Der Sanftbegleiter

von | 21.Nov.2020 | Poesie | 0 Kommentare

 

 

Der Sanftbegleiter

 

Haben wir den Mond denn verstanden

Als Sonnenabglanz und Nachterhellung,

Wenn er jetzt leuchtet in den Landen

So nahe bei der Liebesbestellung,

Welche das fahle Lichtchen sucht,

Um nun der Lust Sporen zu geben,

Durch jene auch, die nicht betucht

Nun gleiten in ihr pralles Leben?

 

Der Nachtstern ist ein Sanftbegleiter

Der wunderschönsten Heimlichkeiten,

Stellt das Verlangen gern auf „Weiter“,

Weil er aufweckt uns gern beizeiten,

So dass die Hand greift nach dem Herzen,

Das traumverloren selig trudelt,

Sich dann erlaubt intimes Scherzen,

Wenn die Lust beiderseits eintrudelt

 

Und unser Mond im Morgenschein?

Ja, er verblasst vor lauter Scham

Und kümmert sich so ganz allein

Ums Schwinden, wenn der Liebeswahn

Dann nur noch Schwachsignale sendet,

Sich voneinander Körper drehen,

Weil die Erfüllung nun vollendet

Und sie in Orpheus Arme gehen…

 

 

©Hans Hartmut Karg

2020

 

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