von Poeten für Poeten
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Zwischen Tag und Traum
An diesem reich durchsonnten Tag ziehen meine Gedanken auf Wanderschaft. Der Tag gleitet mir durch die Finger wie warmer Sand. Die Welt trägt heute warmes Blau und löst die Schwere aus meinem Denken. Ich werde leicht zwischen Wachen und Schweben. In meinem Kopf öffnen sich Türen, die ins Wasser führen. Dort treiben Andenken, ein Lachen von früher und der Geruch von Sommer. Die Wirklichkeit wird...
Schatten im Glanz
Der Asphalt atmet die kalte Nacht, während die Stadt im Lichte erwacht. Ein Schatten kauert stumm im Wind, wo alle Hoffnungen verloschen sind. Sie bittet leise nur um ein Wort, doch jeder scheucht sie wieder fort. Man hastet weiter, den Blick verbrannt, als hätte man sie nie gekannt. Das Fenster glänzt im warmen Schein, man lädt sich Wärme und Freunde ein. Der Kaffee dampft, die Zeitung liegt,...
Frühling
Weißt du, wie der Frühling ist? Das Land lässt er erwachen. Er setzt dem Winter eine Frist, und jagt ihn fort mit Lachen. Weißt du, was der Frühling macht? Er lässt die Bächlein fließen. Er kommt von fern, so weich und sacht, Dank ihm die Blümlein sprießen. Weißt du, was der Frühling will? Er möcht‘ die Tierlein wecken. Im Winter war es trist und still, Dies will er nun...
Winter 2
Wind singt munter in frostgeeisten Wipfeln beißt in die Backe au! Vorsichtig knirschen Schritte des einsamen Wanderers Spuren in gefrorenem Schnee Nachhause Hinter Eisblumenfenstern träumt man sich warm mit knospenden duftenden Frühlingsbildern Sehnsucht Vorsichtig blitzen Sonnenstrahlen aus dunklen Wolken Diamantenglitzer aufs weiße Land Segen
Vergessen wird oftmals
Vergessen wird oftmals Vergessen wird oftmals des Dichters Wunsch, Neben seiner überaus innig geliebten Frau Auch noch eine eigene Muse zu haben. Dazu braucht es weder Feier noch Punsch, Doch sollte sie für ihn dann passgenau Inspiration sein für seine Gaben. Sie lebt seine schönsten Dichterfreuden mit, Bestärkt ihn durch Herzchen, Wahrnehmung, Weil sie zeigt, dass sie ihn wirklich mag, Mit ihm...
Nicht jede Frau
Nicht jede Frau Nicht jede Frau findet sich gern dort ein, Wo ein Mann nach seiner Muse sucht, Denn sie erkennt für sich ganz allein, Ob da nicht jemand nur in Egosucht. Er braucht ja jemand, der ihm bedeutet, Dass er tatsächlich Großartiges kann, Womit er seine Netzpräsenz einläutet, Dennoch bleibt ein liebender Mann. Ohne die Frau als Muse, die ihn bestärkt, Endlich zu sich selbst zu finden,...
Einseitige Liebe
Vermisst du mich? So sehr wie ich dich? Wie kann man sich nach einer Person sehnen, die man garnicht richtig kannte? Meine Augen suchen nach dir, in deinen bin ich einzig und allein eine große Schande. Wieso bin ich dafür verantwortlich, dass unsere Bindung besteht? Ich brauche einen Vater, einen Vater der mich versteht. Mit dir zu sprechen ist und bleibt für mich unvorstellbar, doch ist das...
Mein Herz
Mein Herz, es verletzt mich. Es pocht, doch es liebt nicht. Es schlägt, doch es fühlt nichts. Es ist kalt, obwohl es in mir brennt. Es lässt Blut durch meinen Körper strömen, lässt mich nach Wissen streben, es hält mich am leben. Ohne mein Herz, würde mein Körper mir nichts taugen. Funktionslos, wertlos wäre ich. Was würde ich bloß ohne mein Herz tun? Ich liebte es, dich so zu nennen. Denn ihr...
Die Narbe die ständig blutet
Ich weiß und verstehe nicht, wieso du mir jedes Mal in den Sinn kommst. Sind es die unausgesprochenen Worte oder die Sehnsucht nach deiner Liebe die ich verspüre, die ständig an meinem Leib kratzen? Ich versuche mich in deine Lage hineinzuversetzen. Die Fehler bei mir zu suchen, deine Gefühlslage zu verstehen. Jedoch bezweifle ich, dass du diese Gefühle besitzt, um die ich mir so Gedanken mache....
