Hier und da ein Gesicht. Es ist wie dahinschweben, über eine Menge voller Fremden. Etwas einsam ja, aber einfach. Wie ein Zigarettenzug. Wie die ersten Blätter, die im Herbst fallen. Aber keine Angst, es gibt keinen Boden, auf dem ich aufprallen könnte, ich bleibe hier oben. Oh wie könntest du das verstehen, du, auf dem Grund der Realität und Sicherheit, denkst du es gibt dir Weisheit? Es ist nur ein Privileg, glaub mir, dass weiss ich, ich hab‘ nie gehen gelernt, nur zweifeln, das hat mich in die Höhe getrieben. Hier bin ich, über den Gesichtern unwissender, weiser Verachter meines Höhenfluges.

Und ab und zu seh‘ ich ein Gesicht in der Menge und dann wünsche ich mir, ganz kurz, ich wäre priviliegiert und hätte auch gelernt zu gehen. Damit ich deine Hand halten könnte, an deiner Seite spazieren, dir in die Augen sehen. Es kann einsam sein, aber es ist einfach. Ich muss dir nämlich nicht in die Augen sehen.

Ich bleibe hier oben.

Die Vogelperspektive
2.5 (50%)
2x bewertet

Share This