von Poeten für Poeten

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Die Architekten des Glücks

Sie saßen am Tisch mit Plan und Strategie, doch an den Spieler dachten sie nie. Er war ihr Motor, der Sieg in der Hand, das Ticket für sie in ein höheres Land. Den Aufstieg vor Augen, den Ruhm im Visier, planten sie kühn und großspurig beim Bier. Dass er ein Angebot aus der Ferne besaß, war ihren Entwürfen ein bitterer Fraß. So webten sie Netze aus Druck und aus Pflicht und gaben dem Jungen kein...

Mach mal Pause

Lass` die Seele einfach baumeln, und die Füße stille steh`n, gib dich hin dem sel`gen Taumel, morgen wird`s schon weitergeh`n. Halt die Lebens-Uhr mal an, welch wundervolle Illusion, die Ruhe zieht dich in den Bann, doch alles ist eine Vision. Wir haben Rechte und auch Pflichten, die uns das Leben abverlangt, lass` uns alles richtig wichten, sodass die Seele nicht erkrankt. Jeder möchte mal...

Vielleicht

Ich sammle mich - und verliere mich zugleich. Mein ganzes ‘zu viel‘ steckt in jedem ‘vielleicht‘.

Ohne Anschrift

In einer Flasche treiben Verse ohne Anschrift. Die Nacht umschließt die Schrift mit salzigem Schweigen. Auf wogender Zunge trägt die See die suchenden Worte. Sie hören das ferne Flüstern der Küsten. Und irgendwo liest eine fremde Hand die Einsamkeit zu Ende.

Schutzengel

Du standst bereits am Fuße meiner Wiege und warst bei mir auf allen meinen Wegen. Du streckst mir deine warme Hand entgegen, wenn ich dem Schmerz zu sehr erliege. Du willst mich durch dunkle Tage treu begleiten, Du willst mir niemals von der Seite weichen. Du willst mir deinen starken Arm stets reichen und bist mir Freund in allen schweren Zeiten. Du hast mich oft aus Not errettet, wenn ich...

Was ist Heimat?

Was ist Heimat? Ist es Stolz dem Vaterland? Ein abgegrenztes Stück Erde, abgegrenzt von Menschenhand. Was ist ein Bruder, eine Schwester? Ist es ein Mensch mit gleichem Blut? Ein Vertrauter, eine Freundin, Eine Familie ausgesucht. Was ist Freiheit? Was ist Leben? Was ist richtig, was ist falsch? Was ist eine wahre Liebe? Was ist Politik? Was sind Abgaben, Versicherungen, Steuern Ich weiß nur,...

Wie leicht ist

Wie leicht ist Wie leicht ist es, im Vorauswissen Der Liebe in sich nachzuspüren, Fahnen des Verlangens hissen Und zärtlich still Worte führen? Wie schwer ist es dann doch, Die alten Erinnerungen zuzulassen Mit Vergleichen, die als schweres Joch Verhindern, um jetzt Mut zu fassen? Leichter fällt uns das stete Wähnen Mit Nähe, Blicken und Einfühlen, Wenn voll noch sind die Haarsträhnen Und wir...

Was hilft es

Was hilft es Was hilft es, wenn ich weine, Wenn ich mutterseelenalleine Hier stehe und kann nicht weiter, Weil Du nicht mein Begleiter? Gemeinsam sind wir lange gegangen, Haben uns mit herrlichem Verlangen Auch durch Dick und Dünn gequält Und dann die Trennung frei gewählt. Und doch: Nach diesem letzten Mai: Ist denn wirklich schon alles vorbei? Wir können BEIDE es nicht glauben! Willst Du ein...

Kreise der Macht

Man sagt, dass Gold stets hell erglänzt und wahres Glück sich nie begrenzt. Doch hinter all den stolzen Fassaden lag früher wie heute derselbe Schaden. Die Systeme wandeln sich, Namen fliehen, doch Macht wird weiter Kreise ziehen. Der Gierige greift nach dem, was er braucht, während die Ehrlichkeit langsam verraucht. Es gab schon immer jene Hand, die Grenzen zog durchs weite Land. Und jene, die...

Mehr Farbe

Auf dem Regenbogen finden wir uns wieder in einem federleichten Farbenmeer. Die Welt dort unten wird für uns viel leiser, als käme sie aus weiter Ferne her. Wir ruhen über all‘ den grauen Tagen. Nichts muss heut‘ Sinn sein. Nichts ist Maß. Kein Leben, das uns drängt mit seinen Fragen. Nur dieses warme Licht, wie unter Glas. Dann schließt der Himmel langsam seine Farben, und unten warten wieder...

In einem fernen Land

Auf meinem Badewannenrand liegt eine Muschel, die ich fand. Beim Baden lausche ich gespannt dem Ruf des Meeres in einem fernen Land, und ich erinnere mich an jenen Strand und deine Fußspuren im Sand. Ach, wie fand ich dich charmant. Du warst so herrlich braun gebrannt. Dein Akzent hat mich gebannt. Du nahmst ganz einfach meine Hand, und mein Herz war sofort entflammt. Doch reichte es niemals für...

