von Poeten für Poeten

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Du wusstest es

Als ich dich sah, verstummte mir das Wort, als hätte sich die Zeit in dir verdichtet. Ein Augenaufschlag: ich ergab mich dir sofort. Du hast mein Herz mit deinem Blick belichtet. Ich stand und wusste nicht mehr, wer ich war, nur dass dein Blick mich durch und durch erkannte. So nah warst du, und doch so sonderbar, als wärst du der, den ich schon immer kannte. Du lächeltest, als hättest du’s...

Goldene Schatten

Geld rinnt wie Wasser durch die Hand, glänzt einen Augenblick – wird Sand. Es lockt mit Träumen, schrill und grell, doch bleibt im Kern nur flüchtig, schnell. Man jagt ihm nach, verliert die Spur, vertauscht die Freiheit gegen die Uhr. Das Konto wächst, das Herz wird klein – wie kann Besitz nur Befreiung sein? Die Welt erklingt im Münzenklang, ein kurzer, greller Siegesgesang. Wer steht im Glanz...

Worte weinen

Immerzu muss ich Worte weinen, als ob meine Zunge nur Salz gebiert. Ich kann Betrübnis nicht verneinen, weil sie in mir zu laut vibriert. Sätze fall’n wie aus Wunden. Ich sammle sie mit meinem Blick. In all den schweren, grauen Stunden empfinde ich kein Lebensglück. Ich rede, bis die Stimme bricht. Doch rettet dies mich leider nicht.

Warten auf den Morgenwind

Am ersten Hauch des Tages stand ich am stillen Meer. Die Nacht verließ ihr dunkles Lager, und ihre Last war nicht mehr schwer. Ich warte auf den neuen Himmel, auf Wege, die noch unbenannt, auf Wellenlicht, das neu nun schimmert und Sonne, die mich wiederfand. Spürst du, wie sich die Welt erhebt, wenn leise Frühling in uns brennt, wenn jede Stunde, die vergeht, uns näher an den Aufbruch lenkt?...

Hände im Zwielicht

Ich träumte Nächte voller Klang, von Stimmen, laut und lebenslang. Doch draußen hör ich Schritte gehen, die Straßen beben, Städte stehen. Die Nachrichten verkünden: „Alles gut“, doch irgendwo noch brennt die Glut. Zu viele Menschen, leer und kalt, die Seele sucht nach festem Halt. Dies ist das Land aus Licht und Schatten, wo wir uns selbst zu tragen hatten. Dies sind die Hände, die wir heben, um...

Der Schwan

Ein Schwan, so glänzend und so weiß, schwimmt friedlich auf dem blauen See umher. Ziellos wirkend schwimmt er stets im Kreis, nichts Böses ahnend scheint sein Blick so leer. Doch plötzlich steht ein Wüterich am See, sein kaltes Herz so falsch wie sein Verstand. Nun packt die Wut ihn mehr denn je, er findet einen Stein im weißen Sand. Mit kalter Seel‘ und kaltem Blick, ergreift er mit der Hand...

Durch Pech und Schwefel

Durch Pech und Schwefel Schon so viele Menschengenerationen Mussten durch Pech und Schwefel gehen. Dabei wollten sie die Erde doch nur bewohnen Und zu ihren Familien, ihren Liebsten stehen. Denn die vielen schlimmen Kriegstreiber Zerstörten ihre Sehnsüchte, ihre Räume: Der Sensenmann wurde Todesschreiber, Er vernichtete Lebensläufe und Träume. Doch auch schwarzes Pech, gelber Schwefel Kommen...

Ukraine

Ukraine Wir Menschen werden zusammenbleiben, Uns weiterhin Liebesbotschaften schreiben. Wir werden dereinst wieder dort wohnen, Wo das Land frei ist von Raketen, Drohnen. Irgendwann wird der Spuk zu Ende sein, Der bisher nur Leid trägt ins Land hinein, Denn alles, was uns trennt und bedroht, Sind viele Ängste, Hunger, Nöte und Tod. Dann erstrahlen wieder gelb die Getreidefelder, In frischem Grün...

Liebe

...vielleicht ist Liebe etwas ganz anderes, als wir glauben. Wir haben Bilder. Gedanken, Gefühle, Vorstellungen, so vieles… Vielleicht ist es aber einfach Liebe… Frei... Einfach ein Spüren, erinnern an den göttlichen Funken der in der Sekunde unserer Entstehung in uns zu brennen anfing… Vielleicht ist es diese Energie an die wir erinnert werden, wenn wir jemandem in die Augen schauen, wenn wir...

Zwischen Tag und Traum

An diesem reich durchsonnten Tag ziehen meine Gedanken auf Wanderschaft. Die Stunden gleiten mir durch die Finger wie Sand. Die Welt trägt heute ein warmes Blau; sie löst die Schwere aus meinem Denken. So werde ich leicht zwischen Wachen und Schweben. In meinem Kopf öffnen sich Türen, die ins Wasser führen. Dort treiben Andenken, ein Lachen von früher und der Geruch von Sommer. Die Wirklichkeit...

