von Poeten für Poeten

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Die Lektion der Nacht

Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an, spielt mit dem Glas, ihr Lachen rinnt wie edler Wein. Die Welt wird hell, du hast viel...

Holz

Wie lange braucht ein Baum um zu wachsen und groß zu werden? Ungefähr so lange wie ein Menschenleben, je nachdem. Vom Samen, zum kleinen Pflänzchen, zum Bäumchen, zum Baum… Was erlebt er alles? Wärme, Kälte, Sonne, Regen, Sturm, Hagel, Wassernot, Hitze und vieles mehr. Davonlaufen kann er nicht. Entweder er übersteht es, oder er stirbt… Er verliert vielleicht Äste, Nadeln, Blätter, je nachdem…...

Wir trauen uns halt mehr zu

Wir trauen uns halt mehr zu Da schlafen sie grundsätzlich nackt Und meinen, noch Fünfzehn zu sein. Doch wenn ein Infekt sie packt, Werfen sie Antibiotika ein. Leider ist man mit Einundfünfzig nicht mehr Fünfzehn, Das Immunsystem macht manches Mal schlapp, Aber man meint immer noch auf eigene Jugend zu seh’n: Geht bei mir wirklich die Post denn noch ab? Wir trauen uns halt mehr zu, Als wir...

Hast Du gesehen

„Hast Du gesehen, …“ „Hast Du gesehen, die fahren glatt Nur ein Stockwerk hoch mit dem Aufzug, Sind so dick und bewegen sich statt Ohne Treppensteigen! Selbstbetrug!“ Ein wenig Lästern gehört schon dazu, Sich über Hotelgäste mokieren, Nur dann gibt inneres Teufelchen Ruh‘, Man darf ja Überlegenheit spüren… Mitmenschen nicht in Ruhe lassen Ist das Ziel von manchem Teufelsbraten. Würden wir uns...

Es ist zu spät

Wir kannten uns vor langer Zeit, wollten geh`n durch dick und dünn, doch andere Wege wies das Leben, ließ uns plötzlich auseinandergehen, und vom Kirchturm hallt der Glockenklang. Mein Freund – nun ist es viel zu spät, die Zeit heilt nicht, sie deckt nur zu, ein Blick von Dir vor langer Zeit, und weinen würd` jetzt nicht die Einsamkeit.

eva und adam

paradieslicht tanzt zwischen den zweigen lockt den blick über die grenze ach, verbotene sehnsucht schlangenbiss küsst schlafende neugier wach schon liegt die frucht in beiden händen süß schmeckt das wissen herb die erkenntnis scham wendet die augen weg böses erwachen nichts gutes mehr bedecken bedecken was geschah ich nicht du nein sie das paradies vorbei die sehnsucht...

“Bleib’ doch liegen!”

„Bleib‘ doch liegen!“ Warum denn aufstehen, Wenn man liegen kann? Warum gar sandeln, Wenn müde der Mann? Ach die Liebste Kennt das zu genau, Denn sie ist ja Eine starke Frau: „Bleib‘ doch liegen!“ Ruft sie ihm zu: „Wenn Du aufstehst, Mehrt das die Unruh‘!“ ©Hans Hartmut Karg 2026 *

“Ein wenig Luxus …”

„Ein wenig Luxus …“ „Ein wenig Luxus muss sein,“ Meinte sie und schaltete die Heizung ein. Danach wurde es wohlig warm, Sie kuschelte sich in seinen starken Arm. Natürlich wusste sie ganz genau, Denn Sie war eine intelligente Frau: All das, was wir heute verschwenden, Wird in Zukunft als Energie auch enden. Danach senkte sie doch die Heizung ab Des nachts, denn auch ihr Gut und Hab‘ Ist ja...

Fetzn

Verweichlicht, ängstlich und verkopft. Alles in einem Topf! Große Stadt, fern der Natur! In meinem Körper sein, das ist jetzt meine täglich Kur. Mutig sein, auch wenn du es nicht bist! Für mich, für andere. Eins ist gewiss! Das Land, die Leute, die Fülle der Natur, bringen auch mich wieder dorthin, wo ich sein will. Dank dem Ursprung. Sprung! Zurück zu meiner Natur! Julia...

Unbezwingbar

Ich habe meine Feder gezückt, Gedanken aus der Warteschlange gefischt. Erinnerst du dich an jenen Moment, als unsre Blicke sich duellierten? Ein stummer Schrei aus zwei Herzen, eine Fusion aus Tausendundeiner Nacht. Wären wir ins Feuer gegangen, wir wären darin geschmolzen. Dein Atem, der Takt meines Herzschlags, in Resonanz, wie Spiegel, die einander ohne Worte erkennen. Gemeinsam die Welt...

