Bewache unsre aufgeschriebnen Worte
und hüte unser buntes Weltenwirr.
Schenk uns das Licht in dunkeldunkler Irr
und zeige uns versteckte Lebensorte.

Bewache unsre scheuen Wörterherzen,
die leise sich ins Erdenchaos schleichen.
Lass uns mit Ehrlichkeit und Ehrfurcht weichen
und brenn für uns wie hellentflammte Kerzen.

Bewahre uns den feurigschönen Schein,
den unser Leben einzig wahrhaft spürt.
Entfalte dich, trag Ordnung in das Sein,

und halte es doch zärtlich unberührt.
Du, Wörtermuse, alle, wir, sind dein,
du bist es, die uns durch Gedanken führt.

Muse – Sonett
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