Halt mich

 

Es packt mich immer wieder Altersschwindel,

Doch dagegen weiß ich mich zu wehren,

Klau’ dem Mutterkaktus seine Kindel,

Um sie wieder zahlreich zu vermehren.

 

Kommt die Zeit, dass man uns dann besucht,

Hab’ ich Kaktuskinder als Präsent,

Denn wer gar nicht sehr betucht,

Dessen Freude sich zu Blüten lenkt.

 

Blühen die Kakteen immer weiter,

Wo man als Geschenk sie hingebracht,

Wird des Gastgebers Gemüt recht heiter,

Wie das Antlitz auf dem Smartphone lacht.

 

Für die Enkel gibt’s Tomatenpflanzen,

Die ins Freiland alle sie aussetzen.

Dann jag’ ich mitunter Feuerwanzen,

Weil sie in den Beeten sich festsetzen.

 

Lachst Du über meine tolle Jagd,

Wenn ich unbeholfen dort agiere,

Bleibst Du mir die liebste Magd,

Die ich in der alten Seele spüre.

 

Halt’ mich, wenn ich leicht erzittere

Und ein wenig strauchelnd gehe,

Nicht so recht Lenzdüfte wittere,

Weil ich noch nicht Deine Wege sehe.

 

Ach, ich weiß doch, wenn vom Dache

Ein Amselmännchen singend grüßt,

Wir uns unterhalten leis’ am Bache,

Dass die Sonne uns die Zukunft küsst.

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

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Halt mich
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