Bring mich zu den Sternen

Bring mich zu den Sternen, bitte. Hier ist mir alles viel zu laut. Nur in der Stille find’ ich meine Mitte. Hab mir das Schweigen abgeschaut. Nimm mich aus den grellen Räumen, aus dem Muss, das ständig schreit. Ich will nicht nur von Freiheit träumen. Ich will bei mir sein – ganz befreit. Über mir die großen Lichter, ohne Urteil, ohne Ziel. Das ist die Gnade dieser Nächte: Dass niemand etwas von...

Die Konstante der Macht

Ob auf dem Dorf im tiefen Tal oder im Saal aus Glas und Stahl, die Gier trägt viele Masken hier und bleibt doch stets dasselbe Tier. Man spricht von Werten, laut und weit, doch wenn es brennt, herrscht Einsamkeit. Dann zählen Namen, zählt das Geld und nicht das Wort, das man noch hält. Im Glanz der Städte, auf dem Land sind gleiche Spuren eingebrannt. Wer oben thront, bewacht die Stufen und...

“Ich kann Schlaf…”

„Ich kann Schlaf…“ „Ich kann Schlaf nicht finden,“ Jammerte sie, wenn sie nachtwachte. Die Müdigkeit musste sie schinden, Hell leuchtete der Mond – und lachte. Ereignisse zogen an ihr vorbei Mit Bildern, den Namen vieler Frauen. Das lag am Konsum des Vielerlei, Denn Medien musste sie stets schauen. Zwischen Neugierde und Entscheidung Schwanden ihr nachts diese Bilder nicht. Doch wer nicht bereit...

Schlecht geschlafen

Schlecht geschlafen Er schläft natürlich immer gut, Er dreht sich um – und ist schon weg. Obgleich beim Mittagsschlaf er ruht, Erfüllt der Schlaf ihm seinen Zweck. Dagegen hat sie schlecht geschlafen In jeder zweiten, wachen Nacht. Da hilft das Zählen nicht von Schafen, Selbst wenn sie Augen zugemacht. Kann das an den Hormonen liegen? Vielleicht sollte zum Arzt sie gehen: Die Müdigkeit darf ja...

Der vorgezeichnete Pfad

Zwischen Hobelbank und Grenzverlauf hielt dich dein Lebensfaden auf. Die Werkstatt roch nach Holz und Leim, als sollte sie dein Schicksal sein. Die Schule lag im fahlen Grau und jeder wusste es genau: Du brauchst kein Wissen, keinen Traum, nur füge dich dem engen Raum. Wer dennoch nach dem Warum gefragt, ward bald schon leise abgesagt. Ein Wort, so schneidend wie ein Signal: „Dann geh doch rüber...

Mango Mambo

In deinem Blick die Abendsonne, golden, warm und still verglüht. Dein Atem trägt den Duft der Wonne, auf deinen Lippen Süßes blüht. Die Süße klebt an meinen Fingern, wir lachen leis im Sommerwind. Palmen wiegen, Sterne schimmern – wie schnell doch unsre Zeit verrinnt. Ein Mambo – unsre Körper nah, wir bewegen uns im Takt, ganz sacht Bleib bei mir. Ich bleib für dich da, bis der Mambo endet,...

Sommer jetzt

Ich wünsch‘ mir den Sommer jetzt, nicht irgendwann. Wenn Luft nach Leben schmeckt und Tage barfuss geh’n. Wenn ich helle Stunden kann am Fenster seh’n. Wenn ich nachts die Sterne schauen kann. Ich will die Sonne warm auf meinen Schultern spür’n. Nicht nur als Wunsch, der sich ins Herz mir drängt. Ich will, dass Sonnenlicht mich reich beschenkt, und leichte Winde meine müden Schritte führ’n. Ich...

Was hat uns

Was hat uns Was hat uns die Überwältigung Unseres schönen Globus gebracht? Bringt Vermehrungswahn den Untergang? Bringt Egoismus Lebensvernichtung? Braucht die Menschheit nicht Liebe und Verstand? Unser aller Streben wird lebensbedrohlich, Wenn wir die Klimaveränderungen ignorieren Und meinen, ohne Verhaltensänderung zu überleben. ©Hans Hartmut Karg 2026 *

Manch liebes Kind

Manch liebes Kind Manch liebes Kind sucht immerzu Schöne Klamotten, neue Schuh‘, Braucht einen großen Kleiderschrank, Dann bleibt es freundlich – Gottseidank! Immer gibt’s was zu verstecken, Man will auch Kaufgelüste checken, Um wieder einmal aufzufallen – Der Busenfreund darf gern bezahlen. Am Spiegel darf man dann genießen, Was an Schönheit auszugießen Und von Natur aus reich geschenkt, Das...

