von Poeten für Poeten

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Sehnen

Ich ziehe rastlos durch die Welt, ohne Ziel und ohne Geld, mein Leben ist so öd und leer, ich finde keine Liebe mehr. Die Wege führ`n durch Feld und Wald, ich bin so traurig, mir ist kalt, durch den Tann erspäht mein Blick das Wild, ein Augenblick, der leise stillt. Ach, ihr hohen alten Bäume, die ihr steht auf weiter Flur, könntet ihr nur ahnen, meine stille Sehnsucht – meine Spur. Und die...

Propagandafrei

Schlagt die Hunde tot, die euch in diesen Krieg gehetzt. Und die Völker sind glücklich und frei und auch hier ist Propaganda dabei Hebt getrost euren rechten Arm Schlagt eure Versen zusammen. Ruft laut den Gruß verheißen hier im Land. Und auch hier ist Propaganda dabei Arbeitet mehr, arbeite für dein Land! Ausländer kehrt heim! links, rechts, links, rechts, Militär fürs Vaterland. Und auch hier...

Die Himmelsmacht

Die Himmelsmacht Man glaubt daran selbst nicht, Bis das Glück dann zuschlägt – Aus heiterem Himmel gefallen. Da ist dieses schöne Gesicht Mit jenem Zauber, der trägt: Er lässt Glocken erschallen… Liebe bleibt die Himmelsmacht, An die jener gut glauben kann, Der sie erlebt, nicht erlitten. Sie befreit von finsterer Nacht, Von Ängsten, Nöten, vom Wahn, Als wäre alle Welt zerstritten. Die...

“Ich mag Dich sehr!”

„Ich mag Dich sehr!“ Gar oft spüren Liebende, Dass sie sich sehr mögen, Ohne einander nicht sein können, Denn sie sind wie Getriebene, Welche sich zur Aura legen, Wo sie aneinander sich gewöhnen. Eigentlich brauchen sie keine Botschaft, Mit der ihnen letzte Gewissheit zufliegt, Dass ihr Liebe weiterhin darf reifen. „Ich mag Dich sehr!“ – Das schafft Gefühle, in denen Stärke liegt, Lässt sie nach...

Tierfarben

Weiß Kranich Schwarz Orca Blau Tölpel Braun Rothirsch Grün Laubfrosch Rot Buntspecht Beige Viper Orange Tiger Rosa Mantis Lila Kolibri Grünbraun Agame Rotbraun Rostkatze Gelb Salamander Grau Nebelparder

Erziehungsnot heute

Erziehungsnot heute Je mehr wir Ereignisse nur noch aufschreiben, Desto weniger kommen wir zum Erziehen, Weil Vorschriften dann Wildwuchs treiben, Mit denen wir uns nicht um Jugend bemühen. Junge Menschen brauchen Bezug und Grenzen, Anregung, Begleitung mit präsentem Willen, Damit sie später als Erwachsene glänzen Und den Hunger nach Neugierde selber stillen. Doch wo Lehrkräfte nur noch...

Im Alter fällt

Im Alter fällt Im Alter fällt mancher ohne Glück Auf seine Erinnerungen zurück. Er weiß gar nicht, ob er geniert, Wenn er sich nur dorthin verführt. Ist’s nicht der Lebewesen Ziel, Nach vorne schauen, mit Gefühl Sich auf das Neue einzulassen, Den Stier bei den Hörnern fassen? Ein Alter kennt seine Erbmassen, Die ihn nicht gern in Ruhe lassen, Doch wenn er schauend weiter sitzt, Bleibt auch sein...

Herzraub

Der Kindheit Trug ist längst verraucht, In graue Klüfte abgrundtief getaucht. Doch ob der Lenz auch flieht in Hast, Mein Herz trägt all die Flammenlast! Die Nächte eisig, starr und blind, Wie heult um mich der kalte Winde. Mein Sehnen schreit nach deiner Gunst, Verzehrt im Wirbel purpurroter Lust. Und schlägt das Schicksal auf mich ein, Soll dein lieber Blick mein Anker sein. Ein Funke nur, der...

Mein Ziel

Jugendbilder, verflogen wie die Zeit, Mein Wunsch brennt immer noch ganz leicht. Dort drinnen, wo einst Feuer tobte nicht, Vielleicht erstrahlt bald neues Hoffnungslicht. Wenn dein Lächeln mir Gefühl erweckt, Mein Herz in Flammen neu den Weg entdeckt. Und Liebe wacht in Gottes Auge mild, Dann kann ich’s kaum erwarten, herzerfüllt. Oh weh, die Nächte kalt und schwer, Mein Sehnen brennt und drängt...

Das Wesen der Fische

In tiefen Gewässern, wo Licht sich bricht, bewahren zwei Seelen ihr eigenes Gesicht. Sie schwimmen im Kreis, mal hierhin, mal dort, und finden im Träumerischen ihren Ort. Einfühlsam erspüren sie fremdes Leid, empfänglich für Schwingungen fern jeder Zeit. Doch was sie so gütig und mitfühlend macht, hat sie oft um klare Entschlüsse gebracht. Unentschlossen gleiten sie durch die Flut, weil in...

