Flucht aus der Pandemie

 

Sie wollen hingehen, wollen wieder schlemmen,

Vielleicht zum Gourmettempel, der exponiert,

Wo Jahr um Jahr die Sterne zunehmen,

Weil der Preisgekrönte längst mediengeführt.

 

Unsere Zeit, die versinkt in tiefem Leid,

Längst sind Seelen und Herzen ermüdet.

Man ist schon fast nicht mehr leidensbereit,

Wenn man nicht mehr vor Gefahren behütet.

 

Das lange Durchhalten bleibt die Parole,

Wir versuchen ohne Bistro auszukommen.

Das Virus treibt wie gifthaltige Phiole –

Alle warten wieder auf befreite Wonnen.

 

So gern würden wir wieder reisen wollen,

Auf jeden Fall ein Thermalbad aufsuchen

Und uns in der Ferne jene Freiheit holen,

Die früher brachte telefonisches Buchen.

 

Was sagen wir denn den Anverwandten,

Die wir nicht treffen, weil Ansteckung hindert?

Zukünftiges steckt voll von Unbekannten,

Was vielen Menschen die Hoffnung mindert.

 

Manche Herzen sind leider sehr eng geworden,

Weil wir nicht wissen, wie’s weitergeht

Mit den vielen, aufkommenden Mutantenhorden,

Mit denen schon manches Leben verweht.

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

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Flucht aus der Pandemie
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