von Poeten für Poeten
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Der göttliche Funke
Hast du schon mal drüber nachgedacht, wie dich vieles, was dir über dich erzählt wurde geprägt hat – für dein ganzes Leben? Du dachtest, es wäre wahr… Stimmt das? Weißt du... Es haben schon viele versucht Kinder zu zeugen, es funktioniert mal, mal nicht. Zwei Menschen verbinden sich für diesen Moment und dann kommt er dazu, der „göttliche Funke“, oder wie auch immer du es nennen magst. Erst dann...
Ich sitz’ nur hier und starr’ dich an
Ich sitz' nur hier und starr' dich an. Ein glimmen in meinem Herzen. Um so länger ich dich anschau', umso mehr erglüht es. Schau ich dich an, so schaust du mich an. Die Blicke zweier Liebender entfachen ein Feuer lichterloh. Doch zeigt meine geringe Aktivität, ich bin des weltlichen Lebens nicht sonderlich froh. Denn ich sitz' nur hier und starr' dich an.
Jane Austens Befreiung
Jane Austens Befreiung Sie wusste, dass Denken und Fühlen Nicht eins sind bei den Geschlechtern, Gar Vernunft mit den tiefen Gefühlen Wenig ausrichtete bei Konventionswächtern. Was eine Frau annehmen kann und geben will, Kann bei wahrer Liebe nicht Machtgegenstand sein, Wenn tatsächlich BEIDER Glückseligkeit das Ziel: Ehrliche Bereitschaft allein zur Liebeswelt sollte sein. Sich zu binden dürfte...
Ein Akt der Liebe
Ein Akt der Liebe Ein Akt der Liebe kann wie eine Droge sein: Unablässig ruft er nach Wiederholung. Ist in den Nachzeiten dann allgemein, Dass über Lust die Seele in Erholung? Das ist auch wie bei einer Droge: Man weiß nie, ob in jedem Fall Der Nachhall tröstet wie die Glocke, Erwirkt den Freudenschall. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Warum
Meine Seele runzelt leise auf eine unwohlsame Weise. Ich muss mich einfach neu besinnen, um dem Abgrund zu entrinnen. Ich muss so manche Träume schreddern, mich nicht in Trugbildern verheddern. Ich muss die Welt von Nahem seh’n, um auch das Gute zu versteh’n. Warum fehlt mir die Leichtigkeit in dieser mir geschenkten Zeit?
Erinnerungssplitter
Als mein Blick bei dir stehen blieb, warst du mir sofort ein Zuhause, wo meine Unruhe ruhen durfte. Ich fühlte ein Ja, das nach einer langen Reise durch mehrere Leben angekommen war, Wir erkannten uns, ohne uns zu kennen, und wir wussten, wir waren uns schon einmal Schicksal.
Was der Abschied übrig lässt
Da ist noch kalter Kaffee in der Tasse. Dein Brot liegt auch noch angebissen da. Wie ich die Stelle, wo wir enden, hasse, wird mir in solchen Augenblicken klar. Im Bad wohnen noch Relikte deiner Nähe. Die Zahnbürste wird vergeblich auf dich warten. Wenn ich dein Bleiben künftig auch verschmähe, such' ich nach stillem Zeugnis ,all' den zarten Überbleibseln unserer Gewesenheit; mehr ist leider...
Für Vater
Hätt‘ dir so gern was Schönes noch gesagt vor deiner großen, langen Reise. Hätt‘ dich so manches gern gefragt, bevor du leise, so ganz leise den Abschied gabst. Dann warst du fort vielleicht an einem besseren Ort, wo alles einfach leichter ist, wo du ein Seelenvogel bist. Von Zeit zu Zeit ziehst du ganz leise vor meinem Fenster deine Kreise, weist mir den Weg, den ich noch geh‘, bis ich dich...
Alte Liebe
Die Liebe hat das Lodern verlernt, doch die Glut wärmt genau richtig. Die Jahre haben das Reden abgeschliffen wie Kiesel im Fluss, doch wir treiben im gleichen Wasser. Die Luft ist uns dünn geworden, doch wir atmen im gleichen Rhythmus. Die Erde nimmt uns langsam zurück, doch wir halten uns in Innigkeit verbunden.
Zwischen Gischt und Gesang
Der Sturm erwacht, die Wellen steigen. Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier. Blitze zucken wie zischende Peitschen. Der Salzwind schreit zornig über dir. Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen, die einstmals nicht nach Hause kamen. Der Wal richtete sie: die Kühnen und Harten für ihre dunklen Gräueltaten. Die Männer wurden zu Treibgut im Blau, das nun nicht mehr so stürmisch rau die Boote...
