von Poeten für Poeten
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Im Vorraum des Glanzes
Wir rauchten einst den Nebel der Flucht, verloren im Schweigen der inneren Sucht. Heut trinken wir bitter, was gestern begann, vergessen als Trost, so gut man es nur kann. Wir drehen uns weiter im Karussell der Mode, getriebene Träumer im flackernden Code. Was glänzt, wird begehrt, was still ist, verliert, ein Spiel, das sich selbst immer neu inszeniert. Die Schickeria thront auf vergoldeten...
Gefangen
aufstehen und weitergehen leichter gesagt als getan ich versuch es immer wieder doch irgendwann fehlt auch mir der elan hab keine kraft mehr zu schweigen und still zu hoffen will wieder glücklich sein und lachen doch erst bei dir mit der tür ins haus krachen dir alles sagen was ich so lange unterdrückte jeden gedanken dir geben den ich einst für dich pflückte du sagst du verstehst und willst es...
Da wird nicht viel bleiben
Da wird nicht viel bleiben Da wird nicht viel bleiben, Wenn wir einmal weggehen, Denn wir sind ein Staubkorn nur, Während Wichtigtuereien hochtreiben, Nur auf die eigene Reputation sehen, Sich erheben, gegen Endlichkeit stur. Gar manche meinen, Dass sie unsterblich wären, So führen sie sich auch auf. Doch mehr Sein als Scheinen, Die eigene Bescheidenheit mehren Wäre besser für ihren...
Natürlich
Natürlich Natürlich folgt das Alter den Jahren Und nichts wird bleiben, wie es ist. Dem Sensenmann kann keiner wegfahren, Sehr eng und unwissend bleibt unsere Frist. Natürlich ist es die Endlichkeit, Hängt über uns wie ein Damoklesschwert Und schreckt manche Glückseligkeit, Unseren Lebenslauf, unseren Seelenwert. Doch wir sollten nicht immer nur dorthin sehen, Wo das Ende uns als Angst bedroht,...
Wenn die Erde wieder atmet
Vielleicht beginnt die neue Welt nicht dort, wo Macht die Regeln hält, nicht dort, wo Reichtum Mauern zieht, und jeder nur den Vorteil sieht. Vielleicht erwacht sie leis im Herzen, wo jeder spürt, was wirklich zählt – ein Leben ohne Siegesschmerzen, ein Morgen, das die Erde wählt. Wir warfen Nahrung fort wie Staub, verbrannten Wälder, stumm und taub. Wir häuften Dinge, leer und schwer, und...
Mehr müssen wir wieder
Mehr müssen wir wieder Mehr müssen wir wieder In Kulturwelten eintauchen, Denn Europas Lieder, Die werden wir brauchen. Das ist doch unser Pfund, Wuchern wir also damit, Dass im weiten Erdenrund Wir sittlich halten Schritt. Europa, bündle Deine Kraft, Kulturweiten und Philosophie, Weil man so sich jene Freiheit schafft Für neue Erfindungen und Genie. ©Hans Hartmut Karg 2026...
Was ist denn alles Geld?
Was ist denn alles Geld? Was ist denn alles Geld? Nur Machtfaktor, Tauschmittel, Oftmals auf Gier gestellt Für hortende Geizbüttel? Gibt es nicht Freiheit und Natur, Um Leben weiterhin zu schützen, Dazu viel Kunst, Musik, Kultur, Welche der Menschheit nützen? Was ist denn alles Geld? Ein arg zerbrechliches Ding! Wir brauchen diese Schöpferwelt, Dass künftiges Leben geling‘. ©Hans Hartmut Karg...
Liebende 2
Liebende 2 Ihre Hand streichelt die Wange, Stirn an Stirn, Nase an Nase, Zart die Aura SIE bespiele. Beide stehen so recht lange Abseits vom Trubel Ihrer Straße, Damit nur Nähe SIE umhülle. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Liebende 1
Liebende 1 Sonne bescheint Ihre Freuden, Ganz sind BEIDE sich ergeben, Sehen nur Ihrer Augen Nähe Fern von diesen vielen Leuten: Amor bringt Sie in sanftes Beben, Das niemals von Ihnen gehe. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Der Duft der Glut
Der Duft der Glut, er flammte auf in mir, ein Kreis aus Feuer zog mich hin zu dir. Von heißem Wunsch emporgerissen, verlor ich Halt in deinen Küssen. Ich sank hinab und immer weiter, die Funken stoben, wild und heißer und jede Flamme schlug empor, als trüge sie mein Wort hervor. Es brannte hell, es brannte wild, ein Feuer, das die Nacht erfüllt. Ein Ring aus Glut, der mich umschloss, bis ich die...