Meine Gefühle dir gegenüber, schmecken salzig
Ich habe genug Schmerzen ertragen müssen mit dem ersten Fehltritt eines Vaters in meinem Leben. Ich dachte du wärst ein Mittel zur kompensierung meiner Trauer. Ein Geschenk Gottes als Entschuldigung für die vaterlose Kindheit die ich hatte. Ich wollte nichts. Weder Geld noch irgendwas anderes. Ist Liebe und Geborgenheit denn zu viel verlangt? Ich habe bloß eine Wunde in mir. Bloß eine einzige....
Für jede Träne
Ich habe deine Abwesenheit überlebt. Deine passive Haltung mir gegenüber. Die schlaflosen Nächte wegen dir. Das ständige Gefühl, nicht genug zu sein, dir nicht wichtig zu sein. Die endlosen Streitigkeiten. All das habe ich überlebt. Und dennoch lebe ich in ständiger Trauer. Nicht um dich, sondern um das, was hätte sein können, wenn du auch nur das Nötigste gegeben hättest. Ich verlange wirklich...
Bitte treten Sie ein
Bitte treten Sie ein in das Innere meiner Gedichte. Von außen sind sie nur dunkle Scheiben, bemalt mit Andeutungen, Schatten und einem Licht, das sich nicht verrät. Wer nur vorbeigeht, sieht nichts als Glas. Vielleicht ein Muster, vielleicht auch nur Staub. Doch wer stehen bleibt, spürt, hier ist etwas, das Geduld fordert. Man muss sich einlassen, nicht greifen, den Drang zur Deutung dämpfen....
Der Preis fürs Bleiben
Die Zeit spinnt dich allmählich ein zum späteren Verzehr. Im Kokon bist du ganz allein, das Atmen fällt dir schwer. An ganz besonders dunklen Tagen füllt sich dein Herz mit Unbehagen. Du hörst die Welt nur wie von fern. Hier lebst du nicht so richtig gern. Und irgendwann, ganz still und leis‘ geht etwas in dir aus. Bequem warst du, zu hoch der Preis. Hier kommst du nicht mehr...
Kreuz mit Quer
Der Quereinsteiger stets willkommen Bringt frischen Wind in alle Sparten Von Finanzbranche bis Gemüsebeet Zu finden überall querbeet In Mathematik etwa sehr Man denkt abstrakt und auch verquer So bildet man ein Querprodukt Ganz ungeniert nicht weggeduckt Die schönen Künste im Querformat Zeigen Vielfalt machen den Spagat Von Malerei bis zur Musik Von Querflöte bis Kupferstich Den Menschen trifft...
Eindeutige Botschaft
Eindeutige Botschaft Du hast doch alles, was Du brauchst, Auch lebst Du kürzer, wenn Du rauchst, Stirbst früher, wenn Du Alkohol trinkst Und ständig neue Drogen nimmst, Denn jener Mensch, er scheitert kläglich, Wenn ihm die Liebe unerträglich. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Was soll ich sagen
Was soll ich sagen Im Zuge wachsender Influenzerflut Braucht der kleine Nutzer den ganzen Mut, Um nicht auch noch selbst dazu zu stoßen, Er sich lieber erfreut an Natur, den Rosen. Was soll ich sagen, wie’s Dir erklären? Wenn alle miteinander befreundet wären Und nicht immer nur in Scrollersklaverei, Gäbe es diese tragfähigere Liebelei. Als Freund kann ich Dir deshalb sagen: Du solltest Dich...
Träume
Manchmal haben Träume Flügel und sie fliegen uns davon. Manchmal haben Träume Flügel und sie kehren wieder zu uns zurück. Manchmal haben Träume Flügel und wir dürfen mit ihnen auf Reisen gehen. © A. Namer
Rendevous mit mir selbst
Für dich hab‘ ich mich schön gemacht. Ich komme pünktlich, setze mich mir gegenüber, bestelle nichts Großes, ein Glas Stille, vielleicht. Ich unterhalte mich mit mir selbst. Ich höre mir zu. Wir haben Zeit. Ich lächle, weil ich mich wiederfinde. Für einen Moment bin ich nicht allein, sondern bei mir.
Sternenfänger
Manchmal fühlst du dich wieder wie ein Kind, das durch die Nächte jagt im leisen Wind. Die Jahre werfen Schatten auf dein Gehen, auf dem weichen Boden bleibt ein leises Auferstehen. Ein Herz, das seine Kindheit nie verliert, mit Flügeln aus Papier, vom Abendlicht berührt. Du greifst nach Sternen, suchst dein kleines Glück, doch oft führt jede Straße dich zurück. Erfahrungen fließen wie Wasser...
Das Tollhaus beschritt
Das Tollhaus beschritt Das Tollhaus beschritt die Welt, Als den Menschen es wirklich gab, Er zum Narrenschiff ward bestellt Mit dem schwirrenden Herrscherstab, Mit dem von Anfang an er regieren wollte, Weil ihn ständig der Machtwille einholte? Wie könnte er noch vernünftig sprechen, Wenn das Durcheinander überall real? Wie ließen sich Dummheiten brechen, Wenn ein jeder hätte frei keine Wahl,...
