“Man muss dem Weisen seine Weisheit erst entreißen”(Bert Brecht)

„Man muss dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.“ Immer wieder hört man unten die Klagen, Weise lebten nur in ihren Parallelwelten. In ihren Blasen gäbe es nur ihre Fragen, Mit denen sie sich zurückgezogen stellten. Auf vielen Kongressen sieht man sie, Fast nur eingemauert zwischen Genossen, Entfalten alleine mehr oder weniger Genie Und referierten, meist lobend begossen. Ist der einfache...

GLAUBENSWÜNSCHE

Gedicht/Gebetsgedicht ------------------------- Ich wünsche dir, ich wünsche mir einen gesunden Glauben Einen Glauben, der tätig antwortet Einen Glauben, der befreit Einen Glauben, der beglückt Einen Glauben, der berührt und zum Guten führt Einen Glauben, der besteht Einen Glauben, der fragt Einen Glauben, der fühlt Einen Glauben, der GOTT gefaellt Einen Glauben, der gehorcht Einen Glauben, der...

Wenn der Regen fällt

Ich bin gegangen weil ich etwas suchte Ich wusste nicht was dieses Etwas ist Ich habe diesen Moment gefunden Und dachte dass er es sein könnte Dann hörte ich auf zu suchen Nur diese eine klare Nacht Dieser schöne Platz an den ich fliehe An dem die Nacht die Sterne spürbar macht Und ich den lichtern gleich hier Bahnen ziehe Die Wolken ziehen auf und ich fürchte mich Fürchte den Moment wenn sie...

SEIN LOS

Komisches Gedicht -------------------- Wer sich selbst nicht macht groß, ganz, ganz GROSS, mit dem ist nichts los Bescheiden wollen dich alle, alle meiden Denn perfekte Selbsterhöhung ist des postmodernen Menschen schicksalhaftes Los Stephan Wannovius, 09/02/24

Ach, da schleppen sie

Ach, da schleppen sie Ach, da schleppen sie Tische heran, Grill, Kohle und ihre Fleischmassen. Obwohl man hitzebedingt kaum atmen kann, Will man sich's üppig gutgehen lassen. Erde, Luft, Wasser, sie leiden am Feuer, Doch das mindert die Genusssucht nicht: Obwohl die Gesundheit uns lieb und teuer Verliert Grillleidenschaft nicht an Gewicht. Man will sie eigentlich schon herunterfahren, Die...

Kühlwirkungen

Kühlwirkungen Wenn in Wohnungen und Geschäften Nichts mehr gekühlt werden kann, Mögen die Maschinen als Kühlkräfte Einspringen und dies nachholen sodann, Doch diese heizen ja zusätzlich auf Und verstärken so die Heißzeiten. Könnte man nicht im Kühlverlauf Sie in Kälte verwandeln und rückleiten? Da gibt’s sehr viel Forschungsbedarf, Auch Gesetze müssen wir hierzu ändern, Das Heißzeiten nicht...

Es ist der Liebe große Zeit

Es ist der Liebe große Zeit Es ist der Liebe große Zeit, Wenn sich die Welt zur Mitte dreht, Zwei Seelen stehen kussbereit, Sich finden, weil sie glücksbewegt. Wenn sich die Erde friedvoll dreht Wird sie als solche wahrgenommen. Ein jeder Tag, der neu aufsteht, Zeigt an: Hier ist die Zeit geronnen. Die Stunde fließt nicht von der Uhr, Das Augenpaar kennt keine Pause, Wenn Beider Sinne in freier...

Jahrestreffen

Jahrestreffen Da standen sie zusammen, haben Geschenke verteilt Wie Kinder in Feierlaune mit viel Reden. Es waren Erwachsene, den frühen Jahren enteilt, Aus fernen Orten und den vielen Städten. Einmal im Jahr, so war ausgemacht, da treffen sie sich, Beschenken sich mit liebevoll-kleinen Präsenten. In immer demselben Hotel, da erinnern sie sich An die Jugendzeit, an den Jahrmarkt mit...

Wenn ständig überall alles angeboten wird

Wenn ständig überall alles angeboten wird Wenn ständig überall alles angeboten wird, Dann kaufen immer weniger Menschen etwas, Denn wo nur noch Wareninflation in Medien schwirrt, Vertreibt dies selbst den Kauffreudigsten ihren Spaß. Einige Unkontrollierte mag das noch erfassen, Das Gros der Bürger aber wendet sich ab, Wird sich kaum noch in den Strudel reißen lassen Und sieht lieber auf sein Gut...

Pflichtlast

Pflichtlast Wende mir zum Richtigen den Blick, Erhabenes, wirkungsvolles Schicksal, Hin auf jenes notwendige Geschick, Das mich aufbaut und hinlenkt allemal, Wenn die Wolken jetzt dunkeln Und kein Himmelsfunkeln. Da gibt es schon Pflichten, Sind dennoch zu erledigen, Wenn wir uns aufrichten, Uns ihnen nicht entledigen. Dann wird die Haftungsfrage Nicht zur bohrenden Lebensfrage. Das Erhabene...

