Verdrängung

von | 08.Nov.2021 | Poesie | 0 Kommentare

 

 

Verdrängung

 

Nicht selten wird Verdrängung so beschrieben,

Als wollte Verborgenes nur sie zurückhalten,

Was unangenehmen Abfluss aus den Trieben

Ängste stets ausgrenzend abspalten.

 

Verdrängung kann uns doch auch retten,

Wenn Drohungslage in den Vordergrund sich drängt,

Uns auf ein recht sanftes Ruhekissen betten,

Damit die Seele nicht mehr eingeengt.

 

So gibt Verdrängung manches Mal schön frei

Die Horizonte zu erneuter Öffnungsweite,

Wodurch der Geist frei werde, suchend sei

Und Neugierde uns zum Interesse leite.

 

Und, ja, Verdrängung hilft mitunter auch,

Das starr uns Vorgesetzte etwas abzumildern,

Denn wo gar kein Begehren und kein Brauch,

Wollen das Innere wir nicht bebildern.

 

So schwimmt die Existenz sich wirklich frei,

Schiebt weg, was leider uns nicht sehr genehm,

Trennt das Verschwärzende von rohem Ei,

Führt uns ins Leben, komfortabel und bequem.

 

 

 

©Hans Hartmut Karg

2021

 

*

Rate this post

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Share This