Ich kann nicht mehr.
Es ist wieder da. Das abartige Gefühl. Der immense Druck auf der Brust, der mir das Atmen schwer macht. Am liebsten würde ich nur noch schlafen, damit alles in den Hintergrund rückt. Das Gefühl, sowie die abartigen Gedanken. Doch ich kann nicht.
Am liebsten würde ich weinen, alles rauslassen bis der Schmerz mitsamt den Tränen verebbt. Doch ich kann nicht.
Am liebsten würde ich mit jemanden reden, der mir nahe steht. Der mir zuhört, mich in den Arm nimmt und einfach bei mir ist. Doch ich kann nicht.
Ich bin einsam, hab niemanden dem ich mich anvertrauen kann. Zu groß ist die Angst, dass sie sich abwenden. Also bin ich allein. Allein mit dem abartigen Gefühl.
Was bleibt ist nur noch das Verlangen nach Schmerz. Etwas anderes spüren, was mich ablenkt. So groß ist die Anspannung, der Druck, das Leid.
Meine Gedanken drehen sich nur noch darum dieses Gefühl zu unterdrücken. Ob Schmerz, Alkohol oder Tod… alles besser als dieses Gefühl. Und doch kann ich selbst das nicht. Wie sehr wünsche ich mir diese Ahnungslosigkeit von damals. Wo ich noch nicht wusste was Selbstverletzung, Sucht und Suizid anrichtet. Nun ist da jedoch diese Blockade, es ist nicht mehr so leichtfertig wie damals. Nur das Gefühl ist das selbe mit nun noch weniger Möglichkeiten es zu unterdrücken. Ich merke wie der Druck zunimmt und ich kurz vor dem durchdrehen stehe. Kurz vor dem breakdown. Und das macht mir Angst. Angst, weil ich weiß was es bedeutet. Angst, weil es mich vor den Folgen graut.
Und dennoch gibt es nichts was es verhindert. Ich rutsche immer tiefer in den Abgrund. Und das nicht ahnungslos, sondern mit vollstem Verständnis, was es mit sich bringt. Depressionen bleiben nämlich nicht gleich. Sie begleiten einen durchs Leben und entwickeln und wachsen mit. Die kindliche Depression ist nicht mehr da. Nun wird sie begleitet von Ahnung und Verantwortung. Der Druck wächst, die Depression wächst, die Verantwortung wächst, ich wachse. Der Käfig jedoch nicht. Erdrückend. Das ganze Gewicht drückt an die kalten Gitterstäbe… was soll ich tun?
Ich weiß es nicht. Und dennoch lassen meine Kräfte nach.
Ich kann nicht mehr.
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