Nur zweimal kam er noch

von | 02.Apr..2025 | Poesie | 0 Kommentare

Nur zweimal kam er noch

Er lebte ja schon ewig lang,
wo unbegrenzt die Möglichkeiten:
Seine Oldtimer hatte er dort,
sein Haus, sein Weib, sein Leben.

Da trug er im Arm des Vaters Urne
Zur Urnenwand im Friedhof,
wo eine kleine Gemeinde stand,
die Pfarrerin leis‘ predigte.

Fast genau aufs Jahr dann
trug er dorthin auch die Urne der Mutter,
zur Wand, hörte in sich gekehrt zu
mit nassen Augen, in stillem Gedenken.

Dann verkaufte er das elterliche Haus,
den Wohnwagen, die Möbel
und kehrte zurück in die Staaten,
für immer in unbegrenzte Möglichkeiten.

Nichts erinnerte noch an ihn,
nichts war geblieben, konnte bleiben,
verweht die Zeit, der Name
und keine Erinnerung mehr an sie.

©Hans Hartmut Karg
2025

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