Leise Töne

Ruh‘ dich aus in meinen Versen. Bette dich in ihrem Sinn. Lass die Hast und Alltagsscherben. Schau, du findest dich darin. Gerne schreib‘ ich dir Gedichte. Du bist mir Inspiration. Denk‘ ich an unsere Geschichte, wird jedes Wort ein leiser Ton. Manchmal will mir Musik gelingen, manchmal klingt’s eher atonal. Du magst es trotzdem mit mir singen. Du liebst den Makel allemal. Du nimmst mich mit...

Gleich alt

Meine Puppe ist in die Jahre gekommen. Sie sitzt am Fenster im Sonnenlicht. Verfilzt das Haar, ein Auge erlischt. Doch hat ihr die Zeit nicht das Lächeln genommen. Ihr Kleid ist müde – Motten fraßen dran. Die Säume dünn, der Stoff schon zernagt. Er hat sich stumm durch die Jahre geplagt. Das Kleid hält trotzdem, so gut es kann. Wir sind gleich alt. Kein Trost, nur wahr. Ihr Stoff wird Staub,...

Du wusstest es

Als ich dich sah, verstummte mir das Wort, als hätte sich die Zeit in dir verdichtet. Ein Augenaufschlag: ich ergab mich dir sofort. Du hast mein Herz mit deinem Blick belichtet. Ich stand und wusste nicht mehr, wer ich war, nur dass dein Blick mich durch und durch erkannte. So nah warst du, und doch so sonderbar, als wärst du der, den ich schon immer kannte. Du lächeltest, als hättest du’s...

Muss man denn

Muss man denn Muss man denn hoch hinauf, Wenn man von dort tief fallen kann? Ist das ein guter Lebensverlauf, Wenn man leicht verunglücken kann? Verliebe Dich lieber in eine Person, Die mit Dir zum Gipfel schaut hoch, Ansonsten mit ihrem lieblichen Ton Ins Zärtliche geht mit Dir doch. Sie weiß: Liebe will uns alle gesund, Will auf heilsame Glückstage sehen. Deshalb küsse sie lieber auf den Mund,...

Das Pferdchen

Das Pferdchen Das Pferdchen steht, wartet auf Mama, Die hat man schon lange hinweggeführt. Für ihr Kind ist das immer noch kein Drama, Weil es lange danach Mamas Nähe spürt. Doch nie wieder wird es die Mutter sehen, So bleibt es halt weiterhin sehnend stehen. ©Hans Hartmut Karg 2026 *

Goldene Schatten

Geld rinnt wie Wasser durch die Hand, glänzt einen Augenblick – wird Sand. Es lockt mit Träumen, schrill und grell, doch bleibt im Kern nur flüchtig, schnell. Man jagt ihm nach, verliert die Spur, vertauscht die Freiheit gegen die Uhr. Das Konto wächst, das Herz wird klein – wie kann Besitz nur Befreiung sein? Die Welt erklingt im Münzenklang, ein kurzer, greller Siegesgesang. Wer steht im Glanz...

Worte weinen

Immerzu muss ich Worte weinen, als ob meine Zunge nur Salz gebiert. Ich kann Betrübnis nicht verneinen, weil sie in mir zu laut vibriert. Sätze fall’n wie aus Wunden. Ich sammle sie mit meinem Blick. In all den schweren, grauen Stunden empfinde ich kein Lebensglück. Ich rede, bis die Stimme bricht. Doch rettet dies mich leider nicht.

Warten auf den Morgenwind

Am ersten Hauch des Tages stand ich am stillen Meer. Die Nacht verließ ihr dunkles Lager, und ihre Last war nicht mehr schwer. Ich warte auf den neuen Himmel, auf Wege, die noch unbenannt, auf Wellenlicht, das neu nun schimmert und Sonne, die mich wiederfand. Spürst du, wie sich die Welt erhebt, wenn leise Frühling in uns brennt, wenn jede Stunde, die vergeht, uns näher an den Aufbruch lenkt?...

Hände im Zwielicht

Ich träumte Nächte voller Klang, von Stimmen, laut und lebenslang. Doch draußen hör ich Schritte gehen, die Straßen beben, Städte stehen. Die Nachrichten verkünden: „Alles gut“, doch irgendwo noch brennt die Glut. Zu viele Menschen, leer und kalt, die Seele sucht nach festem Halt. Dies ist das Land aus Licht und Schatten, wo wir uns selbst zu tragen hatten. Dies sind die Hände, die wir heben, um...

Der Schwan

Ein Schwan, so glänzend und so weiß, schwimmt friedlich auf dem blauen See umher. Ziellos wirkend schwimmt er stets im Kreis, nichts Böses ahnend scheint sein Blick so leer. Doch plötzlich steht ein Wüterich am See, sein kaltes Herz so falsch wie sein Verstand. Nun packt die Wut ihn mehr denn je, er findet einen Stein im weißen Sand. Mit kalter Seel‘ und kaltem Blick, ergreift er mit der Hand...

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