Je nachdem

  Je nachdem Die zweite Lebenshälfte: HerrlichMit Freuden und Liebe besät,In Fülle, denn da ist nichts spärlich,Wenn Nähe mit Aura umweht. Damit kommt nicht ein jeder klar,Der Zeit- und Wertsinn hat verloren:Die Welt wird ihm ganz sonderbarUnd Freuden sind meist...

Gottgleich sie die Menschlichkeit

  Gottgleich sei die Menschlichkeit Gottgleich sei die Menschlichkeit,Sie braucht keine Galgenbauer,Denn nur dann gibt es Freiheit,Wenn wir ohne Freiheitsklauer. Mordgesellen wollen Wüsten,Doch Mörder sind ziemlich out,Dürfen Bücher nicht verwüsten,Seelenlos auf Sand...

Unter fernen Linden

  Unter fernen Linden Das Schöne an den alten TagenIst, dass uns keine Pflichten plagen:Man muss sich nicht mehr streitend einenOder Karrieren gar nachweinen,Die man verbockt, nicht angenommen,Weil man Bequemeres bekommenUnd man im RivalitätsrevierWohl übersah manch...

Undank ist der Welt Lohn

  Undank ist der Welt Lohn Du willst einem Freude bereitenUnd überweist ihm jährlich Geld,Um sein Leben mit zu bestreiten,Die Armut fällt nicht in die Welt. Du selbst gehst sparsam damit um,So dass fair Du verteilen wirstNimmst Ausreißer auch gar nicht krumm,Weil Du...

Lethargie und Aufbruch

  Lethargie und Aufbruch Die kühle Luft erfrischt die Lungen,Wir treffen uns wieder zum Reden,Erfreuen uns an unseren ZungenUnd finden wieder zu den Veden. Zu lange hat die GegenwartUnser Gemüt schon eingenommenMit Nachrichten, die überhartAls Fatum über uns...

Galadiner

  Galadiner Honigmelonen und Wassermelonen,Dazu noch den Tiroler Speck,Warmwasser aus den tieferen Zonen –Ja, so erfüllt Urlaub den Zweck. Die Pasta mit viel Öl und KnoblauchLeitet das Galadiner ein:Das ist für mich ein schöner Brauch,Da will ich Italiener...

Ausgetretenes

  Ausgetretenes Näherungen hinterlassen unsin Zeiten verordneter Trennungenoftmals ein fernes Denkgefüge,mit dem wir verlernt haben,uns freundlich mitzuteilen. Werden wir jedoch dauerhaftvon medialer Seite nur zugetextetund mit längst ausgetretenenDenkräumen...

Südsonne

  Südsonne Wie sehne ich mich nach dem Süden,Wie sehnt der Süden sich nach mir,Wo alle Kranken, alle MüdenHaben die Sonne im Gespür? Du, der die Sonne so sehr mag,Bleibe mir weiterhin gelassen,Denn für uns kommt der schöne Tag,An dem wir reisend Räume fassen. Da...

Der Sinn

Staub  schwebt vor meinen Augen vorbei. Leicht und unbeschwert. Nicht so wie das Leben. Zuhause helfen, Leben retten, auf dem Sofa. Essen, Trinken, Schreiben Lesen. Und von vorn. Mein Kopf schwirrt. Nicht leicht und unbeschwert. Schwer und träge. 15 Kilometer, ein...

“Hast Du mich lieb?”

  „Hast Du mich lieb?“ „Hast Du mich lieb?“ fragte der Hase,Der mit der übergroßen NaseEigentlich nicht im Rampenlicht standUnd sich lieber ins Abseits wand. „Hast Du mich lieb?“ fragt' die Kokotte,Denn es war ihre DauermarotteMänner nach Gefühlen zu fragenUnd quälend...

Kontraste

  Kontraste Sie war mit einem Barocken zusammen,Der Mensch, der alles in Massen genoss.„Es reicht!“ war ihr Motto, das ließ sie prangen,Stieg beleidigt auf ihr Askeseross. Denn alt wollt' sie werden, blieb bescheiden,War eigentlich gegen jegliche Fülle.Sie konnte das...

Exil

ExilIch hätte nie gedacht Dass mir so etwas passiertEs tut so seltsam gut Es ist so ungewohnt erfrischendWenn das eigene BlutWie eine Gletscherbucht In meinen Adern gefriert Die Tinte in den StiftenAus zu oft verfassten WortenDestilliert aus allen GiftenDeiner...

Herbsterinnerung

  Herbsterinnerung Im Herbst bedeckt der Tau die Blätter,Jetzt gibt es keine Blätter mehr.Schnee treibt daher das kalte Wetter,Bringt Sonnensehnen zu uns sehr. Im Herbst lag grün noch unsere Wiese,Sonne glänzte zur ErntezeitErfreute uns, womit man ließeZum Obst uns,...

Alt werden, alt sein

  Alt werden, alt sein Im Glück des Eig'nen zu verharrenUnd Glück an Nächste weitergeben,Sie nicht dumm halten, gar zum NarrenUnd nach den Möglichkeiten streben,Die auch das Alter menschlich machen,Weil dadurch vorbildlich für JungeBefreit sich hin zu offenem...

Der eine Schritt

Mama,wieder sitze ich an deinem Bett,halte deine Hand,streichle sie,erzähle dir etwas….Du siehst mich an,hörst zu.Auf einmalschaust du neben mich…So,als wäre da jemand.So,als wärst du erstaunt.So,als würdest du jemanden erkennen.Ich schau dir zu…Betrachte dich….Was...

