Zwischenräume

von | 08.Feb..2026 | Poesie | 0 Kommentare

Ich sammle Sekunden aus rostigen Uhren
Und lege sie still in die Taschen der Nacht
Die Straßen sind leer, doch sie flüstern mir Routen
Weil Stille hier wieder zu Wegen erwacht

Ich habe gelernt, wie man Brüche verschweigt
Und wie man aus Rissen ein Fenster sich baut
Doch wenn man zu lange nur innerlich steigt
Wird selbst der Horizont unerquicklich laut

Zwischen den Worten, die keiner mehr sagt
Und den Fragen, die niemand erträgt
Liegt ein Raum, der mich atmen gelehrt hat
Auch wenn er mich manchmal zerlegt

Ich zähle nicht Siege, ich zähle den Mut
Der bleibt, wenn das Ziel sich entzieht
Wenn der Kompass verstummt und das Herz trotzdem tut
Was es kann, auch wenn keiner es sieht

Man sagte mir oft, ich sei schwer zu verstehen
Zu viel Tiefe für flachen Verkehr
Doch ich hab in den Abgründen laufen gelernt
Und verliere den Boden nicht mehr

Wenn die Nacht mich verschluckt wie ein offenes Meer
Und mein Name im Rauschen vergeht
Dann weiß ich: Ich sinke nicht grundlos so schwer
Weil Tiefe auch tragen kann, wenn man sie wählt

Und falls du mich suchst zwischen Gestern und Wahn
Wo das Licht nur in Spuren besteht
Ich bin dort, wo man zweifelt, doch trotzdem noch kann
Weil man weitergeht, auch wenn man innerlich bebt

Denn am Ende ist Hoffnung kein strahlender Ort
Sondern ein leiser, beharrlicher Schritt
Und ich bleibe genau an diesem einen Punkt
Nicht stehen –
sondern gehe weiter mit dir mit.

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