„Ich hab‘ doch nichts gelernt“
Hans Sachs zu Ehren

Mir geht es oft wie dem Hans Sachs:
„Ich hab‘ doch nichts gelernt!“
Gebührt Ehre dem Räucherlachs,
Wenn der Hering besternt?

„Latein und Griechisch sind nicht meins“!
Nicht viele seh’n die Ironie:
Weil er mit Altem doch auch eins
Erkennen wir sein Wortgenie.

Der Schuhmacher, Poet dazu,
Wie ihn die Welt doch nennt,
Braucht deshalb keinen Gnadenschuh,
Weil menschlich er sich kennt.

Der Sachs, der keine Tröten braucht
Und auch nicht dauernd Beckmesser,
Weil denen nur der Gockel raucht,
In Hosentaschen das Klappmesser.

Hans Sachs hat die Zeit eingefangen
Und sich niemals verbiegen lassen,
Ist seinen eigenen Weg gegangen,
Abseits vom Schlagen und vom Hassen.

Humor und Ironie hat er
Sich lebenslang bewahren können.
So kommt er heute noch daher
Mit seinen off’nen Knittelschönen.

Ich halt es mit dem Schuhmacher,
Der Leben reimend eingefangen:
Auch wenn der Zeitgeist oftmals quer
Kann man zur Lebenslust gelangen.

©Hans Hartmut Karg
2019

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„Ich hab‘ doch nichts gelernt“
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