Efeulaube

Traurig sieht sie heute aus, meine Laube dort am Teich, hart getroffen vom Sturmgebraus, der war weder mild noch weich. Noch gestern warst du frisch und grün, heut sind die Blätter welk gefallen, der Nachtfrost ließ dich bitter spür`n, dein Saft kam nicht mehr recht ins Wallen. Dein Blätterschmuck war nur geliehen, wie auch die stillen Träumereien, sie durften einen Sommer blühen, bis Winter...

Protest

Verärgert steht die Kuh im Stall und hört ganz laut und überall bei Tag und Nacht zu allen Zeiten, wie Menschen böse sich zerstreiten Sie sieht die heißen Köpfe rauchen, den Namen, den sie hat missbrauchen. Sie schmiedet einen Racheplan und nennt dann diesen Rinderwahn. Und auch das Schwein, die Gans, das Huhn sind nicht erbaut vom Menschentun erfinden, quasi als Protest die Schweine- und...

Im Ruhestand

Im Ruhestand Wie wunderbar, noch etwas zu chillen, Ein wenig länger im Bett auszuruh’n Und sich durch nichts stressen zu lassen, Ganz frei leben nach eigenem Willen, Denn es bleibt jetzt ja wenig zu tun, Sich nur mit wenigen Käufen befassen. Vielleicht Latte Macchiato trinken, Ein wenig durch Verkaufsräume gehen Und einen alten Freund begrüßen, Der hübschen Verkäuferin zuwinken, Nach neuen...

Es gibt nichts

Es gibt nichts Es gibt nichts Herrlicheres, Als eine wunderschöne Frau, Die mit ihrer Aura Herzklopfen Verursacht, Begehrlicheres Auslösen kann, um punktgenau An einer Männerseele anzuklopfen. Schönheit sollten wir nicht neiden, Sie entspringt vollkommenem Wesen, Das ohne Zutun ausstrahlt und wirkt. Lasst Sinne und Augen daran weiden, Weiblichkeit bei ihrer Person auslesen, Die uns als...

Die Lektion der Nacht

Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an, spielt mit dem Glas, ihr Lachen rinnt wie edler Wein. Die Welt wird hell, du hast viel...

Holz

Wie lange braucht ein Baum um zu wachsen und groß zu werden? Ungefähr so lange wie ein Menschenleben, je nachdem. Vom Samen, zum kleinen Pflänzchen, zum Bäumchen, zum Baum… Was erlebt er alles? Wärme, Kälte, Sonne, Regen, Sturm, Hagel, Wassernot, Hitze und vieles mehr. Davonlaufen kann er nicht. Entweder er übersteht es, oder er stirbt… Er verliert vielleicht Äste, Nadeln, Blätter, je nachdem…...

Wir trauen uns halt mehr zu

Wir trauen uns halt mehr zu Da schlafen sie grundsätzlich nackt Und meinen, noch Fünfzehn zu sein. Doch wenn ein Infekt sie packt, Werfen sie Antibiotika ein. Leider ist man mit Einundfünfzig nicht mehr Fünfzehn, Das Immunsystem macht manches Mal schlapp, Aber man meint immer noch auf eigene Jugend zu seh’n: Geht bei mir wirklich die Post denn noch ab? Wir trauen uns halt mehr zu, Als wir...

Hast Du gesehen

„Hast Du gesehen, …“ „Hast Du gesehen, die fahren glatt Nur ein Stockwerk hoch mit dem Aufzug, Sind so dick und bewegen sich statt Ohne Treppensteigen! Selbstbetrug!“ Ein wenig Lästern gehört schon dazu, Sich über Hotelgäste mokieren, Nur dann gibt inneres Teufelchen Ruh‘, Man darf ja Überlegenheit spüren… Mitmenschen nicht in Ruhe lassen Ist das Ziel von manchem Teufelsbraten. Würden wir uns...

Es ist zu spät

Wir kannten uns vor langer Zeit, wollten geh`n durch dick und dünn, doch andere Wege wies das Leben, ließ uns plötzlich auseinandergehen, und vom Kirchturm hallt der Glockenklang. Mein Freund – nun ist es viel zu spät, die Zeit heilt nicht, sie deckt nur zu, ein Blick von Dir vor langer Zeit, und weinen würd` jetzt nicht die Einsamkeit.

eva und adam

paradieslicht tanzt zwischen den zweigen lockt den blick über die grenze ach, verbotene sehnsucht schlangenbiss küsst schlafende neugier wach schon liegt die frucht in beiden händen süß schmeckt das wissen herb die erkenntnis scham wendet die augen weg böses erwachen nichts gutes mehr bedecken bedecken was geschah ich nicht du nein sie das paradies vorbei die sehnsucht...

“Bleib’ doch liegen!”