Das erste Licht
Ein neuer Tag beginnt, noch unberührt und weit, der frühe Wind verweht den Staub der Dunkelheit. Stille füllt den Glanz, die Welt hält den Atem an, weil im hellen Schein das Werden neu begann. Das Gold der Sonne bricht sich sacht im kalten Glas, ein Funkeln fängt sich fern im nassgeschmiegten Gras. Gesegnet sei die Kraft, die jeden Keim erhebt und leise durch die Zeit ihr stilles Muster webt....
Schlangenreim
Schlangen drängeln Schlangen züngeln Schlangen klappern Schlangen Nattern Schlangen lispeln Schlangen kringeln Schlangen springen Schlangen dringen Schlangen häuten Schlangen erbeuten Schlangenleder Schlangenfeder Schlangen schlingen Schlangen bezwingen Schlangen gedrungen Schlangen ringen Schlangengruben Schlangen graben Schlangeneier Schlangenadler Schlangen spreizen Schlangen beißen Schlangen...
Liegende 2
Liegende 2 Lang liegt sie vor ihm hingestreckt, Geheimnisvoll und doch vertraut, Den Kopf gelegt auf ihre Hand. Was hat sie für heut‘ ausgeheckt, Wenn sie so keck zu ihm hinschaut? Bringt sie ihn gar um den Verstand? ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Liegende 1
Liegende 1 Gestützt auf ihren schlanken Arm Liegt sie mit diesem sanften, roten Mund Erwartungsvoll, die Augen fern, Doch zeigt sie damit ganzen Charme Und gibt mit ihrer Schönheit kund: „Komm‘ her, ich hab‘ Dich wirklich gern.“ ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Der stumme Zeuge
Es brennt ein tiefes, stilles Leid, wenn fremde Schuld das Herz entzweit. Zu sehen, wie ihr Licht zerbricht – doch helfen kann ich ihr nicht. Wenn Weinen durch die Stille bricht, ist es ihr Schmerz, der zu mir spricht. Das Schweigen glänzt wie pures Gold, doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold. Ja, Schweigen ist ein teures Gut, in mir jedoch die Klarheit ruht. Das Wort ist feil, die Menge...
Mister President
Lack im Haar Hornhaut auf der Seele Geld wie Heu Moral verkauft Breites Lachen Leere Augen Perfekt geschminkt Durchlöcherte Empathie Gespielte Freundlichkeit Wahrheit in Scherben Starker Mann Kleiner Mut
Amsterdam – Sommer der offenen Wege
Wenn du nach Amsterdam kommst, lass die Zeit am Ufer stehn, denn im Gras des Vondelparks darf sie einfach schlafen gehn. Barfuß liegt dort das Versprechen still im tiefen, warmen Moos, alte Zwänge, fremde Regeln lässt man hier für immer los. Räder rollen ohne Eile, jeder Weg ist selbst das Ziel, offne Fenster, offne Köpfe, jeder Traum zählt hier so viel. Worte fliegen leicht wie Rauch, die...
Nur wer sein Lachen nicht verlernt
Nur wer sein Lachen nicht verlernt Nur wer sein Lachen nicht verlernt, Der kann im Alter triumphieren, Denn er bleibt dann seelenbesternt, Wenn ich die Sonnenstrahlen führen, Darf auf Enkelbesuche hoffen Und bleibt zur Welt hin offen. Er denkt nicht auf das Ende hin, Sondern entdeckt für sich aufs Neue, Dass Menschennähe Lebenssinn, Gemeinsam man sich so erfreue, Dass Plaudern ja ein schönes...
Verzweiflung
Verzweiflung Im Alter nagt die Einsamkeit Und beißt sich in die dumpfe Seele. Oft gibt es keine Zweisamkeit, Womit man Nähe sich erwähle. Das beißt sich fester ins Gemüt, Wo weiterhin auch Ängste winken, Die Stunde langsam vorüberzieht Und Hoffnungen täglich versinken. So schwinden Kräfte, nicht mehr jung Treffen den Körper Schmerzsignale, Und dann wächst die Verzweiflung, Welche sich schwer als...
Ich bin mein Spiegelbild?
Die Frau im Glas, sie lächelt blass, ich kritisiere sie mal wieder, mache sie nieder, Bis sie weint, bitterlich, Was bringt sich das für mich?, Ich fühle mich besser, überhoben, Doch bei einer Sache hab ich gelogen, Ich kenne die Frau im Glase dort, Denn das Glase ist ein bekannter Ort, Ein Spiegel war mein Opfer die ganze Zeit, Tat mir die Frau niemals leid, doch heute erfuhr ich etwas...
So oft sie will
So oft sie will So oft sie will und soweit er kann Bleibt er für sie ein lebendiger Mann. Erst wenn Bedürfnisse sich entschärfen, Er sich nicht mehr liebend will hinwerfen, Denkt sie: Was ist wohl mit dem guten Hahn? Das alles geht zwangsläufig automatisch Und manches bleibt dabei recht emphatisch, Wenn mit dem neuen, aufbrechenden Jahr Die Blühende signalisiert: S‘wär‘ wunderbar, Den Tag zu...
