Des Tages muntere Stunden

Des Tages muntere Stunden Des Tages muntere Stunden Dreh'n frühmorgens die Runden: Schon stehen viele Kunden – Wünsche sind nicht zu stunden! Und am Geschäft werben Plakate, Damit man sich dort leicht gestatte Den Kauf, manchmal auf Rate, Weil man kein Geld mehr hatte. Man konsumiert als Mensch so gern, Obwohl das sehr beschwert den Stern. Der kann dagegen sich nicht wehr'n, Denn Erdlingen...

Es gibt schon jene Weicheier

Es gibt schon jene Weicheier Es gibt schon jene Weicheier, Die jammern ständig mit Geleier, Wie unendlich sie belastet sind, Dauerleidend wie ein krankes Kind! Packt doch den Stier selbst bei den Hörnern Und sucht nicht nach den Mitleidskörnern, Womit die Welt bedauert Euch Im tagtäglichen Labergesträuch! Das kostet doch Zeit und viel Kraft, Weil in der Blase man leider nicht schafft, Was einem...

Freudenspäne

Ein Nagel wirkt traumatisiert aufgrund der vielen Schläge. Den Glauben an sich selbst verliert, als ob es an ihm läge. Seitdem er eine Schraube kennt, fühlt er sich völlig wertlos. Sie dreht sich fein im Element. Da zog sie wohl das höchste Los. Nur einmal ihr begegnen. Und eine Runde mit ihr dreh´n. Es würde Freudenspäne regnen und mit ihm aufwärts geh´n.

Das Komma

Das Komma ist ein kleiner Strich und dennoch sehr erforderlich. Er deutet auf den Nebensatz. Darin liegt oft ein reicher Schatz. Beginnt mit aber, weil und denn. Er nämlich Hintergründe kennt. Wer in Hauptsätzen nur denkt, hat sein Leben eingeengt. Das Gute findet sich oft nebenan. Drum macht man ja das Komma dran.

Haarausfall

Seine Haare fallen aus. Es bildet sich die Glatze. Stell´ dir vor den Graus, es wäre deine Katze. Das Gesicht legt Falten. Des Alters erste Spuren. Du solltest Affen halten. Sie sind schon alt geboren. Die Haut hängt schlapp herab. Ein Drama für die Frau. Ein Fisch bleibt immer glatt. Doch ist sein Ende rau. Gelenke werden steif. Verzögern jeden Weg. Die Schnecke ist dann reif, wenn sie sich...

Genologie

Genologie Manches Gen bleibt steh'n, Die Mutation erst lässt es geh'n, Das findet mancher Forscher schön. Doch mit dem wachsenden Verlangen Ploppt mitunter auf ein Bangen: Kann man das Gen einfangen? Nein, Gene sind sehr ungezogen, Sind willkürlich meist abgebogen, Woanders in den Kampf gezogen... ©Hans Hartmut Karg 2023 *

Das ist so eine Sache

Das ist so eine Sache Das ist so eine Sache, Denn wenn ich ständig lache, So meinen manche, ich verlache, Weil ich mich lustig mache. Dabei freut mich doch ganz allein Das menschliche Beisammensein. Daran ist schließlich nichts gemein: Mitmenschen sind ein Sonnenschein! Mir gilt Nähe als großer Wert, Womit der ganze Tag entschwert, Denn wo Sinnhaftes heiß begehrt, Da man würdig Mitmenschen ehrt....

Den Muntermachern Gutes

Den Muntermachern Gutes Schon am frühen Morgen Trübsalblasen? Als Morgenmuffel die Stimmung verhunzen? MITNICHTEN!!! Lieber zu den Fröhlichen eilen, mit ihnen die Humorschiene bereits an frühem Tage einleben, damit dieser nicht entgleist. Den Muntermachern Gutes, denn ihre beglückende Stimmung wenden ins Fröhliche Dich: Du wirst zu lachendem Gegenüber! ©Hans Hartmut Karg 2023...

