Herr Klein konnt‘

Durch die Gassen gehen,

Gebläht als ein ganz Großer.

Der Pöbel kam ihn anzusehen,

Den Tausendschönen Poser.

 

Spendabel schritt

Der Herr von Welt,

Sich zu präsentieren.

Erstrangig unterm Himmelszelt,

Erkoren zu brillieren.

 

Herr Klein glich

einem Akt von Mann,

Wie er keinen kannte.

Rückte ein Adonis an,

Er ihn je entmannte.

 

Er fabulierte,

In Wort und Witz,

Schwänke aus dem Leben.

Fantastisch prangten seine Hits,

Dem Diesseits überlegen.

 

In Ekstase

Menschen schrien,

Kriegten sich nicht ein:

Erhaben wie er ihnen schien,

So herrlich müsst‘ er sein!

 

Ein Jeder

Riss die Augen aus,

Einen Blick zu haschen.

Schnitten ihre Zunge raus

Um Seligkeit zu naschen.

 

Im Vergehen

Frohlockten sie,

Verkrüppelt, unter Pein.

Wälzten sich als ein Stück Vieh,

Entzückt, erwählt zu sein.

 

Zum Tribut

Da krochen sie,

Final in seine Gosse.

Jovial zollt‘ er dafür

Eine nächste Glosse.

 

Herr Klein konnt‘

Durch die Straßen gehen,

Gebläht als ein ganz Großer.

Der Pöbel kam ihn anzusehen,

Den raffinierten Poser.

Herr Klein (I)
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