Mit Bedacht hat er der Dichtkunst eine neue Gattung gebracht 

Er hat das Internet-Alltags-Heimat-Tagebuch-Gedicht kreiert,

mit dem er von Flensburg bis Klagenfurt seine Fangemeinde fasziniert 

Auch in Graz bleibt man ihm nicht fern

In Luzern hat man ihn ebenfalls sehr, sehr gern 

Einst wird als Synonym dafür seine Name im Duden stehen

Ein Karg wird dann jedes Poem sein, das in die neue Form passt rein

Kargen wird man emsiges, mutiges Schreiben von derartigen

Internet-Alltags-Heimat-Tagebuch-Gedichten nennen

Viele werden sich als Anhänger derartiger Poeme bekennen

Hans Hartmut Karg bereichert und

erweitert zudem täglich die deutsche Sprache 

Mit Wortneuschöpfungen, die alle sehen,

doch längst nicht alle verstehen

So hat er wohl in “voller Lenzfreiheit”* gerade das Eigenschaftswort

“freundbemüht”** imposant komponiert

Doch bedeutet Lenzfreiheit nur das verbreitete

Freiheits- und Lebenslustgefühl  im klimatischen Frühling?

Oder heisst Lenzfreiheit jegliche menschliche Freiheit

zu Frühlingsgefühlen bis ins Greisenalter?

Und was meint “voll”?

Kennt Hans Hartmut Karg daneben eine “leere” oder “halbe” Lenzfreiheit?

Was soll “freundbemüht” sein, was schliesst es ein, was aus?

Definiert man “freundbemüht” als “(vergeblich) um Freundschaft bemüht”?

Oder will der lyrische Altmeister allgemein von “freundlich,

aber nicht unbedingt erfolgreich bemüht” sprechen?

Wir müssen es ertragen, den unbestrittenen 

Dichterkönig dürfen kleine Lyriker nicht fragen

So hoch erhoben wie er ist,  würde er keine Antwort sagen 

Stattdessen dichtet er: “Das Auge geht auf Blütenkur…” ***

Vermutlich ist er lyrisch sehr, sehr  frei

und denkt sich nichts dabei 

Wer darf eine “Blütenkur…” buchen

oder einen “Blütenkurort” besuchen? 

Stephan Wannovius, 1.05.22

* Ausdruck in Hans Hartmut Karg, Maibalsam, 01.05.22

**Kargsche Wortneuschöpfung in seinem Gedicht 

“Mit dem Bollerwagen”, 1.05.22

*** ebenfalls aus KARG, Maibalsam, 01.05.22

Lyrische Nummer eins
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