500 Jahr ein blanker Hain
gereift aus Zwietracht und Despotie.
Dort sucht‘ ich nach dem besten Wein,
doch ihn gefunden hab ich nie.

Mit blut’gen Fersen wandern über Berge
und Täler, bis ich’s vermerke,
dass doch kein Wein sei perfekt,
wär’n die Trauben nicht in Schnaps geweckt!

Keller für Keller ich durchsuchte
nach dem gold’nen Schnapsrezept,
dass mein’n Trauben Geschmack verbuchte
und so meinen Wein hätt‘ aufgepeppt.

Aber finden konnte ich es nie,
meine endlose Suche brach ich übers Knie,
bis mir die zündende Idee aufkam,
dass ich meine alte Fruchtpresse rauskram!

Krummnickelnieten an Kirschholz,
dieses alte Gestell: mein ganzer Stolz!
Verzaubern sollte es den Wein,
doch sie war nicht mal von Schliefern rein.

Blutig und wund kratzte ich
mir die kleinen Füße und befund,
dass ich aufgebe die Suche und mich,
als dann der letzte Tropfen meine Zunge umrund‘:

Halbtot mit letztem Atem,
als hätt‘ ich meine Kraft verbraten,
naschte ich vom süßen Wein
und merkte: der Traum war doch kein Schein.

© P.Haupt, 2018

Süßer Nektar des Lebens
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