Zwischenräume

Ich sammle Sekunden aus rostigen Uhren Und lege sie still in die Taschen der Nacht Die Straßen sind leer, doch sie flüstern mir Routen Weil Stille hier wieder zu Wegen erwacht Ich habe gelernt, wie man Brüche verschweigt Und wie man aus Rissen ein Fenster sich baut Doch wenn man zu lange nur innerlich steigt Wird selbst der Horizont unerquicklich laut Zwischen den Worten, die keiner mehr sagt...

Gar mancher glückliche Mann

Gar mancher glückliche Mann Gar mancher glückliche Mann Hat immer schon Bestes getan, Indem er auf die Liebste zählte, Die er sich schon lange erwählte. Für Körper, Geist, Seele zuständig Zeigt sie sich allzeit verständig, Wenn er In- und Aushäusigkeit gewollt Und er dann bei Ihr sich wieder erholt. Der andere Mann, er hat’s schwerer, Selbst wenn er ein Seelenlehrer, Denn für jede der drei...

Musen

Musen Sehr zugewandt, kostenfrei und ehrenvoll Können Musen ihren Dichter begleiten, Denn sie finden ihn uneingeschränkt toll, Wollen gern sein Schöpfertum weiten. Weil sie seine Interessen beschützen, Sind sie für immer und jederzeit da, Spüren, um seinem Gemüt zu nützen, Trotz Ferne, dass sie im Netz ihm nah. Mit ihrem sanftmütigen Musenkuss Geben sie ihm Rückmeldung und Halt, Entbieten ihm...

Schatten im Glanz

Der Asphalt atmet die kalte Nacht, während die Stadt im Lichte erwacht. Ein Schatten kauert stumm im Wind, wo alle Hoffnungen verloschen sind. Sie bittet leise nur um ein Wort, doch jeder scheucht sie wieder fort. Man hastet weiter, den Blick verbrannt, als hätte man sie nie gekannt. Das Fenster glänzt im warmen Schein, man lädt sich Wärme und Freunde ein. Der Kaffee dampft, die Zeitung liegt,...

Frühling

Weißt du, wie der Frühling ist? Das Land lässt er erwachen. Er setzt dem Winter eine Frist, und jagt ihn fort mit Lachen. Weißt du, was der Frühling macht? Er lässt die Bächlein fließen. Er kommt von fern, so weich und sacht, Dank ihm die Blümlein sprießen. Weißt du, was der Frühling will? Er möcht‘ die Tierlein wecken. Im Winter war es trist und still, Dies will er nun...

Winter 2

Wind singt munter in frostgeeisten Wipfeln beißt in die Backe au! Vorsichtig knirschen Schritte des einsamen Wanderers Spuren in gefrorenem Schnee Nachhause Hinter Eisblumenfenstern träumt man sich warm mit knospenden duftenden Frühlingsbildern Sehnsucht Vorsichtig blitzen Sonnenstrahlen aus dunklen Wolken Diamantenglitzer aufs weiße Land Segen

Vergessen wird oftmals

Vergessen wird oftmals Vergessen wird oftmals des Dichters Wunsch, Neben seiner überaus innig geliebten Frau Auch noch eine eigene Muse zu haben. Dazu braucht es weder Feier noch Punsch, Doch sollte sie für ihn dann passgenau Inspiration sein für seine Gaben. Sie lebt seine schönsten Dichterfreuden mit, Bestärkt ihn durch Herzchen, Wahrnehmung, Weil sie zeigt, dass sie ihn wirklich mag, Mit ihm...

Nicht jede Frau

Nicht jede Frau Nicht jede Frau findet sich gern dort ein, Wo ein Mann nach seiner Muse sucht, Denn sie erkennt für sich ganz allein, Ob da nicht jemand nur in Egosucht. Er braucht ja jemand, der ihm bedeutet, Dass er tatsächlich Großartiges kann, Womit er seine Netzpräsenz einläutet, Dennoch bleibt ein liebender Mann. Ohne die Frau als Muse, die ihn bestärkt, Endlich zu sich selbst zu finden,...

Einseitige Liebe

Vermisst du mich? So sehr wie ich dich? Wie kann man sich nach einer Person sehnen, die man garnicht richtig kannte? Meine Augen suchen nach dir, in deinen bin ich einzig und allein eine große Schande. Wieso bin ich dafür verantwortlich, dass unsere Bindung besteht? Ich brauche einen Vater, einen Vater der mich versteht. Mit dir zu sprechen ist und bleibt für mich unvorstellbar, doch ist das...

Mein Herz

Mein Herz, es verletzt mich. Es pocht, doch es liebt nicht. Es schlägt, doch es fühlt nichts. Es ist kalt, obwohl es in mir brennt. Es lässt Blut durch meinen Körper strömen, lässt mich nach Wissen streben, es hält mich am leben. Ohne mein Herz, würde mein Körper mir nichts taugen. Funktionslos, wertlos wäre ich. Was würde ich bloß ohne mein Herz tun? Ich liebte es, dich so zu nennen. Denn ihr...

