Herrlicher Septembertag,

zu Hause niemand bleiben mag.

Der Himmel zeigt sein schönstes Blau,

die Luft so mild, der Wind nur lau.

Das denkt sich auch der alte Mann,

den nun nichts mehr halten kann.

Wie täglich um die gleiche Stunde,

dreht er langsam seine Runde.

Zum See hinunter führt sein Schritt

und die Gedanken gehen mit.

Still liegt der See im Sonnenlicht,

das sich glitzernd auf den Wellen bricht.

Sie plätschern leise an den Strand

spülen Muscheln in den Sand.

Er sieht Pärchen gehen Hand in Hand

verträumt und barfuss durch den Sand.

Versponnen noch in Sommerträumen,

singt der Herbst sein Lied schon in den Bäumen.

Er ist einsam und  sein Herz ist schwer,

seine Frau lebt lange schon nicht mehr.

Ach wie wäre es doch schön,

den Weg noch mal mit ihr zu geh`n.

Und stiller wird das weite Land,

der Lärm des Sommers längst verbannt.

Eine Bank lädt zum Verweilen ein,

der alte Mann sitzt dort allein,

den Gehstock zitternd in der Hand,

das Gesicht der Sonne zugewandt.

Der Abschied vom Sommer fällt ihm schwer,

die Sonne wärmt ihn bald nicht mehr.

Da bleibt die Frage die  ihn quält,

sind seine Tage auch gezählt?

Er würde manches dafür geben,

noch einmal Frühling zu erleben.

Er seufzt und lächelt still ergeben,

Was auch geschieht  —  der Herr wird’s geben.

(helgaküchler)

Septemberträume
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