Ach könnt ich doch die Zeit anhalten
mit einer Hand, so wie des Pendels Schnur,
ich hör die Kirchturmglocken läuten,
der Zeiger rückt weiter an der Kirchturmuhr.

Wieder ist eine Nacht vergangen,
in der erschöpft ich traumlos schlief,
indes ohne Halt und unbefangen
Stunde um Stunde auf Lebensbahnen weiter lief.

Was ist das doch für ein Geschicke,
das Universum ewiges Sein verspricht
und doch, die süßen Augenblicke,
sie schwinden schnell und bleiben nicht.

Und dennoch ist es auch eine Gnade,
wenn Schmerz und Träne roter Hölle gleicht,
das auf der Zukunft ferner Pfade
unser Klagen einem hellen Lachen weicht.

So könnt es nicht sein, wenn wir die Zeit anhielten,
sogleich erstarrte der Planeten Lauf,
und wo einst Winde mit der Sonne spielten,
ging nimmermehr ein Samkorn auf.

Es ist so manches, was ich wollt halten,
meiner Kinder Liebe bedingungslos
und die Geschichten von den Alten,
wenn sie erzählen von Zeiten und Siegen groß.

So kommen und gehen die Jahre, die Tage,
Worte und Zeichen auf bleichem Papier gebannt,
am Ende bleibt doch nur der Helden Sage,
der Held indes schon lang dem Treiben entschwand.

Auch ich will einst so von der Erde gehen,
wenn ich erklommen meiner Träume Gipfel fern,
ich will die ganze Welt von oben sehen,
auf das meine Seele erkunde Stern um Stern.

So soll es sein, ich will die Zeit nicht halten
und sieh, meine schreibende Hand
ist schon gezeichnet von Linien und Falten.
Drum will ich lieben und lachen Stund um Stund,
mit hellen Sinnen und großem Staunen
meine Wege gehen im Erdenrund.

Und meinem Schöpfer, der dies alles so herrlich lenkt,
will ich mit jedem Atem danken,
lass Glaube und Hoffnung nie mehr wanken,
denn siehe Mensch: Es ist geschenkt!

Ach könnt ich doch….
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