Mein Lebensschiff

Mein Lebensschiff Mein Lebensschiff tuckert träge dahin, Noch immer ist sein Ruder voll intakt, Denn das ergibt für mich auch Sinn, Selbst wenn manch' Knöchlein knackt... Nicht ohne Grund fährt's immer weiter, Besucht von meinen guten Anverwandten, Die interessiert und meistens heiter Schon oft an meiner Rettungsreling standen. Natürlich merkst Du mehr als Kapitän, Wie durch Deine Präsenz Leben...

Wasserspritzendes Puttchen

Wasserspritzendes Puttchen Mit der kleinen, versteckten Steinfigur Am alleenbestandenen Parkende Durchbricht sie die schnurgerade Natur, Der Wasserstrahl befeuchtet Hände. Wie angenehm an den heißen Tagen Der kleine Wasserstrahl doch kühlt, Wenn den Besucher kaum noch Füße tragen, Er schweißgebadet sich nur noch fühlt! So hilft denn die kleine Nassnackte Mit ihrem mundgespritzten Strahl, Dass...

Kleines Wässerchen

Kleines Wässerchen Da platscht an dem bemoostem Stein Ein kleiner Wasserstrahl herunter. Besucher finden sich dort ein, Das Wasser macht Gemüter munter, Wo schon ein wenig Dauerfeuchte Fördert der Pflanzen Üppigkeit, Der Mond mit seiner fahlen Leuchte Das Auge führt zur Heiterkeit. Die weitere Umgebung ist sehr kahl, Ganz sauber, trocken, ausgekehrt. Da hat kaum Leben eine Wahl, Zieht sich...

Du, mein naiver Westen

Du, mein naiver Westen Der freie Westen, er denkt immer schon, Die ganze Welt müsste so wie er ticken. Dabei sprechen dem Nachrichten Hohn, Denn anderswo ist Unheil im Verstricken. Wer frei ist, der kann immerzu erfinden, Der setzt das auch bei anderen voraus. Doch wo sich keine Geister plagen, schinden, Da ist es schließlich mit dem Wohlstand aus. Glaub' ja nicht, dass man schätzt, Was Du,...

“Wählet die Freiheit mir!”

„Wählet die Freiheit mir!“ Nichts kann uns freiwillig gegeben werden, Was wir nicht von Kindheit an erstrebt, Als sich die Wünsche nach Autonomien mehrten, Welche unsere Pubertät so fein durchwebt. Wer nur wattiert im Kreis herumgetragen, Weil überbehütet er zu Kindheitszeiten lebte, Der lernte nie nach Freiheiten zu fragen, Denn es gab nichts, was er aus sich erstrebte. Innerlich muss man schon...

Im Wald

Warum bin ich so gern im Wald? Ganz tief im Wald, vom Rand entfernt gar viele, schwere Schritte, gefühlt in dessen weiter Mitte, da liebe ich die satte Luft, die Stille und die Einsamkeit und auch den milden Duft. Ich atme tief, ich atme frei, ich halte inne ich denk dabei: "So solle es für immer sein!"

Wenn wir uns dereinst

Wenn wir uns dereinst Wenn wir uns dereinst im Himmel treffen sollten, dann werde ich Dich fragen, warum Du von mir fortgegangen. Wenn Du dann meinst, dass dies Deine Gefühle so wollten, wird Dir die Gottheit sagen: Dein Geist war in Irrtümern gefangen. Denn die Liebe hat uns doch zur Lebensfreude geraten. Ich konnte nichts dafür, dass unsere Zweisamkeit zerbrochen. Die unnötigen Hiebe, die da...

Trennungsmuster

Trennungsmuster Ja, verwandt waren wir einst schon, Als Kind in Schicksalsgemeinschaft geworfen. Doch jetzt ist Naturwüchsigkeit Hohn, Menschen tragen ihre Seelenschorfen. Lange konnt' man die Krankheit nicht sehen, Nicht einschätzen, was da an Übertragung Gewachsen, konnte überhaupt nicht verstehen, Dass Trennendes eben auch Unterschlagung. Während andere Naturwüchsiges erwählen konnten, Weil...

