Freiheit, das hat doch nichts mit Grenzen zu tun!

Frei sein, das kann man auch ganz in sich. Psychisch frei ist freier als physisch frei.

Ich spüre es immer dann, wenn ich entscheide, tausend kleine Entscheidungen, jeden Tag.

Esse ich den Rest des Kartoffelsalats auf meinem Krankenhaustablett vor mir oder nicht? Nehme ich die Gabel dafür in die rechte oder linke Hand? Wie schnell will ich das Wasser trinken? Beachte ich die Überwachungskamera mit ihrem kleinen roten blinkenden Licht über mir. Ich kann freundlich zu meinen Mitpatienten sein. Oder auch nicht. Ich kann in meinen Gedanken fliegen, oder fallen. Das ist doch alles meine Entscheidung, oder nicht?

Auch wenn ich schon so lange in diesem weißen Zimmer mit wechselnden Leuten bin (nur ich, ich kann nicht mehr gehen) bin ich freier als viele Leute draußen, die einfach den Salat aufessen, die Gabel in die linke Hand nehmen – wie immer. Das Wasser herunterstürzen, weil sie keine Zeit haben.

Hier drinnen bin ich wenigstens Mensch. Fragt sich nur, für wie lange noch.

Bis mich das

unendliche

Tropfen

der Infusionslösung wahnsinnig macht.

Freiheit
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