Deine Augen,
ja, die waren so blau wie das Meer
und  deine langen Haare,
waren schwarz wie die stille Nacht.

Damals suchte
ich dich, wie eine seltene Briefmarke.
Doch ich fand dich nicht!
Ich  fand dich nirgendwo,
wo ich auch suchte,
wo ich auch nach dir
fragte!

Nirgends dich zu finden,
nirgends von dir zu hören,
machte  mich entsetzlich traurig,
so traurig wie ein kleiner Junge,
der hilflos und verzweifelt seine
Mutter sucht.

Am Strand, da wo die
Wellen ihr jähes Ende finden,
da lagst du still, mit leicht geöffneten
Mund, dein Gesicht blutverschmiert
und deine blauen Augen,
ja, die sahen mich nicht mehr an.
Sie starrten nur, mit leblosen
Pupillen in die
gleißende Sonne.

Ich schaute dich jetzt verzweifelt an.
Wollte weinen,
doch ich weinte nicht eine Träne.
Also lachte ich, ein
grausiges, hoffnungsloses Lachen,
ein Lachen das nicht echt
war.

Doch dann kamen die Tränen!
Bittere Tränen,
für dich ein
letztes Mal,
verehrte Freundin!

Und dann, ja und dann,
ging ich einsam
und allein meines
Weges.

Nun ganz ohne Dich,
ohne dein liebevolles Lächeln,
und ohne deine einfühlsame Art.

Denn ich werde dich sehr vermissen,
verehrte
Freundin!
Ich werde an dich denken
ein Leben lang,
bis auch meine
Erinnerung an Dich,
gänzlich verblassen wird.

© Wilhelm Westerkamp,  November 2012

Tod einer Freundin
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