Wortgewitter

 

Wie haben wir gern ausgemessen

Die Worte früher, die uns trafen.

Da war fast alles angemessen,

Niemand musste mit Worten strafen.

 

Die Zeit ist jetzt schon wieder reif

Für Wortgewitter – oft im Netz.

Die Seelennot brennt wie ein Reif

Im Kopf, wenn man liest das Gehetz.

 

Da ist kein Anspruch, machtgelüstig

Hält uns einer den Spiegel vor,

Merkt nicht, wenn er sich damit brüstet,

Dass nur sein Ungeist lugt hervor.

 

Da sieht das Recht dann ganz schnell ROT,

Wenn wiederholt man Stimmen hört:

„Du reitest doch die Pferde tot!“–

Und das im Netz niemanden stört.

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

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Wortgewitter
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