Und immer wird
Und immer wird Und immer wird menschliches Verlangen sich Neues einfallen lassen, wenn es von der Kindheit über die Jugendzeit ins Erwachsenenleben hinübergerettet dort erneut verwirklicht wird. ©Hans Hartmut Karg 2025 *
Teddybären
Teddybären Klein, süß und so niedlich Oder auch groß in den Schießbuden Stehen Teddys zuhauf. Versehen mit Kindchenschema, gemütlich Darf man schon vermuten: Sie haben ihren guten Lauf. Blinzeln sie nicht zu uns her? Wollen sie uns nicht locken? Man meint: „Nehmt mich mit!“ Zu hören. Geben sie uns mehr Mit ihrem ständigen Verlocken, Besänftigen sie unseren Schritt? Aus Erinnerungen der Kindheit...
Wia duckt
Ned vazückt, sei Gmiat Fost entruckt, sei Ontlitz Hoib zdruckt, sei Gschau Gaunz duckt, sei Hoitung Olles duckt, kana muckt
Weisheit
Manchmal erscheint es so, als hätte jemand die Weisheit mit dem Löffel gefressen... Lächle und erinnere dich, dass das meiste von dem, was wir mit dem Löffel in uns aufnehmen, auf bekanntem Wege uns wieder verlässt. © A. Namer
Der Feldherr aus Stein
Er träumt vom Ruhm, vom großen Sieg, vom Donnern eines ewigen Kriegs. Doch was er sieht, sind keine Menschen – nur Zahlen, Opfer, Feldgrenzen. Sein Blick ist frostig, ohne Gnad’, kein Herz, das je Erbarmen hat. Ob eigener Mann, ob Feindessoldat – für ihn sind beide nur Schachfigur und Saat. Er zählt Verluste wie Gewinn, kein Schmerz geht ihm durch den Sinn. Er baut sich Thron und Ehre aus Blut,...
Grundausbildung
Ich trat ein in die Bundeswehr, ein junger Mensch mit klarem Blick. Doch bald war alles kalt und schwer, der Schritt zurück – kein Weg, kein Glück. Man lehrt uns, wie man Waffen hält, wie man im Gleichschritt schweigend geht. Doch keiner fragt, was wirklich zählt, wenn Herz und Geist im Takt vergeht. Die Grundausbildung – stahlhart, rau, ein Joch, das auf der Seele liegt. Der Mensch wird klein,...
Den milden Welten
Den milden Welten Was mit hauchzarter, leiser Stimme Streichelnd im Nachtlager beginnt, Scheint, als wär‘ diese kleine Imme Dem großen Stabe doch gesinnt. Also heißt’s: „Mache weiter, Bevor der Morgen Zeit verdrängt, Damit wir frisch und wieder heiter Zum Tage kommen, der uns fängt.“ Den milden Welten zugetan Kommt es wohl wie es kommen muss: Die Liebe ist kein leerer Wahn, Der Mund dreht sich...
Die Mondnacht bleibt
Die Mondnacht bleibt Die Mondnacht bleibt der Liebe pflichtig, Denn was den Liebenden so wichtig Lässt sich in fahlem Lichte weiten, Wenn Fantasien sie begleiten. Zärtlichkeit braucht Heimeligkeit Und macht im Mondlicht sich bereit, Zu streicheln hier in fahlem Schein, Lässt ZWEI damit nicht einsam sein. So winden sich leicht im Genuss Zwei Körper, finden hin zum Kuss, Um ohne Angst und ohne...
Der Kommende, um zu zerstören
Ich gehe oft auf diesem schönen, neuen, breiten, schwarzen Radweg. Vielleicht mehrmals in der Woche. Doch bald werde ich aufhören, auf ihm zu gehen. Ihr fahrt und geht an mir vorbei, ich lächle immer und grüße euch. Manchmal bemerkt ihr mich nicht und rauscht vorbei wie an einem Gespenst. Doch öfter… schaut ihr, als wollte ich euch euer Vaterland rauben; euch euren breiten, schönen, neuen,...
