Heute habe ich, am Fenster, gesessen. Und eine Fliege,
ist ständig an die Scheibe geflogen. Ich habe mir das
4-5 mal angesehen. Dann dachte ich mir: „Was soll das?“
Sie fliegt und fliegt. Und ständig, an die Scheibe. Und das
nervt. Dann habe ich sie getötet. Ich hätte, auch das
Fenster öffnen können. Dann wäre sie in die Freiheit
geflogen. Das war es was sie wollte: „Die Freiheit!“

Heute war ich im Supermarkt. Und davor steht, hin und
wieder, eine Frau. Die verkauft die Obdachlosenzeitung.
Und immer lächelt sie mich an. Aber ich gehe vorbei.
Ich gehe in den Markt. Kaufe ein. Trinke noch einen
Tee. Sehe mir die Kunden an. Und wenn ich den Markt
wieder verlasse. Ist es wieder die Frau! Mit der
Obdachlosenzeitung, die lächelt. Aber ich gehe vorbei!

Heute hat das Telefon geklingelt. 3 oder 4 mal. Alle
2-3 Stunden. Und ich weiß! Es ist ein Freund. Er hat
Probleme. Und hin und wieder, will er mit mir reden. Ich
kenne ihn schon ewig. Er ist allein, depressiv und am
Ende. Und er erzählt immer das Gleiche. Arbeit die
schief gelaufen ist. Beziehungen, die schief gelaufen sind.
Alles läuft bei ihm schief. Und er hat niemanden
Aber ich, lasse das Relefon klingeln!

Heute habe ich einen Tippschein ausgefüllt. Alle Felder.
Mit dem System, in meinem Kopf. Ich habe nachgedacht.
Das könnte kommen. Die Zahlen könnten es sein. Und
es gibt, einen großen Jackpot. Kann sein, das ich Glück
habe. Das hat mich Stunden beschäftigt. Dann hatte ich
alle Felder voll. Und war, die ganze Zeit, bei der Sache.
Dann, habe ich den Tippschein zusammen geknüllt. Und
in den Papierkorb geschmissen!

Heute habe ich einen Brief erhalten. Von einer alten
Freundin. Es ist, der dritte Brief, von ihr. Innerhalb der
letzten 5-6 Monate. Sie ist, in eine andere Stadt gezogen.
Und will mich mal wieder besuchen. Und fragt, was mit
mir los ist? Warum ich nicht antworte? Wie es mir geht?
Und erzählt so. Wie sie sich eingelebt hat. Wie die neue
Arbeit ist. Und das sie immer noch allein ist. Ich habe
das Ding gelesen. Und zu den anderen Briefen gelegt.

Heute war so ein Tag. Wo ich mir einfach denke: „Das
Leben! Und die Freiheit! Die Liebe! Und der Hass! Die
Offenheit! Und die Ignoranz! Die Hoffnung! Und die
Sinnlosigkeit!“ Alles liegt so nah beisammen! So nah!
Das es Tage gibt, die nur verrückt sind!

(C)Klaus Lutz

11/29/2008

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