Schade um den Mond
Wir streiten uns in der Nacht. Worte blitzen auf. Zorn glüht nach. Keiner hört zu. Jeder hat recht. Über uns der Mond. Er wandert um den Teich, uns belauschend. Schade um den Mond, er lässt die Sterne so wunderschön tanzen; er legt einen magischen Glanz auf Dächer und Felder; er verstreut Silber auf den Straßen. Schade, dass wir ihn gerade jetzt nicht ansehen.
Container Terminal Altenwerder Morgens, 6:00 Uhr
Im Nebel wird umgeladen, sortiert, verschoben. Riesige Kräne, Giraffen aus Stahl, greifen ins Grau nach einem festen Takt. Fahrzeuge kreisen ameisengleich auf vorgegebenen Routen. Container rücken eng zusammen wie Schildkröten auf kaltem Beton. Alles ist in Bewegung. Alles wird gestapelt, versiegelt, nummeriert. Alles wird überwacht, verbucht, registriert. Träume, Wünsche, Sehnsüchte... Der...
Unter Sternen
Meine Seele findet Frieden unter Sternen, wo Lärm und Unrast wie im Traum vergeh’n. Mein Innerstes muss noch das Ruhen lernen. Die Zeit bleibt einfach ohne Regung steh’n. Gedanken lösen sich aus ihren Zwängen. Kein Ziel ruft meinen Namen laut. Ich fühl‘ kein innerliches Drängen. Hab‘ mich dem Himmel wortlos anvertraut. Ich stehe staunend vor der großen Weite. Ich bin nicht mehr auf Halt und...
Narben
Wir übersahen einander. Zu groß war der Abstand der Jahre, zu schmal mein Blick für deinen leisen Schmerz . Unsere Mutter, so unbeholfen in Zärtlichkeit, ließ dich oft ohne Trost, mit einem Maßband, das dir schon früh den Atem nahm. Ich sah dein Ringen, wie man Regen sieht. Man hört ihn, man geht trotzdem weiter. Nun ist deine Rüstung aus Eisregen gegossen, aus all den Wintern deiner Kindheit,...
Und während man mir sagte
Und während man mir sagte Und während man mir sagte, Die Welt wäre nur grausam und roh, Sah ich wieder zur Krippe hin, Wo nichts meine Seligkeit plagte. Das Kind lag auf frischem Stroh, Gedieh für menschnahen Lebenssinn, Welcher uns Frieden bringen konnte, Weil der Stern das Kind besonnte. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Menschliches Leben
Menschliches Leben Menschliches Leben spielt sich in engen Grenzen ab, Schon leichtes Fieber bringt den Organismus auf Trab. Auch wenn Luftdruckverhältnisse sich ändern, Gehören sie zu Befindlichkeitsschändern. Dabei versuchen wir immer hinauszuschieben Die Grenzen von Möglichkeiten, unsere Vorlieben, Uns allen gehören doch die lebendigen Zeiten, So lasst uns denn liebevoll Gegenwärtiges...
Im Vorraum des Glanzes
Wir rauchten einst den Nebel der Flucht, verloren im Schweigen der inneren Sucht. Heut trinken wir bitter, was gestern begann, vergessen als Trost, so gut man es nur kann. Wir drehen uns weiter im Karussell der Mode, getriebene Träumer im flackernden Code. Was glänzt, wird begehrt, was still ist, verliert, ein Spiel, das sich selbst immer neu inszeniert. Die Schickeria thront auf vergoldeten...
Gefangen
aufstehen und weitergehen leichter gesagt als getan ich versuch es immer wieder doch irgendwann fehlt auch mir der elan hab keine kraft mehr zu schweigen und still zu hoffen will wieder glücklich sein und lachen doch erst bei dir mit der tür ins haus krachen dir alles sagen was ich so lange unterdrückte jeden gedanken dir geben den ich einst für dich pflückte du sagst du verstehst und willst es...
Da wird nicht viel bleiben
Da wird nicht viel bleiben Da wird nicht viel bleiben, Wenn wir einmal weggehen, Denn wir sind ein Staubkorn nur, Während Wichtigtuereien hochtreiben, Nur auf die eigene Reputation sehen, Sich erheben, gegen Endlichkeit stur. Gar manche meinen, Dass sie unsterblich wären, So führen sie sich auch auf. Doch mehr Sein als Scheinen, Die eigene Bescheidenheit mehren Wäre besser für ihren...
Natürlich
Natürlich Natürlich folgt das Alter den Jahren Und nichts wird bleiben, wie es ist. Dem Sensenmann kann keiner wegfahren, Sehr eng und unwissend bleibt unsere Frist. Natürlich ist es die Endlichkeit, Hängt über uns wie ein Damoklesschwert Und schreckt manche Glückseligkeit, Unseren Lebenslauf, unseren Seelenwert. Doch wir sollten nicht immer nur dorthin sehen, Wo das Ende uns als Angst bedroht,...
