Im Wechselspiel der Jahreszeiten,
Wo Blüten welken, neue keimen,
Muss stets der Mensch sein Los bereiten,
Im Takt der Stunden, die entgleiten.
Die Eiche, fest im Waldesgrund,
Trägt still die Last der schweren Krone,
Gibt Vögeln Schutz in rauer Stund’,
Strebt aufwärts in des Himmels Zone.
So flüstert auch des Neckar Welle,
Wenn sie am alten Schloss vorbeizieht,
Von Pflicht, die jede Menschenseele
In sich als heil’ge Flamme innehält.
Vernunft, du Fackel im Gedankenmeer,
Erhellst den Weg zur Freiheit, zum Gewissen,
Doch ohne Herzenswärme bleibst du leer,
Erst beide schaffen wahres, tiefes Wissen.
Die Wolke zieht, der Wind verfliegt,
Das Blatt im Bach treibt fort zur Ferne.
Doch wer in Wahrheit Brücken biegt
Von Mensch zu Mensch, der dient dem Sterne,
Der über unser Schicksal wacht
Und aus dem Dunkeln Licht entfacht.
So webt der Einzelne am Band,
Das alle bindet – das Gemeinschaftsband.
Die höchste Tugend ist es wohl,
In Freiheit Pflicht zu übernehmen,
Als Teil vom großen Ganzen, voll
Des Mutes, ohne sich zu grämen.
Wie Mondlicht über Heidelbergs Altstadtdächern,
So schwebt der Geist der Zeit durch alle Räume.
Im Bund von Pflicht und sanftem Freiheitsfächern
Gedeiht des Lebens würdigste der Bäume.
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