Geistgleich
Geistgleich Es gab sie immer schon, Die auf derselben Wellenlänge Und mit freundlichem Ton, Gemeinsam umfahrend die Zwänge. Noch seltener gibt es diese auch: ZWEI, die ganz ohne Vereinbarung Übereinkommen, dass, wie’s ohne Brauch, Seelensichernd in liebender Bewahrung. Geistgleich und mit Selbstverständlichkeit Können sich so diese ZWEI finden, Indem sie mit zärtlicher Entschiedenheit Sich fest...
Der göttliche Funke
Hast du schon mal drüber nachgedacht, wie dich vieles, was dir über dich erzählt wurde geprägt hat – für dein ganzes Leben? Du dachtest, es wäre wahr… Stimmt das? Weißt du... Es haben schon viele versucht Kinder zu zeugen, es funktioniert mal, mal nicht. Zwei Menschen verbinden sich für diesen Moment und dann kommt er dazu, der „göttliche Funke“, oder wie auch immer du es nennen magst. Erst dann...
Ich sitz’ nur hier und starr’ dich an
Ich sitz' nur hier und starr' dich an. Ein glimmen in meinem Herzen. Um so länger ich dich anschau', umso mehr erglüht es. Schau ich dich an, so schaust du mich an. Die Blicke zweier Liebender entfachen ein Feuer lichterloh. Doch zeigt meine geringe Aktivität, ich bin des weltlichen Lebens nicht sonderlich froh. Denn ich sitz' nur hier und starr' dich an.
Jane Austens Befreiung
Jane Austens Befreiung Sie wusste, dass Denken und Fühlen Nicht eins sind bei den Geschlechtern, Gar Vernunft mit den tiefen Gefühlen Wenig ausrichtete bei Konventionswächtern. Was eine Frau annehmen kann und geben will, Kann bei wahrer Liebe nicht Machtgegenstand sein, Wenn tatsächlich BEIDER Glückseligkeit das Ziel: Ehrliche Bereitschaft allein zur Liebeswelt sollte sein. Sich zu binden dürfte...
Ein Akt der Liebe
Ein Akt der Liebe Ein Akt der Liebe kann wie eine Droge sein: Unablässig ruft er nach Wiederholung. Ist in den Nachzeiten dann allgemein, Dass über Lust die Seele in Erholung? Das ist auch wie bei einer Droge: Man weiß nie, ob in jedem Fall Der Nachhall tröstet wie die Glocke, Erwirkt den Freudenschall. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Warum
Meine Seele runzelt leise auf eine unwohlsame Weise. Ich muss mich einfach neu besinnen, um dem Abgrund zu entrinnen. Ich muss so manche Träume schreddern, mich nicht in Trugbildern verheddern. Ich muss die Welt von Nahem seh’n, um auch das Gute zu versteh’n. Warum fehlt mir die Leichtigkeit in dieser mir geschenkten Zeit?
Erinnerungssplitter
Als mein Blick bei dir stehen blieb, warst du mir sofort ein Zuhause, wo meine Unruhe ruhen durfte. Ich fühlte ein Ja, das nach einer langen Reise durch mehrere Leben angekommen war, Wir erkannten uns, ohne uns zu kennen, und wir wussten, wir waren uns schon einmal Schicksal.
Was der Abschied übrig lässt
Da ist noch kalter Kaffee in der Tasse. Dein Brot liegt auch noch angebissen da. Wie ich die Stelle, wo wir enden, hasse, wird mir in solchen Augenblicken klar. Im Bad wohnen noch Relikte deiner Nähe. Die Zahnbürste wird vergeblich auf dich warten. Wenn ich dein Bleiben künftig auch verschmähe, such' ich nach stillem Zeugnis ,all' den zarten Überbleibseln unserer Gewesenheit; mehr ist leider...
Für Vater
Hätt‘ dir so gern was Schönes noch gesagt vor deiner großen, langen Reise. Hätt‘ dich so manches gern gefragt, bevor du leise, so ganz leise den Abschied gabst. Dann warst du fort vielleicht an einem besseren Ort, wo alles einfach leichter ist, wo du ein Seelenvogel bist. Von Zeit zu Zeit ziehst du ganz leise vor meinem Fenster deine Kreise, weist mir den Weg, den ich noch geh‘, bis ich dich...
Alte Liebe
Die Liebe hat das Lodern verlernt, doch die Glut wärmt genau richtig. Die Jahre haben das Reden abgeschliffen wie Kiesel im Fluss, doch wir treiben im gleichen Wasser. Die Luft ist uns dünn geworden, doch wir atmen im gleichen Rhythmus. Die Erde nimmt uns langsam zurück, doch wir halten uns in Innigkeit verbunden.
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