Manchmal
wäre ich gerne
ein offenes Buch
in dem jeder lesen kann,
wie es mir geht.

Er bräuchte nur
einen Blick drauf werfen
und wüsste
wie ich mich fühle.

Manchmal
würden wohl Tränen raus laufen
und wortlos ausdrücken
was mich schmerzt
oder traurig macht
und was mir oft so schwer fällt
auszusprechen.

Hin und wieder
würde das Buch
runter fallen oder herum purzeln
ohne ersichtlichen Grund
und es würde mir Spaß machen
zu sehen,
wie du versuchst
mich zu erwischen.

Einige Seiten
wären wohl leer
einfach
weil gerade
NICHTS
da war.

Ein paar Seiten
wären umgeknickt
die Ecken abgerissen
oder
sie fehlten sogar ganz.

Manchmal
wären Buchstaben
wild durcheinander
und alles was du zu lesen versuchtest
ergäbe keinen Sinn.

Einzelne Seiten
wären fleckig,
scheckig, dreckig,
weil ich zwischendurch
nicht auf mich acht gegeben habe
oder einfach so
herum liege.

Manchmal
wünschte ich mir,
dass du nicht versuchst
in mir zu lesen,
sondern dass du mich einfach
in deinen Händen hältst
oder mit deinen Fingern
über meine Seiten streichst.

Doch bin ich meistens
wie ein Tagebuch
und diese sind leider
VERSCHLOSSEN.

© A. Namer 07/2012

Ein offenes Buch
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