von Poeten für Poeten
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Erziehungsnot heute
Erziehungsnot heute Je mehr wir Ereignisse nur noch aufschreiben, Desto weniger kommen wir zum Erziehen, Weil Vorschriften dann Wildwuchs treiben, Mit denen wir uns nicht um Jugend bemühen. Junge Menschen brauchen Bezug und Grenzen, Anregung, Begleitung mit präsentem Willen, Damit sie später als Erwachsene glänzen Und den Hunger nach Neugierde selber stillen. Doch wo Lehrkräfte nur noch...
Im Alter fällt
Im Alter fällt Im Alter fällt mancher ohne Glück Auf seine Erinnerungen zurück. Er weiß gar nicht, ob er geniert, Wenn er sich nur dorthin verführt. Ist’s nicht der Lebewesen Ziel, Nach vorne schauen, mit Gefühl Sich auf das Neue einzulassen, Den Stier bei den Hörnern fassen? Ein Alter kennt seine Erbmassen, Die ihn nicht gern in Ruhe lassen, Doch wenn er schauend weiter sitzt, Bleibt auch sein...
Herzraub
Der Kindheit Trug ist längst verraucht, In graue Klüfte abgrundtief getaucht. Doch ob der Lenz auch flieht in Hast, Mein Herz trägt all die Flammenlast! Die Nächte eisig, starr und blind, Wie heult um mich der kalte Winde. Mein Sehnen schreit nach deiner Gunst, Verzehrt im Wirbel purpurroter Lust. Und schlägt das Schicksal auf mich ein, Soll dein lieber Blick mein Anker sein. Ein Funke nur, der...
Mein Ziel
Jugendbilder, verflogen wie die Zeit, Mein Wunsch brennt immer noch ganz leicht. Dort drinnen, wo einst Feuer tobte nicht, Vielleicht erstrahlt bald neues Hoffnungslicht. Wenn dein Lächeln mir Gefühl erweckt, Mein Herz in Flammen neu den Weg entdeckt. Und Liebe wacht in Gottes Auge mild, Dann kann ich’s kaum erwarten, herzerfüllt. Oh weh, die Nächte kalt und schwer, Mein Sehnen brennt und drängt...
Das Wesen der Fische
In tiefen Gewässern, wo Licht sich bricht, bewahren zwei Seelen ihr eigenes Gesicht. Sie schwimmen im Kreis, mal hierhin, mal dort, und finden im Träumerischen ihren Ort. Einfühlsam erspüren sie fremdes Leid, empfänglich für Schwingungen fern jeder Zeit. Doch was sie so gütig und mitfühlend macht, hat sie oft um klare Entschlüsse gebracht. Unentschlossen gleiten sie durch die Flut, weil in...
Efeulaube
Traurig sieht sie heute aus, meine Laube dort am Teich, hart getroffen vom Sturmgebraus, der war weder mild noch weich. Noch gestern warst du frisch und grün, heut sind die Blätter welk gefallen, der Nachtfrost ließ dich bitter spür`n, dein Saft kam nicht mehr recht ins Wallen. Dein Blätterschmuck war nur geliehen, wie auch die stillen Träumereien, sie durften einen Sommer blühen, bis Winter...
Protest
Verärgert steht die Kuh im Stall und hört ganz laut und überall bei Tag und Nacht zu allen Zeiten, wie Menschen böse sich zerstreiten Sie sieht die heißen Köpfe rauchen, den Namen, den sie hat missbrauchen. Sie schmiedet einen Racheplan und nennt dann diesen Rinderwahn. Und auch das Schwein, die Gans, das Huhn sind nicht erbaut vom Menschentun erfinden, quasi als Protest die Schweine- und...
Im Ruhestand
Im Ruhestand Wie wunderbar, noch etwas zu chillen, Ein wenig länger im Bett auszuruh’n Und sich durch nichts stressen zu lassen, Ganz frei leben nach eigenem Willen, Denn es bleibt jetzt ja wenig zu tun, Sich nur mit wenigen Käufen befassen. Vielleicht Latte Macchiato trinken, Ein wenig durch Verkaufsräume gehen Und einen alten Freund begrüßen, Der hübschen Verkäuferin zuwinken, Nach neuen...
Es gibt nichts
Es gibt nichts Es gibt nichts Herrlicheres, Als eine wunderschöne Frau, Die mit ihrer Aura Herzklopfen Verursacht, Begehrlicheres Auslösen kann, um punktgenau An einer Männerseele anzuklopfen. Schönheit sollten wir nicht neiden, Sie entspringt vollkommenem Wesen, Das ohne Zutun ausstrahlt und wirkt. Lasst Sinne und Augen daran weiden, Weiblichkeit bei ihrer Person auslesen, Die uns als...
Die Lektion der Nacht
Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an, spielt mit dem Glas, ihr Lachen rinnt wie edler Wein. Die Welt wird hell, du hast viel...
