Sie kreist im weiten, grauen Rund,
ein Schatten über stillem Land.
Sie braucht nicht jenen bunten Prunk,
der nur im grellen Licht bestand.
Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt,
trägt Glanz in tiefem Purpurschein.
Wenn sie den Schwingenschlag erhebt,
steht sie im Frost und Sturm allein.
Wo andre vor dem Winter fliehen,
bleibt sie der Heimat treu bekannt.
Ihr Ruf mag rau in uns erklingen,
doch spricht er ehrlich, klar erkannt.
Sie braucht kein Lied für sanfte Ohren,
kein Schmeicheln, das im Wind verweht.
Sie ist im Wintersturm geboren,
ein Geist, der einsam, standhaft steht.
Wie ein Gesang in dunklem Ton,
der tief in Herz und Seele dringt,
sitzt sie auf ihrem Felsenthron,
bevor sie sich emporschwingt.
Kein Spott, kein eitler Schein ist ihr eigen,
nur Klugheit und ein freier Blick
bricht das große Winterschweigen
und kehrt mit jedem Tag zurück.
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