Weltende Weite

Weltende Weite Nicht der Neid weitet, er verengt nur nachtragend, weil er Nähe zustellt. Nicht die Missgunst treibt Freude in die Augen, wo es graumeliert wabert. Es sind die Mitfreuden, Fähigkeiten der Seligen, die Botschaften hellen. Wer Dir Bilder schickt, weil er Dich liebt, der kann nicht prahlen. Er will mit seinem Blick auf die Welt zeigen, dass Weite zu Deiner werde. ©Hans Hartmut Karg...

Urlauberseelen

Urlauberseelen So wundersam sonnengeweckt Versteigt sich der freischwebende Wille In Liebgrüße für Daheimgebliebene. Die wären auch gern da, wo die Sonne neckt Und vielleicht viel mehr Ruhe und Stille, Wo das Ferne, das Abgeschiedene. Wir bleiben mit ihnen verbunden, ja, Mit den berichtenden Fernen ebenso, Wie wir das oft wunschweise erkoren In Momenten, wo man Erlebtes sah. Da verrieten einem...

Wie lange noch?

I: Raucher beim Lungenarzt; erste Wiedervorstellung. Irgendwann, irgendwo in Ostdeutschland. Patient (70% Beihilfe, 30% privat versichert) sitzt seit mehr als einer Stunde und wartet darauf, endlich ins Behandlungszimmer gerufen zu werden. Plötzlich kommt die Schwester herein und spricht ihn an: "Was wollen Sie heute hier?" Der Mann zieht seinen Bestellzettel aus der Brusttasche und gibt ihr den...

Der Liebe Sonnentau

Der Liebe Sonnentau Es bleibt der Liebe Sonnentau An mir so gerne hängen, Wenn ich in Deine Augen schau – Befreit von allen Zwängen. Ich weiß, jetzt musst Du kaufen gehen, Im Blickfeld Schnäppchen und die Ware. Da wirst Du dann auf Preise sehen, Womit der Haushalt spare. So wird manches herausgepflückt, Was preiswert und billig sein kann: Ein Zugriff ist so Dir oft geglückt, Du Kluge – es...

Der Eine, der Andere

Der Eine, der Andere Der Eine muss immmerzu marschieren, Der Andere darf sich lustieren Auf dem Lager mit seiner Liebsten, Selbst dann, wenn der Tag am trübsten. Der Eine muss viele Menschen spüren, Der Andere kann intim verführen, Denn er weiß, er ist der glückliche Hecht, Jederzeit kommt Liebe zu ihrem Recht. Der Andere braucht öffentliche Blicke, Hört so vielfältige Menschengeschicke, Auch wo...

Segen

Hinterm Nebel taut das Leben Unter Watte raunt ein Ton In der Ecke steht ein Koffer Schwarz dörrt die Rose in der Vase Und ich fliege in Gedanken Zwischen Welten hin und her Lebensfroh und hoffnungstrunken Matt und müde, seelenschwer Ein Glitzerwort fällt sacht vom Himmel Auf der Schulter nimmt es Platz Schaut mir keck und kühn entgegen Weißt du was? Es riecht nach Segen!

Ich glaube nicht

Ich glaube nicht Ich glaube nicht, dass Menschen sich ändern, wenn sie wie ein strafender Wicht sich aufmachen zu Humorschändern. Mit ihnen muss man erleben, was nörgelnde Seelen vermögen: Schuldzuweisungen vergeben – selbst unter südlicheren Sonnenbögen. Ich glaube nicht, dass ein krankes Gemüt heilen kann, denn aus seiner Sicht sind nicht sie, sondern ist die Welt im Wahn. Schlimm sind die...