Was sind das für Sachen?
Was sind das für Sachen? Hat sie sich erfüllt und geliebt gefühlt, Muss sie immer zum Shoppen gehen? Wird dieses Bedürfnis niemals gestillt, Kann sie sich nicht inhäusig sehen? Offenbar gibt es unterschiedliches Erleben, Wenn Zwei mit persönlichen Bedürfnissen behaftet, Ein jeder nach eigener Erfüllung muss streben Und man des Anderen Wünsche verkraftet. Er braucht viel Ruhe, liegt sinnend oder...
Schwermut
Ich weiß nicht, wie mir grade ist, das Leben wirkt so leer. Nicht mal ob du am Leben bist, du fehlst mir wirklich sehr! Die Schwermut, die ich vor mir schiebe, wenn ich gehe durch die Gassen. Meine Liebe, meine Liebe! Warum hast du mich verlassen? Mir fehlt die Kraft, nach dir zu suchen, der Glaube, dich zu finden. Und täte ich es doch versuchen, der Eifer würd verschwinden. Ich sitze nid der...
„Alles hat einen Preis“
Er gräbt und gräbt seit Tagen lang. Erwartung groß, er kommt in Gang. Gold sucht er, um zu ernähren, Weib und Kindlein nicht entehren. Kalte Nacht, dunkler Mond, er gräbt und gräbt – ob es sich lohnt? Er weiß es nicht, doch keine Wahl, denn tut er nichts, Hunger Qual. Die Zeit verfliegt, die Vögel singen, doch muss er ringen ums Überleben. Doch scheinbar nah und rasch erreicht, da stellt er...
Bahnhofsviertel
Siehst du den Mann vor der Spielothek steh’n, mit zitternden Händen, kaum fähig zu geh’n? Ein Becher voll Kaffee, der wärmt nur die Haut, sein Mantel ist müde, der Kälte vertraut. Die Schuhe erzählen von Jahren im Dreck, die Zeit ist verschwunden, der Tag bleibt ihm weg. Und du willst mir sagen, du seist schon am Ende, weil Arbeit dich drückt und der Alltag dich blende? Komm mit mir ein Stück...
Bis der Tod uns scheidet..
Brennende Kerze, stundenlang, doch geht bald aus, ein Untergang, wie unser Leben sich wenden kann und noch so kurz und Schmerzen kann. Die Nacht ist hell, die Sterne klar, die Sonne war so wunderbar, nun scheint der Mond so unscheinbar. Das Ende droht, der Sturz scheint nah. Doch bleib bei mir, so fest an mir, dann gehen wir zwei Hinweg von hier. Was uns nun bleibt, das retten wir, ...
HERLICEK – “Der alte Nebelspalter”
Nebel hängt in der Wiener Luft, ein Flair wie in der Kaisergruft. Keine drei Meter sieht man g'scheit – das geht dem Herlicek zu weit! Er läuft heim, geht in den Keller, seine Miene wird rasch heller – denn dort liegt ein Nebelspalter, gut in Schuss trotz hohem Alter. Draußen drückt er auf den Hebel, fräst sich Gänge durch den Nebel. Zügig kommt unser Held voran, dennoch ist ein Haken dran: Die...
HERLICEK – “Saisonales Schmankerl”
Die Wiener Küche ist ein Hit, da hält keine Großstadt mit. Doch nicht nur Schnitzel gibt es hier, auch Saisonales empfehl ich dir. Im Herbst gibt’s Schmankerln hier en masse: Ein Gansl macht dem Gaumen Spaß; Kürbisgulasch schmeckt – herrje! – so wie ein feines Ragout vom Reh! Doch wochenlang rund um die Uhr gibt’s (sogar gratis!) ein Highlight nur für alle – einzeln oder als Gruppe die...
HERLICEK – “Himmlische Aussichten”
Herlicek spielt mit Kollegen Karten, kann den Dienstschluss nicht erwarten; längst zählt er die Jahre und Tage, doch was droht, ist eine Plage: Die Pension wollen's reformieren, das Antrittsalter korrigieren. "Am End", sagt er mit Grabesstimme, „kriag i mein Ruhestand – im Himme‘!" (Song & Cartoon dazu auf heute.at/herliceks-abenteuer)
HERLICEK – “Italienische Nacht”
Kalter Herbstwind, der Himmel grau, Herlicek seufzt: "Ach, ist mir flau!" Die Blätter fallen, nass und schwer; der Kühlschrank leer, das Herz noch mehr. Herlicek sitzt im Dämmerlicht, der Tag schwindet, die Wehmut nicht. Da hat er die rettende Idee, spielt die "Best of Italy"-CD! Er dreht die Lautstärke voll auf – Proteste nimmt er gern in Kauf. Schon pumpert's heftig an der Pforte – Herlicek...
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