Die Narbe die ständig blutet

Ich weiß und verstehe nicht, wieso du mir jedes Mal in den Sinn kommst. Sind es die unausgesprochenen Worte oder die Sehnsucht nach deiner Liebe die ich verspüre, die ständig an meinem Leib kratzen? Ich versuche mich in deine Lage hineinzuversetzen. Die Fehler bei mir zu suchen, deine Gefühlslage zu verstehen. Jedoch bezweifle ich, dass du diese Gefühle besitzt, um die ich mir so Gedanken mache....

Meine Gefühle dir gegenüber, schmecken salzig

Ich habe genug Schmerzen ertragen müssen mit dem ersten Fehltritt eines Vaters in meinem Leben. Ich dachte du wärst ein Mittel zur kompensierung meiner Trauer. Ein Geschenk Gottes als Entschuldigung für die vaterlose Kindheit die ich hatte. Ich wollte nichts. Weder Geld noch irgendwas anderes. Ist Liebe und Geborgenheit denn zu viel verlangt? Ich habe bloß eine Wunde in mir. Bloß eine einzige....

Für jede Träne

Ich habe deine Abwesenheit überlebt. Deine passive Haltung mir gegenüber. Die schlaflosen Nächte wegen dir. Das ständige Gefühl, nicht genug zu sein, dir nicht wichtig zu sein. Die endlosen Streitigkeiten. All das habe ich überlebt. Und dennoch lebe ich in ständiger Trauer. Nicht um dich, sondern um das, was hätte sein können, wenn du auch nur das Nötigste gegeben hättest. Ich verlange wirklich...

Bitte treten Sie ein

Bitte treten Sie ein in das Innere meiner Gedichte. Von außen sind sie nur dunkle Scheiben, bemalt mit Andeutungen, Schatten und einem Licht, das sich nicht verrät. Wer nur vorbeigeht, sieht nichts als Glas. Vielleicht ein Muster, vielleicht auch nur Staub. Doch wer stehen bleibt, spürt, hier ist etwas, das Geduld fordert. Man muss sich einlassen, nicht greifen, den Drang zur Deutung dämpfen....

Der Preis fürs Bleiben

Die Zeit spinnt dich allmählich ein zum späteren Verzehr. Im Kokon bist du ganz allein, das Atmen fällt dir schwer. An ganz besonders dunklen Tagen füllt sich dein Herz mit Unbehagen. Du hörst die Welt nur wie von fern. Hier lebst du nicht so richtig gern. Und irgendwann, ganz still und leis‘ geht etwas in dir aus. Bequem warst du, zu hoch der Preis. Hier kommst du nicht mehr...

Kreuz mit Quer

Der Quereinsteiger stets willkommen Bringt frischen Wind in alle Sparten Von Finanzbranche bis Gemüsebeet Zu finden überall querbeet In Mathematik etwa sehr Man denkt abstrakt und auch verquer So bildet man ein Querprodukt Ganz ungeniert nicht weggeduckt Die schönen Künste im Querformat Zeigen Vielfalt machen den Spagat Von Malerei bis zur Musik Von Querflöte bis Kupferstich Den Menschen trifft...

Eindeutige Botschaft

Eindeutige Botschaft Du hast doch alles, was Du brauchst, Auch lebst Du kürzer, wenn Du rauchst, Stirbst früher, wenn Du Alkohol trinkst Und ständig neue Drogen nimmst, Denn jener Mensch, er scheitert kläglich, Wenn ihm die Liebe unerträglich. ©Hans Hartmut Karg 2026 *

Was soll ich sagen

Was soll ich sagen Im Zuge wachsender Influenzerflut Braucht der kleine Nutzer den ganzen Mut, Um nicht auch noch selbst dazu zu stoßen, Er sich lieber erfreut an Natur, den Rosen. Was soll ich sagen, wie’s Dir erklären? Wenn alle miteinander befreundet wären Und nicht immer nur in Scrollersklaverei, Gäbe es diese tragfähigere Liebelei. Als Freund kann ich Dir deshalb sagen: Du solltest Dich...

Träume

Manchmal haben Träume Flügel und sie fliegen uns davon. Manchmal haben Träume Flügel und sie kehren wieder zu uns zurück. Manchmal haben Träume Flügel und wir dürfen mit ihnen auf Reisen gehen. © A. Namer

Rendevous mit mir selbst

Für dich hab‘ ich mich schön gemacht. Ich komme pünktlich, setze mich mir gegenüber, bestelle nichts Großes, ein Glas Stille, vielleicht. Ich unterhalte mich mit mir selbst. Ich höre mir zu. Wir haben Zeit. Ich lächle, weil ich mich wiederfinde. Für einen Moment bin ich nicht allein, sondern bei mir.

Das Poetenpodium

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