Die heile Welt

Ach, unsere Welt besteht aus einer lieben Stadt,
Ich wohne, wo man kaum die Autos hört,
Man beste Luft vom hohen Berge hat
Und keine Unbill die Idylle stört.

Von Nachbargrundstücken hört man
Kleinkinder, die mit Eltern, Omas spielen,
Die schaukeln, gegen Abend irgendwann
Verstummen, weil sie in den vollen Sielen.

Die vielen Autos parken in der Straße,
Wenn irgendwo jemand Geburtstag feiert
Und vom Balkon, von der Terrasse
Ein wenig lauter nun ein Radio leiert.

Im Sommer reifen Brombeeren, Zucchini,
Tomaten, Äpfel, sogar Felsenbirnen.
Ich hör‘ Musik von Mozart und Pucchini,
Wo Bäume schattenreich Gärten beschirmen.

Ich hoffe, noch ein wenig dieses Paradies zu schauen,
Noch möglichst lange hier verweilen im Idyll:
Kein Unwerk soll den freien Blick verbauen,
Nur Augen öffnen für des Himmels freies Spiel.

Denn der bestirnte Himmel über mir
Wird tags von weißen Wolken überflogen,
Wo in der heilen Welt leb‘ ich mit Dir,
Als wären ewig wir hierher gezogen.

Es ist die neue Heimat unter Fremden,
Die mehr bereitet, als nur alte Fehden,
Wenn abends wir in kurzen Hemden
Bei Sonnenschein in reichen Garten treten.

©Hans Hartmut Karg
2019

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Die heile Welt
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