Meisterstück

Wenn du die Bühne betrittst, kleines Mädchen, mit der roten Schleife im Haar – mit aufspringendem Siegel wie aus der Werkstatt einer gotischen Sonne, und den Tanzschuhen, die klingen wie ferne Hufe auf dem Pflaster einer alten Königsstadt, da neigt sich selbst der Atem der Menge. Dein Antlitz, erst Grimasse, keck und kühn, ist vergleichbar mit dem Spiel eines Hofnarren im Saal des Kaisers, doch...

Winter

Der Frost berührt die Haut so sacht, Die Lippen bleichen blau bei Nacht. Die Schritte weichen, alles ruht, Vergeht die Welt, so wie sie tut. Wenn alles schläft, der Winter schreibt, Und alles friert von Zweig zu Zweig. Ganz tief im Innern scheint ein Licht, Das warme Herz, das nie zerbricht. © Marcel Strömer [Magdeburg, 17.02.2026]

Die Krähenkönigin

Sie kreist im weiten, grauen Rund, ein Schatten über stillem Land. Sie braucht nicht jenen bunten Prunk, der nur im grellen Licht bestand. Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt, trägt Glanz in tiefem Purpurschein. Wenn sie den Schwingenschlag erhebt, steht sie im Frost und Sturm allein. Wo andre vor dem Winter fliehen, bleibt sie der Heimat treu bekannt. Ihr Ruf mag rau in uns erklingen, doch spricht...

Sonntagmorgen

Der Tag beginnt mit falschem Licht, das grell durch blasse Lider bricht. Die Zeit steht still im Glas von gestern, wo sich Staub und Geist verschwestern. Die Uhr tickt in die leere Luft, vorbei der Lärm, der nach mir ruft. Das Atmen fällt im Zimmer schwer, die Welt da draußen wirkt so leer. Doch während noch der Nebel zieht und leise durch das Dunkel sieht, der erste Rauch, der silbern glüht,...

Sich so nah sein

Sich so nah sein Sich so nah sein, dass man lieben kann Und so fern, dass jeder frei atmen kann, Das ist der Liebe tiefstes Geheimnis, Bewahrt uns vor dem Beziehungsriss. Immer ein wenig anders sein, Wissen um Dein und um Mein, Das erhält die Spannung aufrecht Und zeigt uns: Alles ist wahr und echt! Frau soll Frau bleiben, Mann auch Mann, Damit jeder sich ungehindert entfalten kann, Weil man aus...

Damit der Liebestaumel

Damit der Liebestaumel Damit der Liebestaumel ein wenig bleibt Und nicht ganz zum Stillstand kommt, Wenn die Nähe des Mannes leibt Und Liebe das Glück belohnt, Darf den Liebenden gelingen, Was Zärtlichkeit kann bringen. Nicht so einfach ist unser Liebessinnen, Wenn im Laufe von sehr vielen Jahren Man Veränderungen erlebt, am Bestimmen Des Gewohnten festhält mit weißen Haaren, Weil man das Altern...

Wenn die Sonne fehlt

Tage stehn in matter Trübheit, kein Sonnenstrahl, der mich erfreut, Stunden schleichen sacht und leise, nur Krähen ziehen ihre Kreise, weil man ihnen Futter streut, zum Überleben in der Winterzeit. Doch winterlich verhüllt sich die Welt in ein fahles, graues Kleid, so schwer erscheint sie weit und breit, ich sehne mich nach warmem Licht, die Seele hofft und zweifelt nicht - und weiß: Der Lenz...

Neustart

Nun beginnt ein neues Kapitel, neue Straße, neues Haus, neue Schule und Gesichter vom Flugzeug aus, sehe ich immer mehr Lichter. Gelandet, nun bin ich endlich da, der Neustart ist nun wirklich nah. Ich bin bereit und freu mich drauf, ein neuer Anfang kommt in meinen Lebenslauf. Der erste Schultag hat Spaß gemacht und ich habe viel gelacht. Ich lernte neue Gesichter kennen und kann mich schon gar...

Zauber der Februarnatur

Zauber der Februarnatur Jetzt werden morgens die Tage wieder heller Der Schnee an den Rändern taut auch schneller, Gar manches Blütenpflänzchen spitzt schon Und warten bereits auf seinen Sonnenlohn. So wird denn jedes Jahr wie durch ein Wunder Nach und nach alles in unseren Gärten bunter, Und was noch schützend von Schnee bedeckt, Das hat Licht längst zum Leben erweckt. Das ist der Zauber der...

Das Jahr steht auf

Das Jahr steht auf Das Jahr steht auf und ist erwacht, Noch laublos stehen unsere Bäume, Weil immer noch des Winters Macht Verhindert Blütenträume. Doch überall spitzen schon Halme, Sie räumen sich den Schnee leicht weg. Obgleich so mancher Schornstein qualme, Finden dennoch Jogger ihren Weg. Das Jahr steht auf, wärmt an mit Licht Die Hoffnung auf viel bessere Zeiten, Verdrängt Ängste vorm...

