Schlagzeilen schreien schwarz auf weiß,
die Wahrheit friert im Dateneis.
Ein Klick – und schon zerbricht die Welt
im Schein, der uns gefangen hält.
Im Netz vermehrt sich Wort um Wort,
Gerücht wird Richter, Wut zum Hort.
Ein Bild, geschickt und fein verdreht,
verweht die Wirklichkeit, die steht.
Gesichter lächeln glatt und kühl,
verkaufen Angst als Bauchgefühl.
Die Menge nickt im Gleichklang mit,
der Zweifel hinkt nur still im Schritt.
Algorithmen flüstern sacht:
„Wir wissen, was dich glücklich macht.“
Sie füttern dich mit sanfter Hand
und führen Denken an die Wand.
Die Presse raubt dem Wort das Mark,
der Zwischenton wird plötzlich karg.
Die Wahrheit trägt ein fremdes Kleid,
ganz maßgeschneidert für die Mehrheit.
Filme formen Held und Feind,
bis Gut und Böse klar erscheint.
Wer schreibt das Drehbuch dieser Welt?
Wer zieht die Fäden, die man kaum erhellt?
Ich halte inne, schau mich um,
die Stimmen rauschen – laut und stumm.
Was ist noch echt, was Inszenierung?
Wo endet das Bild, wo die Führung?
Ein jeder trägt sein Fenster klein
zur Welt hinaus – doch schaut er rein?
Die Kontrolle rinnt wie feiner Sand
durch Finger, die man offen fand.
Drum prüfe Wort und prüfe Schrift,
bevor dein Geist das Falsche trifft.
Denn Freiheit stirbt nicht laut im Krieg –
sie stirbt, wenn Lüge feiert ihren Sieg.
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