„Bleib‘ doch liegen!“ Warum denn aufstehen, Wenn man liegen kann? Warum gar sandeln, Wenn müde der Mann? Ach die Liebste Kennt das zu genau, Denn sie ist ja Eine starke Frau: „Bleib‘ doch liegen!“ Ruft sie ihm zu: „Wenn Du aufstehst, Mehrt das die Unruh‘!“ ©Hans Hartmut Karg 2026 *

“Ein wenig Luxus …”

„Ein wenig Luxus …“ „Ein wenig Luxus muss sein,“ Meinte sie und schaltete die Heizung ein. Danach wurde es wohlig warm, Sie kuschelte sich in seinen starken Arm. Natürlich wusste sie ganz genau, Denn Sie war eine intelligente Frau: All das, was wir heute verschwenden, Wird in Zukunft als Energie auch enden. Danach senkte sie doch die Heizung ab Des nachts, denn auch ihr Gut und Hab‘ Ist ja...

Fetzn

Verweichlicht, ängstlich und verkopft. Alles in einem Topf! Große Stadt, fern der Natur! In meinem Körper sein, das ist jetzt meine täglich Kur. Mutig sein, auch wenn du es nicht bist! Für mich, für andere. Eins ist gewiss! Das Land, die Leute, die Fülle der Natur, bringen auch mich wieder dorthin, wo ich sein will. Dank dem Ursprung. Sprung! Zurück zu meiner Natur! Julia...

Unbezwingbar

Ich habe meine Feder gezückt, Gedanken aus der Warteschlange gefischt. Erinnerst du dich an jenen Moment, als unsre Blicke sich duellierten? Ein stummer Schrei aus zwei Herzen, eine Fusion aus Tausendundeiner Nacht. Wären wir ins Feuer gegangen, wir wären darin geschmolzen. Dein Atem, der Takt meines Herzschlags, in Resonanz, wie Spiegel, die einander ohne Worte erkennen. Gemeinsam die Welt...

Meisterstück

Wenn du die Bühne betrittst, kleines Mädchen, mit der roten Schleife im Haar – mit aufspringendem Siegel wie aus der Werkstatt einer gotischen Sonne, und den Tanzschuhen, die klingen wie ferne Hufe auf dem Pflaster einer alten Königsstadt, da neigt sich selbst der Atem der Menge. Dein Antlitz, erst Grimasse, keck und kühn, ist vergleichbar mit dem Spiel eines Hofnarren im Saal des Kaisers, doch...

Winter

Der Frost berührt die Haut so sacht, Die Lippen bleichen blau bei Nacht. Die Schritte weichen, alles ruht, Vergeht die Welt, so wie sie tut. Wenn alles schläft, der Winter schreibt, Und alles friert von Zweig zu Zweig. Ganz tief im Innern scheint ein Licht, Das warme Herz, das nie zerbricht. © Marcel Strömer [Magdeburg, 17.02.2026]

Die Krähenkönigin

Sie kreist im weiten, grauen Rund, ein Schatten über stillem Land. Sie braucht nicht jenen bunten Prunk, der nur im grellen Licht bestand. Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt, trägt Glanz in tiefem Purpurschein. Wenn sie den Schwingenschlag erhebt, steht sie im Frost und Sturm allein. Wo andre vor dem Winter fliehen, bleibt sie der Heimat treu bekannt. Ihr Ruf mag rau in uns erklingen, doch spricht...

Sonntagmorgen

Der Tag beginnt mit falschem Licht, das grell durch blasse Lider bricht. Die Zeit steht still im Glas von gestern, wo sich Staub und Geist verschwestern. Die Uhr tickt in die leere Luft, vorbei der Lärm, der nach mir ruft. Das Atmen fällt im Zimmer schwer, die Welt da draußen wirkt so leer. Doch während noch der Nebel zieht und leise durch das Dunkel sieht, der erste Rauch, der silbern glüht,...

Sich so nah sein

Sich so nah sein Sich so nah sein, dass man lieben kann Und so fern, dass jeder frei atmen kann, Das ist der Liebe tiefstes Geheimnis, Bewahrt uns vor dem Beziehungsriss. Immer ein wenig anders sein, Wissen um Dein und um Mein, Das erhält die Spannung aufrecht Und zeigt uns: Alles ist wahr und echt! Frau soll Frau bleiben, Mann auch Mann, Damit jeder sich ungehindert entfalten kann, Weil man aus...

Damit der Liebestaumel

Damit der Liebestaumel Damit der Liebestaumel ein wenig bleibt Und nicht ganz zum Stillstand kommt, Wenn die Nähe des Mannes leibt Und Liebe das Glück belohnt, Darf den Liebenden gelingen, Was Zärtlichkeit kann bringen. Nicht so einfach ist unser Liebessinnen, Wenn im Laufe von sehr vielen Jahren Man Veränderungen erlebt, am Bestimmen Des Gewohnten festhält mit weißen Haaren, Weil man das Altern...

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