Club der guten Dichter
Es ist ja so leicht, Urteile zu fällen
Und Dichter in eine Buh-Ecke zu stellen.
Dabei hat niemand das Menschenrecht
Zu beurteilen, was gut und was schlecht.
Denn die Demokratie lässt jeden dichten,
Da braucht es niemanden, um zu richten,
Weil die Dichterfreiheit allzeit bedeutet:
Jeder ist im Recht, der fair Sprache häutet.
Ein Aburteilen hat nur einen Zweck:
Wie kicke ich den Rivalen weg,
Der so viel schreiben und dichten kann
Und keine Frau, nur ein alter Mann.
Deshalb schließt sich jedes Urteilen aus,
Wenn es auf Aburteilen läuft hinaus
Und sich ein Zeitgenosse nicht bemüht,
Dass er auf den Sinn der Worte sieht.
Das ästhetische Urteil über die Schönheit
Eines Gedichts sei human immer bereit,
Zwecke und Personen auszuschließen,
Damit wir die Poesie wirklich genießen.
©Hans Hartmut Karg
2024
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Lieber Poetenkönig, lieber berühmter Internet-Dichter, ich glaube nicht, dass der Verfasser von “Club der schlechten Dichter” Sie persönlich gemeint hat. Zumindest kann ich mir das kaum vorstellen.
Ausserdem gibt es in der Internet-Poeten-Szene elitäre Kreise, die alles ablehnen, was nicht dem klassischen Versmaß entspricht. Jeder, der Prosalyrik oder Lyrik in freier Form schreibt, ist danach ein schlechter Dichter. Also Hans Hartmut Karg, der Autor vom “Club der schlechten Dichter” und ich selbst und viele andere wären danach schlechte Dichter. Also, wir sitzen im selben Boot. Deshalb: Nicht aufregen!
LG Stephan