Ich sitze hier und schreibe einen Brief. An die Wahrheit,
die noch nicht gefunden wurde. An die Kunst, die noch
nicht entdeckt wurde. An das Lied, das noch nicht
geschrieben wurde. An den Mensch, der noch nicht
geboren wurde. Und ein Clown steht in der Tür. Und sein
Lächeln zeigt die Wege. Und seine Sprache malt
Herzen. Und seine Lippen küssen die Zeit. Und ich sehe,
wie das Leben neu geboren wird!

Ich sitze hier und schreibe einen Brief. An das Bild, das
noch nicht gemalt wurde. An den Satz, der noch nicht
gespochen wurde. An die Träume, die noch nicht gelebt
wurden. An die Feste, die noch nicht gefeiert wurden.
Und ein Clown steht in der Tür. Und sein Hut berührt den
Himmel. Und in seiner Hand hält er Blumen. Und seine
Blicke öffnen Geschenke. Und ich sehe, wie das Leben neu
geboren wird!

Ich sitze hier und schreibe einen Brief. An die Zeit, die nie
gelebt wurde. An die Wünsche, die nie erfüllt wurden. An
die Hoffnugen, die nie wahr wurden. An die Schönheit, die
noch nie erkannt wurde. Und ein Clown steht in der Tür.
Und seine Stille zeigt Wiesen. Und sein Gesicht läßt Engel
reden. Und seine Kraft läßt Sterne spielen. Und ich sehe,
wie der Mensch neu geboren wird!

Ich sitze hier und schreibe einen Brief. An die Wunder, an
die ich glaube. An den Gott, unter allen Menschen. An das
Paradies das wahr wird. An den Mensch, der das Beste will.
Und ein Clown steht in der Tür. Und ich gehe durch Wiesen.
Und tanze an Stränden. Und singe auf Bergen. Und finde
die Freiheit. Und ein Wort lächelt mit mir. Und ich habe
einen Freund. Und weiß, wie die Zeit neu geboren wird!

(C)Klaus Lutz

Klaus Lutz, Anmerkung zum Gedicht

Die letzten Wochen waren barbarisch. Also gesundheitlich gesehen. Jetzt habe ich mich aber wieder an den Schreibtisch gesetzt. Und mir gedacht: „Probiere mal wieder etwas!“ Und ich hoffe, das es dem Einen oder Anderem gefällt. Die Behinderung und Krankheiten, mit dem Schreiben zu vereinbaren, wird immer schwieriger. Und erfordert immer mehr den Helden in mir! Den Giganten! Den Unbesiegbaren! Den Gott! Und an all dem arbeite ich. Und hoffe, das mir so doch noch etwas, vom Leben, klar wird: „Von der Kunst! Von der Sprache! Von der Liebe in Allem! Ehrlich! Aufrichtig!“ Und mit aller Wahrheit die ich denken kann. So gehe ich weiter. Vergesse alles um mich her. Und bewege mich täglich im Traumland. Oder im Zauberland. Da wo die Sprache immer ehrlich ist. Da wo die Träume wahr werden. Da wo die Welt nur Liebe besitzt. Da wo die Heimat ist. Von all den Worten die zu Träumen werden. Von all den Sätzen, die mehr sind. Von all den Ideen, die lebenswerter sind. Von all den Menschen, die besseres wollen. Das Traumland! Das Zauberland! Das Wunderland! Und weiß es. Wenn es das alles in einem Satz geben kann. Warum soll es das auch nicht auf der Welt geben können: „Gerechtigkeit! Wahrheit! Liebe!“ Wobei mir immer klarer wird, wie nah das Paradies ist. Und wie verrückt das Leben ist. Und was jeder Mensch in seinem Kopf hat. Und was für ein Unsinn die meisten Menschen wollen. Und wie wunderbar die Welt ist. Und wie wenig Menschen das sehen. Und wie viel Kraft und Zerstörung es bedeutet, diesen Widerspruch zu leben. Und wie einfach es ist alle Zerstörung zu beenden. Und ohne diesen Widerspruch zu leben. Aber kann sein, es kommt nur darauf an den Mensch so zu sehen wie er ist. Und alles andere ist Quatsch. Ich weiß nicht. Ich denke die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Den Mensch so zu sehen wie er ist. Und trotzdem an seine Träume zu glauben. Und mag sein das das alles Wahnsinn ist. Und unrealistisch für diese Welt. Und nicht machbar für den Mensch. In meinem tiefsten Innern jedoch, denke ich immer wieder: „Gib nicht auf!“ Klaus

Geburtstage
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