz mit banger Hand Es trägt so schwer am Trauerkleid Will nicht zerschellen an Felsenwand Mit dem Funken meines Lebens, Soll ich die Finsterniss erleuchten? Diese Hoffnung allzu kühn, vergebens, Wie mit Spritzern Wüsten zu...

Verum Dolor

Sie kam geflogen, wie ein Vögelchen Aus dem nirgendwo ins Hier War Sonnenschein und Lachen Und große Freude mir Dann kam ein Wind und nahm sie fort Sodass sie mir entschwand Ich suchte sie, doch niemals fand Ich diesen dunklen...

Dolor

Wie fein legt sich Schmerz auf alles, was mein Fühlen ist; Zart schmiegt er sich in jede Pore; Versinkt in ihr, fließt in mir, durchströmt wie Atem mich; In Glut sind wir verschmolzen, dass ich nicht zu trennen weiß; Bin ich der Schmerz, oder er ich? Er war vorher da,...

Des Schlachtfelds Frieden

Obwohl Menschen ringsum sterben , schieben Blumen ihre Pracht ins Licht. Unbekümmert von des Todes Scherben, interessiert, berührt sie nicht. Trinkt die Erde noch so viel Blut, lacht die Sonne dennoch heiter. Nährstoffreich, tut Pflanzen gut, alles fließt und dreht...

Gestorben weil überlebt

Dein Bett steht noch an seinem Ort Steh stumm davor Und du bist fort Unmerklich bist du dem entwachsen Wuchsest, reiftest Bist nun erwachsen Eine Freude bleibt zurück mit mir Trinkt kleine Träne Du fehlst mir...

Atme

Atme, atme, Zieh in vollen Zügen ein. Schmeck all die Erinnerung, All die Bilder dein. Mit jedem Schritt Wird gestern schwerer. Mit jedem Augenblick Wird morgen leerer. Atme, atme, Vieler Sommer Licht. Leuchtend, glänzend, fern, Grub Furchen ins Gesicht. All die...

Ungeboren

Preise die Totgebohrenen, die meine Hände halten; Mich still und leise zu sich ziehen, Während sie mein Nichts verwalten Und wir gemeinsam aus dem Leben fliehen

Tristesse

Gesichtslos schieben Masken über den Asphalt; Faulende Herzen schlagen ihren Takt so kalt; Vor Spiegeln wird Leben aus der Haut gewischt: In rotverfärbten Tüchern unser Lachen uns erlischt Füße die gehen, ohne einen Weg zu haben; Lippen die beständig reden und haben...