Die vier Schwestern schauten aufs farblose Land
Keine Regung in ihrem stummen Gesicht
Mit leisem Lächeln hob die Jüngste die Hand
Und aus ihr ergoss sich ein silbernes Licht.

Und die Welt um sie wurde eisig und still
Dichte Nebelschlieren zogen vom Hang
Mit bangen Gedanken und leerem Gefühl
erstarb alles Singen und kein Lachen erklang.

Nun tritt die zweite Schwester hervor
Und ein wärmender Hauch verlässt ihren Mund
Der Nebel zerfällt und jäh sprießt empor
Ein grünes Gedeck aus blumigem Grund.

Neue Stimmen erklingen in Städten und Straßen
Und die dritte Schwester beugt sich hernieder
Ihr glühender Kuss wirbelt Staub aus den Gassen
Reife Früchte und Ernten werden es wieder.

Unter flirrendem Dunst erholt sich die Erde
Und streckt ihre Glieder in wärmenden Strahlen
Es rührt sich das Leben mit froher Gebärde
Um ins Tiefblau noch farbige Bögen zu malen.

Doch mitten ins heiße, leuchtende Wiegen
Fährt die vierte Schwester mit feuchtkaltem Blick
Zerrt das Laub von den Bäumen, lässt Wolken verfliegen
Und der Regen erobert den Himmel zurück.

Und mit gütigen Augen vor diesem Treiben
Stehen drei Schwestern am farblosen Land
und während sie ruhig und wartend verbleiben
Hebt die jüngste Schwester erneut ihre Hand.

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Die vier Schwestern
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