Hab das Gefühl, ich kann alles ein bisschen, aber nichts so richtig und mein Verstand verliert oft selber den Verstand, wenn ich über all das immer und immer wieder nachdenk‘.
Ich frag mich viel zu Vieles, was sich eigentlich nicht lohnt, was sinnlos ist und gar nichts bringt, aber wohin mit den ganzen Gedanken?

Aufstehen, lernen, leisten, nacharbeiten, müde werde, schlafen gehen, aufs Wochenende hinarbeiten, die immer und immer wiederkehrende Tagesordnung akzeptieren, bloß nicht hinterfragen, einfach funktionieren.
Wo ist denn da noch Zeit für meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ideen und meine Theorien? Ich versuche ja, sie zu formulieren, aber da ist einfach kein Platz, weil in meinem Kopf so viel zu viel los ist.

Von Ortskurven und Integralen, von Zellen und Stammbäumen, von deutscher Geschichte bis nach Amerika, ich kann zu allem etwas sagen, weiß über alles irgendwie Bescheid, aber über das eigentliche Leben weiß ich nichts, weil da kein Platz mehr ist für scheinbar nebensächliche Gedanken, die ja eh nicht interessieren, denn was wichtig ist, ist mein NC, mein verdammter numerus clausus, alleine dieses Wort ist total bescheuert, der später auf einem Blatt Papier steht, welches mir die Türen ins Leben öffnen soll, aber

welches Leben? Wie funktioniert dieses Leben eigentlich, was ist das? Und wer bereitet mich darauf vor? Wie lebe ich, wenn ich doch eigentlich nichts vom Leben weiß?
Ich weiß alles und doch nichts, weiß zu viel, was ich nicht wissen will, aber die Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens, die scheinen viel zu weit entfernt zu sein.
Jeder fragt nach meiner Meinung, will sie aber gar nicht hören, denn sie könnte anders sein, als der trügerische Schein und der Schein könnte auch wieder anders sein, als es scheint, so fragt man sich doch häufig, meint man es wirklich so, wie man es meint?
Ja ich weiß, ich bin manchmal viel zu chaotisch, so wie auch meine Gedanken und vielleicht auch wie dieser Text und vielleicht macht das hier alles für manche keinen Sinn, aber für mich ist dieser Text ein wirklicher Gewinn, denn es ist alles so, wie es scheint, denn hier ist alles zu einhundert Prozent ehrlich gemeint.

Und auch, wenn das hier alles so verdammt negativ klingt, so weiß ich wohl, was für ein Glück ich habe, dass ich von allem etwas weiß, aber von nichts so richtig, denn, wenn ich alles so richtig wüsste, wo wäre dann Platz für solche Texte, weit weg von logischem Denken, so wie ich es tag täglich tue, denn sonst wüsste ich von nichts nur ein bisschen, sondern gar nichts. Und das wäre traurig.

(C) Stillepoetin

GEDANKEN
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