Der Du mir
Der Du mir Der Du mir diesen grauen Tag Mit bestem Essen hast verschönt Und noch mit Kuchen, Sahneschlag Mich trefflich hast verwöhnt, Wie könnte ich Dir böse sein, Wo das Genießen Unser, Mein? Gar viele haben längst vergessen, Dass Liebeslüste dort aufleben, Wo eben einst Küche gewesen Und wir uns liebe Worte geben, Wenn mit bestem Speisgewissen Gaumenfreuden aufleben müssen. Der Du die besten...
Hinter dem Vorhang
Sie nennen dich Schatten, doch sie jagen dein Licht, sie kommen bei Nacht und sie scheuen dein Gesicht. Sie kaufen sich Wärme, sie kaufen sich Haut, doch schämen sich später, als wär’s nicht erlaubt. Du gibst, was sie suchen, im Flüstern, im Schweigen, doch wirst wie ein Gut durch die Straßen getrieben. Wie Fleisch ohne Namen, wie Ware, wie Staub – ein Leben, das niemand im Tageslicht braucht....
Musik
Verträumt auf staubigen Straßen, wie einst bei Easy Rider-Phasen. Da lag die Freiheit noch im Klang, die Liebe trug uns lebenslang. Doch bald erhob sich kalt der Profit, die Leute sahen es – und machten mit. Was einst als Botschaft war gedacht, hat Kommerz laut zum Kauf gemacht. Musik – sie wollte Frieden tragen, von Recht, von Zärtlichkeit auch sagen. Doch heute dient sie Markt und Zahlen, ihr...
Gelten sie noch
Gelten sie noch Gelten sie noch, meine frühen Schwüre, Womit ich das Besondere aufspüre, Das mich fast um den Verstand gebracht, Als recht früh die erste Liebe lacht‘? Geht es Dir auch so wie mir, Dann habe ich es im Gespür, Was an Wesen mich bei Dir reizt, Weil Du mit Schönheit ja nicht geizt. Stark ist alles, was so weiblich an Dir, Du sicherst damit das Einverständnis mir, Dass unser...
Hinter den letzten Bäumen
Hinter den letzten Bäumen Als es noch nicht schicklich war Sich öffentlich zu küssen, In manchem Land sogar strafbar, So dass Liebende fliehen müssen, Findet doch die Liebe stets dorthin, Wo sie ihr Turteln hat im Sinn. Hinter den letzten Bäumen Kommt es zu erster Umarmung, Um das Küssen nicht zu versäumen Und befreit von sehnender Erbarmung, Finden zwei Liebende zueinander Und umarmen intim...
Besonderes
Es gibt Menschen, die uns am Herzen liegen... Wenn unsere Gedanken zu ihnen wandern, ist es wie ein Sonnenaufgang am Morgen, wie ein Stern in dunkler Nacht, wie ein wärmender Ofen im Winter, wie ein Traumstrand an einem schönen Tag, wie ein kuscheliges Bett, wenn wir müde sind, wie ein fehlendes Wort, das uns wieder einfällt, wie ein Geschenk, mit dem jeder beschenkt wird. © A....
Marktwirtschaft
Man nennt sie frei, man nennt sie stark, ein goldener Tempel, hell und markant. Doch hinter Glanz und surrendem Rad verliert so mancher seinen Pfad. Die einen löschen still ihr Licht, verglühen leise, wie Sterne im Nichts. Die andern nehmen Gift und Rauch, bis jeder Traum im Nebel zerbrach. Und wieder andre schlagen Wunden in das Herz des Systems – rebellisch, wild, politisch verhasst, weil...
Fans
Ich habe nichts gegen Leidenschaft – sie fließt wie Feuer, pulst mit Kraft. Doch Fan zu sein heißt nicht: Gewalt, kein Sturm, der blind das Spiel durchschallt. Man muss den Glanz im Gegner sehen, die Würde seines Spiels verstehen – ein Licht, verborgen, doch bereit, im Schatten dunkler Rivalität . Wer Hass schon vor dem Anpfiff sät, im Rausch der Wut zum Sturm gerät, der hat in dieser Arena...