Wenn die Erde wieder atmet
Vielleicht beginnt die neue Welt nicht dort, wo Macht die Regeln hält, nicht dort, wo Reichtum Mauern zieht, und jeder nur den Vorteil sieht. Vielleicht erwacht sie leis im Herzen, wo jeder spürt, was wirklich zählt – ein Leben ohne Siegesschmerzen, ein Morgen, das die Erde wählt. Wir warfen Nahrung fort wie Staub, verbrannten Wälder, stumm und taub. Wir häuften Dinge, leer und schwer, und...
Mehr müssen wir wieder
Mehr müssen wir wieder Mehr müssen wir wieder In Kulturwelten eintauchen, Denn Europas Lieder, Die werden wir brauchen. Das ist doch unser Pfund, Wuchern wir also damit, Dass im weiten Erdenrund Wir sittlich halten Schritt. Europa, bündle Deine Kraft, Kulturweiten und Philosophie, Weil man so sich jene Freiheit schafft Für neue Erfindungen und Genie. ©Hans Hartmut Karg 2026...
Was ist denn alles Geld?
Was ist denn alles Geld? Was ist denn alles Geld? Nur Machtfaktor, Tauschmittel, Oftmals auf Gier gestellt Für hortende Geizbüttel? Gibt es nicht Freiheit und Natur, Um Leben weiterhin zu schützen, Dazu viel Kunst, Musik, Kultur, Welche der Menschheit nützen? Was ist denn alles Geld? Ein arg zerbrechliches Ding! Wir brauchen diese Schöpferwelt, Dass künftiges Leben geling‘. ©Hans Hartmut Karg...
Liebende 2
Liebende 2 Ihre Hand streichelt die Wange, Stirn an Stirn, Nase an Nase, Zart die Aura SIE bespiele. Beide stehen so recht lange Abseits vom Trubel Ihrer Straße, Damit nur Nähe SIE umhülle. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Liebende 1
Liebende 1 Sonne bescheint Ihre Freuden, Ganz sind BEIDE sich ergeben, Sehen nur Ihrer Augen Nähe Fern von diesen vielen Leuten: Amor bringt Sie in sanftes Beben, Das niemals von Ihnen gehe. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Der Duft der Glut
Der Duft der Glut, er flammte auf in mir, ein Kreis aus Feuer zog mich hin zu dir. Von heißem Wunsch emporgerissen, verlor ich Halt in deinen Küssen. Ich sank hinab und immer weiter, die Funken stoben, wild und heißer und jede Flamme schlug empor, als trüge sie mein Wort hervor. Es brannte hell, es brannte wild, ein Feuer, das die Nacht erfüllt. Ein Ring aus Glut, der mich umschloss, bis ich die...
Das erste Licht
Ein neuer Tag beginnt, noch unberührt und weit, der frühe Wind verweht den Staub der Dunkelheit. Stille füllt den Glanz, die Welt hält den Atem an, weil im hellen Schein das Werden neu begann. Das Gold der Sonne bricht sich sacht im kalten Glas, ein Funkeln fängt sich fern im nassgeschmiegten Gras. Gesegnet sei die Kraft, die jeden Keim erhebt und leise durch die Zeit ihr stilles Muster webt....
Schlangenreim
Schlangen drängeln Schlangen züngeln Schlangen klappern Schlangen Nattern Schlangen lispeln Schlangen kringeln Schlangen springen Schlangen dringen Schlangen häuten Schlangen erbeuten Schlangenleder Schlangenfeder Schlangen schlingen Schlangen bezwingen Schlangen gedrungen Schlangen ringen Schlangengruben Schlangen graben Schlangeneier Schlangenadler Schlangen spreizen Schlangen beißen Schlangen...
Liegende 2
Liegende 2 Lang liegt sie vor ihm hingestreckt, Geheimnisvoll und doch vertraut, Den Kopf gelegt auf ihre Hand. Was hat sie für heut‘ ausgeheckt, Wenn sie so keck zu ihm hinschaut? Bringt sie ihn gar um den Verstand? ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Liegende 1
Liegende 1 Gestützt auf ihren schlanken Arm Liegt sie mit diesem sanften, roten Mund Erwartungsvoll, die Augen fern, Doch zeigt sie damit ganzen Charme Und gibt mit ihrer Schönheit kund: „Komm‘ her, ich hab‘ Dich wirklich gern.“ ©Hans Hartmut Karg 2026 *
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