Ein Tiger sitzt am Fenster ganz verwirrt.

Denn sein Gebrüll verstummte heute eben.

Gestern hab’ ich ihn an dich vergeben

Und meinte, dass er immer brüllen wird. 

 

Nun schaut das Raubtier lange in den Regen.

Und wünscht sich einen zweiten Tiger her. 

Nur um zu zweit zu sein: der Freundschaft wegen.

So war es nicht bei uns und auch nicht mehr.

 

Ich weiß nicht ob du noch zum Tiger schaust.

Und an mich denkst und auf die Sonne zeigend. 

Oder ob du weinst, wie er, und schweigend
Sein Gebrüll wem andern anvertraust.

 

 

Der Tiger
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