Trampen
Mein Auto streikt, der Motor ist tot, ich steh am Straßenrand, in großer Not. Ich wollt nur fort, ein kleines Stück, doch bleib ich hier – mir fehlt das Glück. Seit Stunden halt ich mich bereit, doch keiner schenkt mir Aufmerksamkeit. Die Wagen rauschen einfach fort, für mich gibt’s keinen Zufluchtsort. Der Regen nässt mich bis ins Mark, doch kein Blick trifft mich, kühl und stark. Manche Fahrer...
Das Leben läuft weiter
Ich kam zur Firma mit Hoffnungen groß, voller Mut – doch der Weg, er verlief recht famos. Bald stürzte ich mitten ins Spiel hinein, die Methoden dort – sie waren gemein. Ich denk noch oft an manches Gespräch, an Versprechen, an Lächeln – doch vieles war schräg. Man merkt sehr schnell, was wirklich zählt: Loyalität wird selten gewählt. Das Leben läuft weiter, ich bin jetzt gescheiter, doch...
Schon morgens geht
Schon morgens geht Schon morgens geht die Sonne auf, Nimmt ihren wunderhellen Lauf Und zeigt, dass sie uns wohlgesonnen: Das Gemüt hat schon gewonnen. Wir alle sind gern empfangsbereit Für diese Selbstverständlichkeit, Welche Blumen zum Leuchten bringt Und bestes Ernten uns gelingt. Gäbe es nicht den Sonnenwagen, Müssten Nächte wir ertragen Und sehnen, was man ständig kennt: Blau sind die Seen,...
Nach dem Regen
Nach dem Regen Der Guss kommt urplötzlich herab, Aus den Wolken fallen dicke Tropfen Und bringen Ungeschützte auf Trab, Auf den Dächern hört man Klopfen. In aufgestellte Regentonnen Rauschen diese Himmelswonnen. Nach dem Regen wird‘s rasch hell, Sanfter Wind frischt langsam auf: Wie gekommen sie gar so schnell, So hören Wind und Regen auf. Die Sonne trocknet Wege, Gras, Kindern macht das...
Ich war da. Du warst weg. ~ Lucio pt.3
Ich war da. Du warst weg. Und ich habe mich selbst gesucht in deinem Schweigen. Ich habe mich nicht gefunden. Aber ich bin noch hier. Ich bin müde. Aber nicht leer. Etwas in mir atmet weiter, auch wenn du nicht zurückkommst. Ich vermisse dich. Aber ich vermisse mich mehr. Die Version von mir, die geglaubt hat, dass Liebe Rücksicht kennt. Ich bin wütend. Weil ich mich nicht aufgegeben habe,...
Ich war da. Du warst weg ~ Lucio pt.2
Ich war da. Du warst weg. Und ich habe gewartet, nicht auf dich, sondern auf ein Zeichen, dass ich nicht egal bin. Ich war da. Du warst lautlos. Dein Schweigen war lauter als jeder Schrei. Es hat mich zerrissen, nicht weil du geschrien hast, sondern weil du nichts gesagt hast. Ich vermisse dich. Nicht deine Nähe, sondern die Illusion, dass ich dir etwas bedeute. Ich bin wütend. Weil ich mich...
Ich war da und. Du warst weg. ~ Lucio pt.1
Ich war da. Du warst weg. Kein Wort. Kein Blick. Nur Leere, die sich wie Schuld anfühlt, obwohl ich nichts falsch gemacht habe. Ich war da. Du warst lautlos. Wie ein Schatten, der sich nicht verabschiedet, nur verschwindet. Und ich sitze da, nicht aus Liebe, sondern weil ich nicht weiß, wohin mit dem Schmerz. Ich vermisse dich. Nicht weil du gut warst, sondern weil ich gehofft habe, dass du es...