Holz
Wie lange braucht ein Baum um zu wachsen und groß zu werden? Ungefähr so lange wie ein Menschenleben, je nachdem. Vom Samen, zum kleinen Pflänzchen, zum Bäumchen, zum Baum… Was erlebt er alles? Wärme, Kälte, Sonne, Regen, Sturm, Hagel, Wassernot, Hitze und vieles mehr. Davonlaufen kann er nicht. Entweder er übersteht es, oder er stirbt… Er verliert vielleicht Äste, Nadeln, Blätter, je nachdem…...
Wir trauen uns halt mehr zu
Wir trauen uns halt mehr zu Da schlafen sie grundsätzlich nackt Und meinen, noch Fünfzehn zu sein. Doch wenn ein Infekt sie packt, Werfen sie Antibiotika ein. Leider ist man mit Einundfünfzig nicht mehr Fünfzehn, Das Immunsystem macht manches Mal schlapp, Aber man meint immer noch auf eigene Jugend zu seh’n: Geht bei mir wirklich die Post denn noch ab? Wir trauen uns halt mehr zu, Als wir...
Hast Du gesehen
„Hast Du gesehen, …“ „Hast Du gesehen, die fahren glatt Nur ein Stockwerk hoch mit dem Aufzug, Sind so dick und bewegen sich statt Ohne Treppensteigen! Selbstbetrug!“ Ein wenig Lästern gehört schon dazu, Sich über Hotelgäste mokieren, Nur dann gibt inneres Teufelchen Ruh‘, Man darf ja Überlegenheit spüren… Mitmenschen nicht in Ruhe lassen Ist das Ziel von manchem Teufelsbraten. Würden wir uns...
Es ist zu spät
Wir kannten uns vor langer Zeit, wollten geh`n durch dick und dünn, doch andere Wege wies das Leben, ließ uns plötzlich auseinandergehen, und vom Kirchturm hallt der Glockenklang. Mein Freund – nun ist es viel zu spät, die Zeit heilt nicht, sie deckt nur zu, ein Blick von Dir vor langer Zeit, und weinen würd` jetzt nicht die Einsamkeit.
eva und adam
paradieslicht tanzt zwischen den zweigen lockt den blick über die grenze ach, verbotene sehnsucht schlangenbiss küsst schlafende neugier wach schon liegt die frucht in beiden händen süß schmeckt das wissen herb die erkenntnis scham wendet die augen weg böses erwachen nichts gutes mehr bedecken bedecken was geschah ich nicht du nein sie das paradies vorbei die sehnsucht...
“Bleib’ doch liegen!”
„Bleib‘ doch liegen!“ Warum denn aufstehen, Wenn man liegen kann? Warum gar sandeln, Wenn müde der Mann? Ach die Liebste Kennt das zu genau, Denn sie ist ja Eine starke Frau: „Bleib‘ doch liegen!“ Ruft sie ihm zu: „Wenn Du aufstehst, Mehrt das die Unruh‘!“ ©Hans Hartmut Karg 2026 *
“Ein wenig Luxus …”
„Ein wenig Luxus …“ „Ein wenig Luxus muss sein,“ Meinte sie und schaltete die Heizung ein. Danach wurde es wohlig warm, Sie kuschelte sich in seinen starken Arm. Natürlich wusste sie ganz genau, Denn Sie war eine intelligente Frau: All das, was wir heute verschwenden, Wird in Zukunft als Energie auch enden. Danach senkte sie doch die Heizung ab Des nachts, denn auch ihr Gut und Hab‘ Ist ja...
Fetzn
Verweichlicht, ängstlich und verkopft. Alles in einem Topf! Große Stadt, fern der Natur! In meinem Körper sein, das ist jetzt meine täglich Kur. Mutig sein, auch wenn du es nicht bist! Für mich, für andere. Eins ist gewiss! Das Land, die Leute, die Fülle der Natur, bringen auch mich wieder dorthin, wo ich sein will. Dank dem Ursprung. Sprung! Zurück zu meiner Natur! Julia...
Unbezwingbar
Ich habe meine Feder gezückt, Gedanken aus der Warteschlange gefischt. Erinnerst du dich an jenen Moment, als unsre Blicke sich duellierten? Ein stummer Schrei aus zwei Herzen, eine Fusion aus Tausendundeiner Nacht. Wären wir ins Feuer gegangen, wir wären darin geschmolzen. Dein Atem, der Takt meines Herzschlags, in Resonanz, wie Spiegel, die einander ohne Worte erkennen. Gemeinsam die Welt...
Meisterstück
Wenn du die Bühne betrittst, kleines Mädchen, mit der roten Schleife im Haar – mit aufspringendem Siegel wie aus der Werkstatt einer gotischen Sonne, und den Tanzschuhen, die klingen wie ferne Hufe auf dem Pflaster einer alten Königsstadt, da neigt sich selbst der Atem der Menge. Dein Antlitz, erst Grimasse, keck und kühn, ist vergleichbar mit dem Spiel eines Hofnarren im Saal des Kaisers, doch...
