Zwischen Gischt und Gesang

von | 03.Feb..2026 | Poesie | 0 Kommentare

Der Sturm erwacht, die Wellen steigen.
Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier.
Blitze zucken wie zischende Peitschen.
Der Salzwind schreit zornig über dir.
Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen,
die einstmals nicht nach Hause kamen.
Der Wal richtete sie: die Kühnen und Harten
für ihre dunklen Gräueltaten.
Die Männer wurden zu Treibgut im Blau,
das nun nicht mehr so stürmisch rau
die Boote durcheinander wirbelt,
wie Strähnen um den Finger zwirbelt.
Das Dröhnen der Stille wird langsam friedlich.
Der Wind ist fort, der Himmel gütlich.
Die Kirchen auf Föhr, sie riechen diskret
nach blutigem Tran und leisem Gebet.

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