Wer positiv denkt

Wer positiv denkt Wer positiv denkt, Der neidet niemandem etwas, Weil er Gedanken dorthin lenkt, Wo sie Freude bringen, manchmal Spaß. Wer positv denkt, Der erfreut die Erfolgreichen, Weil er ihnen Anerkennung schenkt – So können Freundschaften nicht weichen. Wer positiv denkt, Der hasst und rivalisiert nicht, Er ist nicht nebensächlich behängt, Gar voll Streitereien wie ein Gossenwicht. Wer...

ozeanblau

Ich weiss nicht wie ich über mich reden soll. Über meine innere Welt, wies mir geht. Ich habe viel das Gefühl das auch niemand fragt oder es wirklich jemand wissen möchte. Ich bin schon immer eher die, die zuhört. Leute erzählen mir gerne von ihrem leben und vertrauen mir ihre Probleme und sorgen an. In letzter Zeit realisiere ich, das ich nicht spreche. Das ich oft einfach schweige, obwohl ich...

Zu Rüdesheim am Rheine

Zu Rüdesheim am Rheine Zu Rüdesheim am Rheine, Da werden schwer die Beine, Wenn vergnügt Du nach dem Weine Aufstehst im Mondenscheine. Bis ans Hotel steh'n Reben, Das muss man mal erleben: Gesellig sich die Menschen geben, Die hin zur Drosselgasse streben. Dort hebt das Glas der Zecher gern, Die Sorgen gehen, sind sehr fern: Er lobt den Tropfen und den Herrn, Blickt dankbar auf zu seinem Stern....

Von Rüdesheim zur Loreley

Von Rüdesheim zur Loreley Am Mittelrhein, dort aus vom Schiff Sehen wir Burgen, viel Rebrank, Wo Loreley zum Locken rief Den Schiffer, der sehnsuchtsertrank. Ja, Heine schürt noch immer Angst Vor goldenem Haar und jungem Weibe, Weil Du dem Dichter wohl verdankst Die Mannesgier – Dir wohl zuleibe... Doch auf dem Schiff, die alten Recken Haben vor Bräuten längst Respekt: Die Angetraute darf man...

Auf einer Schnecke reiten

Auf einer Schnecke reiten... Heute reitest Du auf einer Schnecke, wolltest es nicht, doch jetzt entdecke all das was Dir bisher verborgen. Mach Dir keine Sorgen! Genieße den Augenblick! Kommst vorran Stück für Stück. Viele Dinge kannst Du jetzt besser erkennen, musst und kannst jetzt nicht mehr rennen. Nur schnell das war einmal, Du hattest keine Wahl! Das schnelle war nicht immer gut. Komm nun...

Es kehren die Azubis

Es kehren die Azubis Es kehren die Azubis die Werkstatt aus Und haben Freude am Bestauben. Sie wirbeln wild mit Saus und Braus: Jugend will sich alles erlauben! Da kommt der Chef noch mal zurück: „Seid Ihr von Geistern denn verlassen?“ Zu wirft er ihnen den wütenden Blick, Würde sie gern am Kragen fassen. Die Jungs, sie stehen bleich im Raum: „Entschuldigung! Wir machen's nie wieder!“ Doch das...

Es kehren die Azubis

Es kehren die Azubis Es kehren die Azubis die Werkstatt aus Und haben Freude am Bestauben. Sie wirbeln wild mit Saus und Braus: Jugend will sich alles erlauben! Da kommt der Chef noch mal zurück: „Seid Ihr von Geistern denn verlassen?“ Zu wirft er ihnen den wütenden Blick, Würde sie gern am Kragen fassen. Die Jungs, sie stehen bleich im Raum: „Entschuldigung! Wir machen's nie wieder!“ Doch das...

Das Poetenpodium

Das Poetenpodium ist eine Online-Plattform für Poeten & Poetinnen, auf der Du lyrische Texte verschiedener Autoren und Autorinnen findest. Du kannst eigene Poesie veröffentlichen und Poesie anderer bewerten und kommentieren. Mach mit und veröffentliche Deine Texte auf Poetenpodium.de!