All inklusive auf dem Schiff

 

Es ist wie im Schlaraffenland,

Man könnte sich so leicht totessen:

Die Gäste, die mit viel Verstand

Wollen die Weltgrenzen ausmessen.

 

Wer kann den Teller voller laden,

Als es der fremde Nachbar kann?

Wer trinkt und ist da schlecht beraten,

Weil Alki er, im Säuferwahn?

 

Nun reden alle durcheinander,

S’ist laut, obgleich schon Abendzeit:

In Afrika sah man längst Panther,

Wein und Bier machen Zungen weit…

 

So rettet man ein Miteinander,

Das längst der neuen Zeit entrückt

Und hört nur noch vom wilden Panther,

Für den man gern das Smartphone zückt.

 

Essen und Trinken geh’n jetzt heiter,

Man schaut und konsumiert ganz toll,

Denn das treibt die Probleme weiter –

Und alle finden sich sehr wohl.

 

Die andere Welt bleibt ausgegrenzt,

Man ist am Schiff ganz unter sich,

Denn wo das Glas im Lichte glänzt

Gibt’s immer nur das Du und Ich.

 

Was ist das für ein Welttheater,

Wenn anderswo die Kinder sterben

Und mit dem Rausch der frühe Kater

Nicht für die Völlerei kann werben?

 

 

©Hans Hartmut Karg

2020

 

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All inklusive auf dem Schiff
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