Wollen wir das?

  Wollen wir das? Jetzt laufen sie wiederdie großen Luftwärmepumpen,und recht bald, ununterbrochenwächst dauerndes Wohlbehagen,wenn mit zunehmender Kältedie Radiatoren anspringen,ganze Häuser erwärmen,damit ja niemand mehrfrieren muss. Doch wenn automatischkeiner mehr...

Pessimist und Optimist

 Pessimist und Optimist „Mit dieser Welt sind wir jetzt fertig!“Ruft streiterfüllt der Pessimist.So bleibt er allen gegenwärtig:Er weiß, dass er nachtragend ist. In Wirklichkeit recht pubertärKann er den Schatten nicht verlassen:Die eigene Welt ist ihm Gewähr,Dass er...

Dort, wo ich am liebsten bin

Niemand von unsweiß wirklich,was ihn nach dem Tod erwartet.Möglicherweisespielt es eine Rolle,was wir „glauben“,was uns erwartet.So träume ich mirden schönsten Ort,den ich mir persönlich vorstellen kannund hoffe,mich irgendwanndort wiederzufinden.© A. Namer 

Die beste Stunde

  Die beste Stunde Am Tag gehört die beste StundeDem Morgen, wenn noch alles jungUnd früh bellen die vielen Hunde –So kommt der Geist richtig in Schwung. Der Morgen kann alles ertragen,Wenn gereinigt die kühle Luft,Die ersten Strahlen sich herwagenUnd man nach gutem...

Taubenasyl

  Taubenasyl Das war Alleinstellungsmerkmal:Die Tauben flogen ein und ausIn dem Hotel ganz ohne Zahl –Und viele Gäste blieben aus... Das Haus beherbergt' nicht nur Gäste,Sondern in zwei Zimmern die Tauben.Die feierten gurrende Feste,Weil Zuzug man wollte erlauben. So...

Der Po

  Der Po Träge zieht der große StromGemächlich hin zur Adria,Sehr weit weg vom alten Rom,Lebensfroh in Patria. Schwemmlanden gibt er die Kraft,Wohin er seine Wasser sendet,Gibt der Pflanze Lebenssaft,Die dann volle Ähren spendet. Reisfelder sind...

Immer mehr Menschen

  Immer mehr Menschen Immer mehr Menschen wollen erzählen,Immer mehr sollen zuhören können,Ja nicht das Eigene dann erwählenUnd sich ans Zutexten gerne gewöhnen. Schriftliches kann man beiseite legen,Den Monitor jederzeit ja ausschalten.Doch wenn viele Münder die...

(Noch) unbetitelt

Seelenlast du machstBist zurück gegangen ohne RastWir wissen nichts , nur dass es dich nicht lebendig gibtNie mehr können wir dich sprechen hören und lachenDu kannst keine Bekloppten Sachen machenDu fehlst, guter FreundDas ist nicht fairDenn immer nur die Frage, kaash...

Veränderungen – Voankommen

icht ganz hier und nicht ganz dortMittendrin an irgendeinem OrtGedanken hier und wieder fortZeit des Lebens schreitet fortLeben ist nun schwerKein Plan ist festMuss noch umhergehen und sein dort drübenMuss alles sein lassenBis der Zeitpunkt ist vollkommen –...

Seelengerüst – Ängste

Bequem ist es alles oder nichtsEinfach ist nichtsDie Ketten in deinem Kopf reichen bis zum HerzDie Kontrolle hält dich fernFern von dem was sein kann, was wirdEs ist eine innere Hürde, die du nicht kannst bezwingenDenn der Weg des Überwinden schon so viel kostet und...

Wegmarken

  Wegmarken Wegmarken finden ist nicht leicht,Wenn Bilder heutzutag' vermassen.Gar manches wird dadurch recht seichtIm Leben wie in Netzesstraßen. Was waren das für schöne Zeiten,Petrarca war lorbeerbekränzt,Durfte im Süden Seelen weiten,Wo er mit seiner Laura...

Verstörungen

  Verstörungen Wie sehne ich Zeiten zurück,Als den Diskurs man gerne buchte.Gemeinsam war man Hans im Glück,Weil freiheitlich Konsens man suchte. Anstrengend ist die Zeit geworden,Denn mancher macht Jagd auf Personen,Um mit Kumpanen und KonsortenGar keinen Menschen...

Weltsinn

  Weltsinn Gäbe es Gemeinsinn von Anfang anUnd wäre er Teil uns'rer Geburt,Bräuchte es weder den Größenwahn,Nach dem manches Schicksal gespurt. Das Leben könnte so frohsinniger laufen,Die Furcht müsste niemand ereilen,Man müsste sich nicht mit Despoten...

Lösungsbemühen

Lösungsbemühen Wenn auch die Wege sich nicht mehr kreuzenDie Ecken bleiben, wo sich Menschen reizen,Die Liebe sich längst verordnet Auszeiten,Kann Trennendes oft nur Fluch verbreiten,Wird kaum noch geredet, wenig gefragt,Ob man gemeinsam die Zukunft wagt. Haben wir...

So leben wir

  So leben wir So lebt der Mensch von altem Geblüte,so leb' ich als Staubkorn, milliardenfach,glaube, von meinen Göttern getragen. Ihr Windhauch kündigt sich nicht mehr anwo ich meine, alles sei unter Dach und Fachund Götter können mit mir Neues wagen. Leben wir...