Karriereweisheit

Karriereweisheit Sehen die vielen Ehrgeizlinge nicht, Dass oft nur Skrupellose ersteigen die Stufen, Weil der Ehrgeiz raubt, was selten im Licht Und Lebenszeit vergeudet, wo Hass aufgerufen. Damit habe ich sie zahlreich leiden gesehen, Die Karrieristen auf höchsten Stellen: Da saßen sie fest, kein Nachhausegehen Zu den Kindern durften sie wählen. Stattdessen: Konferenzen, wo Stroh gedroschen,...

Seine Angst

Seine Angst Er kam schon so erwachsen daher Und hatte auf den Lippen flotte Sprüche. Sein Reinigungsfimmel drückte ihn schwer, In allem sah er nur Schmutz, üble Gerüche. Seine Angst, an Keimen sterben zu müssen Hat ihn von Kindesbeinen an begleitet: Ihn ekelte, wollte Mama ihn küssen, Jede Nähe ward ihm dabei verleidet. Erst als sich ein Mädchen für ihn interessierte, Lockerte dies endlich seine...

Nachweihnachtszeit

Nachweihnachtszeit In den Straßen, in den Gassen Leere, denn die Heil'ge Zeit Will Menschen so gern fliehen lassen Vor Hektik und vor Kälteleid. Schneeverhangen stehen Bäume, Lichter an Fenstern zeigen Szenen, Mit Wärme besetzt noch Wohnräume, Gemütlich sitzt man im Bequemen. Weihnachtslieder hörte man singen Und es gab das beste Essen, Kinder spielend Geschenke bringen, Weil sie brav und gut...

Kinderwünsche

Kinderwünsche Immerzu an einem neuen Ort Treffen die Wünsche der Kinder ein Und geschehen, weil das Wort „Kaufen“ und „Wollen“ erfüllt das Sein. Die Augen groß, die schön geweitet, Mit kindlicher Erwartungshaltung bestückt: Werbung hat längst ihre Flügel gebreitet Und hofft, dass der Erfolg ihr glückt. Vom Sinnen hin geht es zum Haben, Damit jetzt ja kein Rückzug mehr droht: Verlangen moderiert...

Es tut mir gut

Es tut mir gut Es tut mir gut Deine Stimme zu hören. Sie macht mir Mut, Lässt den Tag mir sonniger mehren. Es tut mir gut, Dein Frühstück zu erhalten, Bei dem Gesundes Mein Wachgemüt darf bewalden. Es tut mir gut, Das Morgenlicht hier zu sehen Und mit Lebensmut In mein Dichterhaus zu gehen. Es tut mir gut, Mit Dir in die Stadt zu fahren Und mit Übermut Am Humor nicht zu sparen. Es tut mir gut,...

Sohnemann

Sohnemann Sohnemann, es ist dem Menschen verheißen Und von Anbeginn in sein Leben gebracht, Dass alles, was er für sich kann preisen Auch als Flucht vor dem Tod ausgemacht. Immerzu hängt uns das Damoklesschwert Bedrohlich über unserem Leben und Haupt, Selbst wo das Lebendigsein noch verehrt Und man sittsam bleibt, niemanden beraubt. Doch immer wieder dringen Schwarzvögel In unsere tieferen...

VERZICHT

Am Gedicht, am Gedicht der Dichter zerbricht, wenn ihm Gewicht wird zur Pflicht Denn ein großes Gedicht erschafft er meist nicht Übt er dagegen aeusserlich und innerlich Verzicht auf die Pflicht zum Gewicht, ihm das Dichten jede Menge Freude verspricht Stephan Wannovius, 03/02/24

Das versündigende Leben

Das versündigende Leben Alles Leben will immer nur Freiheit, Befreiung aus elterlichem Joch, Wo früh so viel Abhängigkeit: Die Kinder müssen folgen doch! Ja, im Nachgang zeigt sich dann: Man ist mit den Eltern dann unzufrieden. Mancher steigert sich in den Dauerwahn, Dass den Gräbern Stabbruch beschieden. Anstatt das Geheiligte herauszustellen Wird nachträglich blindlings stigmatisiert. Anstatt...

Auch das Alter muss sich emanzipieren

Auch das Alter muss sich emanzipieren Das Problem bestand ja früher nicht: Ahnen arbeiteten und starben früh weg. In der Kinderförderung sahen sie ihre Pflicht, So hatte schweres Leben edlen Zweck. Heute werden die Alten tatsächlich uralt Und haben dadurch noch ein zweites Leben, Sind vital, gesund an Körper und Gestalt, Können frei sich weiterhin viel geben. Dazu müssen sie sich selbst befreien...