Winter
Der Frost berührt die Haut so sacht, Die Lippen bleichen blau bei Nacht. Die Schritte weichen, alles ruht, Vergeht die Welt, so wie sie tut. Wenn alles schläft, der Winter schreibt, Und alles friert von Zweig zu Zweig. Ganz tief im Innern scheint ein Licht, Das warme Herz, das nie zerbricht. © Marcel Strömer [Magdeburg, 17.02.2026]
Die Krähenkönigin
Sie kreist im weiten, grauen Rund, ein Schatten über stillem Land. Sie braucht nicht jenen bunten Prunk, der nur im grellen Licht bestand. Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt, trägt Glanz in tiefem Purpurschein. Wenn sie den Schwingenschlag erhebt, steht sie im Frost und Sturm allein. Wo andre vor dem Winter fliehen, bleibt sie der Heimat treu bekannt. Ihr Ruf mag rau in uns erklingen, doch spricht...
Sonntagmorgen
Der Tag beginnt mit falschem Licht, das grell durch blasse Lider bricht. Die Zeit steht still im Glas von gestern, wo sich Staub und Geist verschwestern. Die Uhr tickt in die leere Luft, vorbei der Lärm, der nach mir ruft. Das Atmen fällt im Zimmer schwer, die Welt da draußen wirkt so leer. Doch während noch der Nebel zieht und leise durch das Dunkel sieht, der erste Rauch, der silbern glüht,...
Sich so nah sein
Sich so nah sein Sich so nah sein, dass man lieben kann Und so fern, dass jeder frei atmen kann, Das ist der Liebe tiefstes Geheimnis, Bewahrt uns vor dem Beziehungsriss. Immer ein wenig anders sein, Wissen um Dein und um Mein, Das erhält die Spannung aufrecht Und zeigt uns: Alles ist wahr und echt! Frau soll Frau bleiben, Mann auch Mann, Damit jeder sich ungehindert entfalten kann, Weil man aus...
Damit der Liebestaumel
Damit der Liebestaumel Damit der Liebestaumel ein wenig bleibt Und nicht ganz zum Stillstand kommt, Wenn die Nähe des Mannes leibt Und Liebe das Glück belohnt, Darf den Liebenden gelingen, Was Zärtlichkeit kann bringen. Nicht so einfach ist unser Liebessinnen, Wenn im Laufe von sehr vielen Jahren Man Veränderungen erlebt, am Bestimmen Des Gewohnten festhält mit weißen Haaren, Weil man das Altern...
Wenn die Sonne fehlt
Tage stehn in matter Trübheit, kein Sonnenstrahl, der mich erfreut, Stunden schleichen sacht und leise, nur Krähen ziehen ihre Kreise, weil man ihnen Futter streut, zum Überleben in der Winterzeit. Doch winterlich verhüllt sich die Welt in ein fahles, graues Kleid, so schwer erscheint sie weit und breit, ich sehne mich nach warmem Licht, die Seele hofft und zweifelt nicht - und weiß: Der Lenz...
Neustart
Nun beginnt ein neues Kapitel, neue Straße, neues Haus, neue Schule und Gesichter vom Flugzeug aus, sehe ich immer mehr Lichter. Gelandet, nun bin ich endlich da, der Neustart ist nun wirklich nah. Ich bin bereit und freu mich drauf, ein neuer Anfang kommt in meinen Lebenslauf. Der erste Schultag hat Spaß gemacht und ich habe viel gelacht. Ich lernte neue Gesichter kennen und kann mich schon gar...
Zauber der Februarnatur
Zauber der Februarnatur Jetzt werden morgens die Tage wieder heller Der Schnee an den Rändern taut auch schneller, Gar manches Blütenpflänzchen spitzt schon Und warten bereits auf seinen Sonnenlohn. So wird denn jedes Jahr wie durch ein Wunder Nach und nach alles in unseren Gärten bunter, Und was noch schützend von Schnee bedeckt, Das hat Licht längst zum Leben erweckt. Das ist der Zauber der...
Das Jahr steht auf
Das Jahr steht auf Das Jahr steht auf und ist erwacht, Noch laublos stehen unsere Bäume, Weil immer noch des Winters Macht Verhindert Blütenträume. Doch überall spitzen schon Halme, Sie räumen sich den Schnee leicht weg. Obgleich so mancher Schornstein qualme, Finden dennoch Jogger ihren Weg. Das Jahr steht auf, wärmt an mit Licht Die Hoffnung auf viel bessere Zeiten, Verdrängt Ängste vorm...
Hymne für Gisèle
Man tat dir an, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Schänder war der eigne Mann. Man schlich wie zu geheimem Fest, betäubte dich im Schutz der Nacht. Die Untat stand für jeden fest, und dennoch hat er mitgemacht. Doch du hast dich nicht still ergeben. Du hast das Schweigen hinterfragt, die 51 preisgegeben, der Scham den Wechsel...
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