Trostbirnen

von | 04.Jan.2021 | Poesie | 0 Kommentare

 

 

Trostbirnen

 

Wann immer ich zur Großmutter kam,

Sah von Weitem den hohen Baum ich,

Den uralten Birnbaum, voll behangen

Und jährlich mein heimliches Ziel.

 

Birnen fielen herab und zersprangen,

Manche landeten auch in hohem Gras.

Besuchsweise hob ich sie eilig auf

Und verschlang die nachbitternde Süße.

 

Dabei waren sie klein, die Grießbirnen,

Mit hartledriger Haut überzogen,

Hatten viele Grießkörnchen innen,

Das Fruchtfleisch, es war gering.

 

Doch immer bekam ich im Winter

Die getrockneten, süßen Birnteile,

Welche die Oma ins Rohr gelegt,

Um im Winter Gesundes zu haben.

 

War ich traurig, bekam ich von ihr

Aus der Dose getrocknete Trostbirnen.

Das Gemüt hellte sich so bei mir auf,

Brachte Lachen ins Leben zurück.

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

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