ABC-GEDICHT

Komisches Gedicht --------------------- Ach, ach, wieder ein Gedicht Und dann noch ein ABC-Gedicht Nur ein ABC-Gedicht Ein ABC-Schuetzen-Gedicht Ein Alltagsgedicht Ein alphabetisches Gedicht Ein Anfänger-Gedicht Ein Angeber-Gedicht Ein anhaengliches Gedicht Ein Anklage-Gedicht Ein ansehnliches Gedicht Ein armseliges Gedicht Ein Aufbruch-Gedicht Ein Aufruf-Gedicht Ein aufrührerisches Gedicht Ein...

SCHWEINEREI

Komisches Gedicht -------------------- Ein Wildschwein, ein Wildschwein lenkt seinen Weg ins Büro hinein Es denkt sich, es denkt sich: "Mit seiner Schweinerei soll der Chef nicht mehr alleine sein Als Schwein reih' ich mich bei ihm ein Dann sind wir endlich zu zwei'n! " Stephan Wannovius, 02/02/24

BEDEUTEND UND ALLEIN

Komisches Gedicht --------------------- Dein Gedicht hat GEWICHT Meines nicht - es ist zu schlicht Doch selbst das vollendetste Gedicht ändert nicht der Menschen allgemeine Sicht Denn die heißt Verzicht - Verzicht aufs Gedicht Lyrik zaehlt für sie schlicht nicht Und deshalb quält mich meine Mittelmaessigkeit nicht Im Nu verliert auch ein Großer wie du sein Gesicht Jeder Poet erleidet irgendwann...

VERKEHRT HERUM

Komisches Gedicht ---------------------- Groß ist meine Schuld Klein sind meine Geduld und meine Huld* Ich sehe es ein: Genau andersherum sollte es sein Um Gottes und der Mitmenschen willen müsste ich diese Erwartung stillen Sonst werde ich womöglich später in der Hölle grillen Stephan Wannovius, 02/02/24 *Huld heißt Freundlichkeit, Wohlgefaelligkeit

SCHLICHT

Komisches Gedicht -------------------- Kein Gewicht Ganz schlicht Nur ein, mein Gedicht Nicht einmal fein - lediglich klein Stephan Wannovius, 02/02/24

Heimeligkeit

Heimeligkeit Weil Du meinen Namen trägst Und Dich damit frei bewegst, Ist es, dass ich stolz aufstehe, Denn ich bin in Deiner Nähe, Wo mir Heimeligkeit gedeihe Und ich mich an Dir erfreue. Es bedarf schon der Anrede, Dass ich mich ja nicht verspäte, Um im Dunstkreis des Intimen Leben darf mit Dir im Minnen: Freundlich bist Du mir gewogen, Hab' Dich zu mir hergezogen. Ich spüre als liebender...

Schattenwelt

In einer Welt die von exzentrischen Egoisten beherrscht wird ist es schwer für Menschen mit Empathie. So viel Schmerz, überall... Versteckt hinter der Fassade der Konsums, des Nehmens und des Forderns. Man lebt in einer Schattenwelt. Jeder für sich baut sein Imperium aus Lügen um sich zu präsentieren. Einen kurzen Blick hinter die Fassade und man entdeckt eine kleine, geschundene Seele deren...

Ein schmaler Grat

Lieber zu Gutmütig, als zu kaltherzig. Lieber ein offenes Ohr, als ein verweigerter Rat. Lieber zu treu, als zu verräterisch. Lieber der Helfer in der Not, als der der Grund für den Untergang. Es ist ein schmaler Grat zwischen Liebe und Hass, zwischen Sanftmut und Gleichgültigkeit.

Der Du mir Töne ins Ohr gelegt

Der Du mir Töne ins Ohr gelegt Der Du mir Töne ins Ohr gelegt: Wird mein Gemüt davon aufgehen, Ganz im Seelenhören stehen, Das mich innerlich bewegt? Es gibt sie noch, die Harmonie der Musik, Als Ohrenschmaus mir schon eingepflegt, Weil sie die Seele wahrhaftig weiterträgt, Erkundend so das Himmelsgeschick. Trage mir, o Tubist ganz hinten den Eros, Den Amor zu Tagesfreuden hierher. Nichts wird...

SO GENIAL!

Komisches Gedicht --------------------- Alles, was ein Genialer verbreitet, allgemeine Begeisterung und Ehrfurcht bereitet Selbst sein Furz, trocken und stinkend, kommt da nicht zu kurz, weil wirklich niemand seinen Wohlgeruch bestreitet Stephan Wannovius, 01/02/24

GENIALER FURZ

Komisches Gedicht --------------------- Wer, wer will das verstehen? Alles, alles, was durch einen Genialen geschehen, wird als genial angesehen Selbst das Banale und Profane gilt ehrfuerchtig als das Geniale Ist des Genialen Furz auch stinkend, trocken und kurz - nicht einmal dieser Furz führt zum Denkmalsturz Stephan Wannovius, 01/02/24

Das Poetenpodium

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