Treffen am Schloss

 

Jahrelang haben wir uns nicht gesehen,

Die wir doch einstmals in jungen Jahren

Zur Sonne, zu Monden wollten gehen,

Als wir noch vollkommen geistunerfahren

 

Nur jenem Drange genügen sollten,

Den die Neugierde in die Städte trieb,

Wo ungebändigte Sehnsüchte uns einholten,

Weil wir meinten, allein dortige Freiheit sei lieb.

 

Dem sind wir heute längst entflohen,

Denn Freiheit hat uns viel vorgegaukelt:

Wo die Jugendfeuer stets kräftiger lohen

Wird manche Neugierde nur verschaukelt.

 

Jetzt treffen wird uns beim Schloss der Stadt,

Sitzen erzählend auf Parkbänken, am Rasen,

Wo das feine Leben gelassener, nicht übersatt

Mit Modesehnsüchten muss nicht mehr spaßen.

 

So gehen wir freudestrahlend zum Kaffeetrinken,

Freuen uns aufeinander, dass frei wir noch leben

In sinnlicher Ruhe, ganz ohne hektisches Winken

Vergessen können jegliches schmerzende Sein,

 

Uns fördern lassen von Nachsicht und Geduld,

Nicht mehr Sklaven beständiger Zeitvorgabe,

Für die tiefen Erinnerungen ganz ohne Schuld,

Damit selige Freundschaft sei unsere Teilhabe.

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

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Treffen am Schloss
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