Hymne für Gisèle

Man tat dir an, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Schänder war der eigne Mann. Man schlich wie zu geheimem Fest, betäubte dich im Schutz der Nacht. Die Untat stand für jeden fest, und dennoch hat er mitgemacht. Doch du hast dich nicht still ergeben. Du hast das Schweigen hinterfragt, die 51 preisgegeben, der Scham den Wechsel...

Herzenslachen

Herzenslachen Lachen aus dem vollen Herzen, Das muss Jugend sein! Damit beginnt unser Scherzen, Weil die Seelen rein. Natürlich ist da kein Auslachen, Kein Verlachen, keine Häme, Wie das gern Intriganten machen, Womit man die Würde lähme. Herzenslachen erfreut Gegenüber Durch helle Augen, weiße Zähne, Will mir zeigen: „Schau‘ mein Lieber, Was hab‘ ich für eine Mähne!“ ©Hans Hartmut Karg 2026...

Lange bleibt sie

Lange bleibt sie Lange bleibt sie selten da, Dann hab‘ ich sie stets vermisst. In Gedanken ist sie mir nah, Weil sie doch mein Herzblatt ist! Ihre Jugend, diese Haut, Ihre sanften Mundwinkel Und, dass sie so gut gebaut Voller Würde, ohne Dünkel! Bald ist sie wieder präsent Mit der ganzen blonden Schönheit, Wie man das von Musen kennt – Ein Zartwesen und Lebensgeleit. ©Hans Hartmut Karg 2026...

Schlafpause

Aufgewacht unbewusst Zugedeckt weiterhin Liege da ohne Laut Dunkelheit atemlos Träumerei nicht bekannt Wirres Zeug Hand in Hand Mardersprünge übers Dach Fensterblick tiefblau schwarz Mondenschein trüb und kalt Nachbarsbaum schwankt im Wind Taubenpaar tief und fest Kautz im Wipfel Beutezug Letzter Gedanke frag ich mich Antwort gibt Morgenlicht

Herzsprung

Wäre kein Morgen mehr zu finden, lebte ich im Heute ganz, wär mein Sorgenmeer verschwunden, die Welt so klar, im reinen Glanz. Lebte fröhlich diesen Tag, mit Heiterkeit und freiem Denken, tun und lassen, unverzagt, nichts kann mich davon ablenken. Legt sich die Liebe sanft zu Füßen, klopft das Glück an meine Tür? Was wird mir das Leben versüßen, werd ich dankbar sein dafür? Schlendernd durch die...

Hommage an Dieter Rußler

Danke, Dieter — Stimme vor dem Tor, dein Ruf ging weit und klang im Chor. Wo Druck entstand und Gefahr sich ballte, warst du der Ruhepol, der Ordnung entfaltete. Mit sicherem Blick hast du die Kette geführt, laut nach vorn und zurück kommandiert. Wenn Flanken scharf durch den Strafraum zogen, bist du entschlossen den Bällen entgegengeflogen. In Helmbrechts’ Kasten, auf kämpferischem Feld, war...

Nachgesang

Die Spieluhr klingt, als wär‘ sie müd‘ vom Leben. Die Ballerina dreht sich leis im Raum. Sie wird niemals wie and’re Tänzer schweben. Das Schweben bleibt ihr unerreichter Traum. Ein feiner Staub legt sich auf ihre Kreise. Die Melodie wird leis‘, ein dünner Klang. Sie dreht sich stumm in immer gleicher Weise, als sei ihr Dasein nur noch Nachgesang. Dann stockt der Ton. Die kleine Feder bricht....

Männer wollen doch

Männer wollen doch Männer wollen doch starke Frauen, Die nicht wie Kletten an ihnen hängen, Sondern mit ihnen das Gute Leben aufbauen, Weil ZWEI sich dann erfolgreicher anstrengen. So kann ihr Leben sorgenfreier laufen, Jahresurlaube sind die Belohnung. Keiner muss sich mehr die Haare raufen, Denn Faulheit ist keine Schonung. Und weil die Liebenden arbeiten gehen, Wächst ihrem Vorbild ein feiner...

Auch Frauen müssen sich

Auch Frauen müssen sich Auch Frauen müssen sich selbst befreien Vom Joch unnötiger Abhängigkeiten, Gar gegen sinnlose Gewalt anschreien, Immer im Dienste eigener Freiheiten. Sie brauchen ihren eigenen Beruf, Erwirtschaften ihr persönliches Geld, Achten auf ihren sehr guten Ruf Und sind damit bestens aufgestellt. Dann können sie auch auf Augenhöhe Gesichert der Männerwelt begegnen Und erleben von...

Tagesrückblick

Nicht jeder Tag verläuft ganz glatt, am Abend bin ich oft schon matt, schau dann zurück auf manche Stunden, wie sehr ich rang und mich geschunden. Nun gibt Abendsonne sanft Geleit, die stille Nacht steht schon bereit, Erinn`rungen klingen leise nach, doch morgen wartet neu der Tag. Zufrieden geh ich nun zur Ruh`, und klapp das Tagebüchlein zu.

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