Drei Dinge, die mein Herz bewahren ~ Lucio
Wenn Mamas Stimme durch mein Schweigen zieht, verblasst die Welt in ihrem warmen Licht. Ein Hauch von Liebe, der mich sanft umschmiegt, ein leiser Trost, der durch die Stille bricht. Ihr Blick ist mehr als nur ein Augenpaar, er trägt mein Herz durch jedes dunkle Tal. Ein Wort von ihr – und alles wird ganz klar, ihr Dasein ist mein stillster Sonnenstrahl. Dann klingt Musik wie flüssiges Gefühl,...
Excelsia Lux ~ Lucio
Dann fliegen wir – mit dem Bett als Schiff durch Wolkenmeere. Wie wäre es zu einem Strand, wo tausend Rutschen in die Sonne tauchen, Trampoline uns hoch in den Himmel katapultieren und Motorboote über funkelnde Wellen springen? Wir essen Eis zum Frühstück, tauchen dann in die tiefblauen Geheimnisse des Meeres, und in unserem Zauberland im Süden ist alles Essen ein Fest der Gesundheit – ob Stözn...
Poetische Beschreibung meines fantastischen Zimmers ~ Lucio
In meinem Zimmer fließen Straßen aus Licht wie Flüssiges Azahar, zwischen den Buchsbaumblättern tanzen Schatten wie kleine Sevillanas. Mein Krankenpflegebett schwebt auf leisen Wolkenfäden, der Rollstuhl wirbelt herum, als hätte er Flamenco-Flügel bekommen. Papierflieger kreisen an der Decke, flüstern Geschichten von fernen Plazas und sonnigen Dächern, wo Klaviertasten wie Keramikfliesen...
Poetische Beschreibung meines Zimmers ~ Lucio
Zwischen nüchternem Weiß und warmen Farbtupfern liegt mein Raum wie eine kleine, lebendige Welt. Mein Krankenpflegebett steht im Zentrum, ein Ort von Ruhe und Geborgenheit, daneben mein Rollstuhl – stiller Zeuge von Mobilität und Stärke zugleich. Ein Wagen voller medizinischer Helfer glitzert sachlich unter dem Licht, als wäre er ein kleiner Schatz aus Funktion und Fürsorge. Doch das Leben blüht...
Staub und Licht ~ Lucio
Vielleicht, auch wenn eure Augen leer wirken und eure Münder zu groß, seid ihr doch nur Menschen, wie ich. Vielleicht versteckt sich hinter dem Lächeln, das nichts sagt, ein unsicheres Herz, das nach Nähe sucht, ohne die Worte dafür zu finden. Mensch sein ist mühsam: man zeigt Fassaden, weil das Innere so zart ist. Man wird laut, weil die Stille sonst zu schwer wäre. Man wirkt fremd, und trägt...
Schweigen zu Laut ~ Lucio
Die Gäste, eine Prozession aus Stimmen und Hüllen. Leere Augen, die blicken, ohne zu sehen, wie blanke Fenster in verlassene Häuser. Große Münder, offen, laut, Lächeln, die nichts tragen außer Luft. Sie klappen auf und zu, Mechanik statt Gefühl. Die Gesten übergroß, wie flatternde Fahnen, doch ohne Botschaft, nur Bewegung im Raum, ein Schall, der nichts berührt. Kein Herz darin, nur das Poltern...
Leere und Lava ~ Lucio
In mir – ein Schwanken, wie Wasser, das nicht weiß, ob es stillstehen oder das Ufer überfluten will. Manchmal Leere, ein weißer Raum, so weit, dass selbst mein Atem darin verhallt. Ein Schutz vielleicht, ein dünner Schleier, damit nichts von draußen zu sehr in mich fällt. Doch dann wieder: ein Beben, ein dunkler Strom von Wut, der nicht hinaus darf, sondern gegen meine Rippen schlägt. Ohnmacht,...
