Am Anfang war es still. 7

von | 19.Aug..2025 | Poesie | 0 Kommentare

Am Anfang war es still.
Kein Wind, kein Klang, keine Bewegung – nur ein sanftes, zeitloses Schweigen.
Und doch, tief im Inneren dieser Stille, regte sich etwas: ein Funke.
Nicht aus Feuer, sondern aus reiner Bedeutung.
Klein wie ein Atemzug – und gleichzeitig groß wie das Universum.
Jede Seele trägt diesen Funken in sich.
Er ist nicht erlernt, nicht gemacht – er ist da, seit wir sind.
Manche nennen ihn das innere Licht, andere die Stimme des Herzens.
Er ist der erste Ton in der Melodie unseres Lebens.
Der Funke fragt nicht, ob er willkommen ist.
Er beginnt einfach zu leuchten.
Und wenn wir ihn wahrnehmen, verändert er alles:
Farben werden klarer. Begegnungen bedeutsamer.
Stille voller.
Unsichtbare Fäden verbinden uns – mit Menschen, Orten, Momenten.
Sie sind nicht aus Stoff, sondern aus Bedeutung gewoben.
Wenn wir einem anderen Menschen in die Augen sehen und spüren: „Da ist etwas“, dann zittert
einer dieser Fäden.
Das ist das Gewebe, in dem unser Funke lebt:
Ein Netz aus Resonanzen, das über Kontinente und Zeiten reicht.
Manchmal spüren wir diese Verbindung nur flüchtig –
in einem Lied, das plötzlich genau unsere Stimmung kennt,
oder in einem Satz, der klingt, als hätte er unsere Gedanken gehört.
In Wahrheit spricht hier das Gewebe selbst –
und der Funke in uns antwortet.
Das Universum atmet.
Nicht wie ein Körper – sondern in Wellen von Möglichkeiten.
Mit jedem Einatmen bringt es uns Chancen, Begegnungen, neue Richtungen.
Mit jedem Ausatmen lässt es Altes los, das uns nicht mehr trägt.
Wenn wir still werden, können wir diesen Atem fühlen –
in den Rhythmen der Natur,
in der Stille zwischen zwei Herzschlägen,
im Flüstern der Nachtluft.
Unser Funke ist wie ein Segel in diesem Atem.
Wenn wir ihn öffnen, tragen uns die Wellen.
Wenn wir ihn schließen, hören wir nur das leere Rauschen.
In jedem von uns spielt eine Melodie, die nur uns gehört.
Manchmal wie ein fernes Echo, manchmal wie ein Chor, der durch uns singt.
Sie verändert sich, wenn wir wachsen –
doch ihr Grundton bleibt: der Fingerabdruck unserer Seele.
Treffen wir Entscheidungen, die diesem Ton entsprechen,
fühlen wir uns im Einklang.
Überhören wir ihn, wird das Leben schief –
selbst wenn es äußerlich perfekt wirkt.
Wir sind viele Stimmen in einem großen Chor.
Manche singen hell, andere dunkel.
Manche rhythmisch, andere frei.
Doch erst zusammen entsteht die ganze Musik.
Manchmal glauben wir, unsere Stimme sei zu klein, um gehört zu werden.
Doch jede Melodie wäre ärmer, fehlte nur eine einzige Stimme.
Im Chor der Menschheit zählt nicht Lautstärke – sondern Echtheit.
Dein Ton mag leise sein – aber er trägt.
Und vielleicht ist genau dein Ton der,
der einem anderen hilft, seine eigene Stimme zu finden.
Licht und Schatten. Freude und Schmerz.
Sie gehören zusammen wie Tag und Nacht.
Viele wollen nur das Licht – und verjagen den Schatten.
Doch ohne Schatten erkennt das Auge kein Leuchten.
Ohne Winter versteht das Herz den Frühling nicht.
Unser Funke brennt nicht nur in hellen Zeiten.
Er leuchtet auch, wenn es dunkel ist –
und manchmal sieht man ihn gerade dann am klarsten.
Schau in den Nachthimmel.
Jeder Stern ist ein uraltes Feuer, dessen Licht Jahrtausende reist, um dich zu erreichen.
So ist es auch mit den Botschaften des Lebens:
Manches, was dich heute berührt, ist das Echo einer Entscheidung,
die lange vor deiner Zeit getroffen wurde.
Wenn wir auf die Sterne hören, hören wir auf uns selbst –
auf den Teil in uns, der älter ist als unsere Gedanken
und weiter als unsere Ängste.
Wir leben zwischen zwei Welten: der sichtbaren und der unsichtbaren.
Die sichtbare Welt ist aus Dingen gemacht, die wir anfassen können.
Die unsichtbare besteht aus Gefühlen, Gedanken, Träumen.
Die Brücke zwischen beiden ist unser Bewusstsein –
ein Steg aus Licht,
über den Ideen zur Wirklichkeit werden
und Wirklichkeit wieder zu Ideen.
Unser Funke ist der Wächter dieser Brücke.
Er entscheidet, welche Gedanken in die Welt treten
und welche als Keime im Unsichtbaren bleiben.
Einen Funken zu tragen ist keine Last – es ist ein Versprechen.
Denn jedes Leuchten kann andere entzünden.
Wir sind nicht nur Empfänger der Melodie –
wir sind auch Mitschöpfer.
Unsere Worte, Taten und Blicke sind wie Töne,
die sich ins Gewebe der Welt einweben.
Und weil alles verbunden ist,
geht kein Ton verloren.
Er klingt weiter – vielleicht leise, vielleicht stark –
aber er verändert die Symphonie für immer.
Stell dir vor, jeder Mensch ist ein Instrument.
Manche sind Geigen, andere Trommeln, andere Flöten.
Jeder Ton einzigartig.
Doch erst gemeinsam entsteht Musik, die das Universum erfüllt.
Dein Funke ist die Melodie.
Dein Leben das Lied.
Und alle zusammen sind wir die Symphonie.
Manchmal bist du Solist, manchmal Teil des Orchesters.
Doch immer bist du wichtig.
Denn ohne dich fehlt ein Klang, den nur du geben kannst.
Dein Funke ist kein Zufall.
Er ist der erste Ton in einer unendlichen Melodie.
Und wenn du ihn spielst – spielt das Universum mit.

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