Die Feier durch die Wand ~ Lucio
Heute war der Tag voller Stimmen, ein Fest für Mama, ein Strom von Gesichtern, Blumenarme, Schokoladenschachteln, übertriebene Lächeln, freundlich und doch scharf wie Glas. Die Wände sind dünn, durch sie sickert das Murmeln, es sammelt sich, rollt heran, eine Lawine aus Stimmen, die mich unter sich begraben will. Ich liege im Zimmer, die Tür ist geschlossen, mein Bett ein kleines Boot im...
No Future – die Lüge
„No Future“ – einst ein Punkparolen-Schrei, doch heute wirkt er leer und einerlei. Ein Slogan, laut, doch längst verflogen – der ist – wie vieles – verlogen. Auch wenn das Leben dich hart trifft und jede Hoffnung ist nur Pflicht, auch wenn du dich verloren fühlst und Schmerz dein Innerstes durchwühlt – es muss doch eine Zukunft geben, es gibt noch Sinn in diesem Leben. Ja, manches liegt im...
Die einzige Gerechtigkeit
Du liegst im Wald, spürst, wie die Jahre dich streifen. Ein Traum erhebt sich leise – du möchtest verweilen, möchtest nicht weiterreisen. Doch auch du wirst einmal verschwinden. Denn die einzige Gerechtigkeit, die kann keiner überwinden, ist das stille Von-uns-Gehen.
Wären wir Zauberer
Wären wir Zauberer Wären wir Zauberer, Von Zwängen ganz frei Und keine Zauderer Im ständigen Vielerlei, Dann wäre das schicklich Und wir wären glücklich. Manches Mal, glaube ich, Sind wir deshalb verdrossen: Man schaut nicht auf sich, Ist kaum glücksbegossen, Weil der Andere alles hat, Geld, Ansehen und Staat. Könnten wir wirklich sehen, Was wir schon alles haben, Gesundheit, Verstehen Und...
Die Anpassungsfähigkeit schwindet
Die Anpassungsfähigkeit schwindet Früher hat man sich sehr angepasst, Nicht nur alles gefordert als Kind, Kaum verlangt, dass man ständig bespaßt Mittendrin im Aufmerksamkeitswind. Man wollte von den Älteren noch etwas erfahren, Als Autoritäten noch Vorbilder waren. Heute lebt man auf dem Smartphoneeiland, Seltener redet man miteinander, Für so viele gibt es auch keinen Heiland. Mancher meint,...
Xenokratie
Ihr nennt es frei, ihr nennt es Staat – doch wer bestimmt, was Gültigkeit hat? Wer lenkt die Worte, die wir lesen, wer formt das Bild von Welt und Wesen? Es sind nicht Ketten, nicht das Schwert, das unser freies Denken still verwehrt. Es sind Institutionen, die uns formen, Medien, die Gedanken normen. Es sind Verbände, Wirtschaftsmächte, die uns beschneiden in den Rechten. Sie flüstern leise,...
Verliebt in Deine Augen
Verliebt in Deine Augen Deine Augen leuchten wie zwei Sterne hell, Werfen Wärme zu mir mit der vollen Kraft, Dass sie aufhelfen, mein Körper schnell Zu Dir sich dreht und Nähe schafft. Deine Augen, Frauchen, sie erstrahlen, Wenn die Hand zur richtigen Stelle gelenkt, Geräusche hier im Raum widerhallen, Weil die Liebe Zeit und Tiefe schenkt. Die ganze Seelenwelt steht uns jetzt offen, Wo Augen...
Eine tolle Frau
Eine tolle Frau In flachen Schuhen tanzt sie zu mir her Mit schönen Beinen, ach, wie die mich reizen! Sie kommt und lächelt dabei noch mehr, Mit Fraulichkeit muss sie nicht geizen. Das Haar ist üppig, wie ein Wasserfall Fällt es herab und sucht nach festem Halt. Um mich ist’s jetzt geschehen und im Fall Fängt sie mich auf, groß die Gestalt. Ich merke, wie sie mich heftig aufrichtet, Dadurch...