Wachsen
Alles wächst. Auch wir. Alles braucht Zeit dafür. Auch wir. Vieles braucht Sonne, Wärme, Wasser, Nahrung. Auch wir. Lass sie wachsen die Liebe in dir und schenke ihr all das, was sie dafür braucht. © A. Namer
Überpositives Herbstgedicht
Es leuchtet mild der Herbst in goldnen Zweigen, ein stiller Glanz durchströmt das weite Land. Die Blätter sinken – nicht in welkes Schweigen, sie tanzen froh im bunten Farbgewand. Der Abendhimmel strahlt in rotem Feuer, ein Zauberhauch umfängt die stille Flur. Und jeder Schritt wird reicher, wird erneuer, als führ’ die Zeit zum ew’gen Frühling nur. O Herbst, du bist kein Ende, bist Beginn, dein...
Die Gesichter hinter dem Visier
„Warum?“ – fragt der Wind im Kriegsgebiet, doch die Helme bleiben stumm, kein Echo, kein Gewissen, nur Schritte im Gleichschritt – dumpf und krumm. Sie tragen keine Namen, nur Nummern auf dem Blatt. Gefühle – längst verbannt, ihr Herz – ein leerer Apparat. Sie handeln wie Schatten im Auftrag der Macht, ihr Kompass zeigt nur Geld und Schlacht. Und jeder glaubt, er sei ein Held, doch das Heldentum...
Anerkennung muss beidseitig sein
Anerkennung muss beidseitig sein Mancher Zeitgenosse muss ständig Anerkennung einfordern, Kann selber sie jedoch seinen Mitmenschen nicht geben, Will sie jedoch als einen aufbauenden Rapport ordern, Um sich damit selbst auf höchstes Podest zu heben. Anerkennung muss beidseitig sein. Fast ein jedes Gegenüber spürt, Ob es nur als Zuträger allein Ständig Lob im Worte führt. Deshalb muss eben auch...
Menschen fühlen, was sie nicht wissen
Menschen fühlen, was sie nicht wissen Menschen fühlen, was sie nicht wissen, Manchmal genügt ihnen ein einziger Blick, Um den Schleier der Wahrheit zu hissen, Ob im Gegenüber einfühlendes Glück. Es ist meistens der erste Eindruck, Mit dem das Gemüt dann erwacht, Nach Bewertung sucht, ohne Druck, Mit Anstand forscht – und mit Bedacht. Das Gefühl ist damit meist weiter Und warnt uns vor verfrühter...
Einmal Abschied und zurück…
An meine Kinder. Einmal Abschied und zurück… Kaum seid ihr fort vermiss ich euch, bring meine Sehnsucht nicht zum Schweigen! Etwas traurig, Etwas leer, mag meine Tränen niemand zeigen. Obwohl ich weiß ihr kommt bald zurück lässt unser Glück mich doch auch leiden. Von Menschen die man herzlich liebt, mag wohl niemand so gern scheiden! © Ingo Eckart September...
Ratlos
Ich stehe da, hab' keine Ahnung, wohin… Ich stehe und drehe mich gleichzeitig im Kreis. Bin ratlos. Ich mach' mal den ersten Schritt, dorthin, wo ich mein Herz spüre… Keine Ahnung wohin es mich führt. © A. Namer
Abschied
Herbstblumen, eingefroren auf gespitztem Marmor. So vieles gesagt – und nichts war doch getroffen, aber das Eine bleibt: auf ewig, dir versprochen... Denn wenn der letzte Eisenstern ins Dunkel fällt, werd ich da sein, wenn es sich strahlend selbst erhellt, nur um zu sehen, dass Dein schon jetzt, das Meine hält.
Es macht keinen Sinn
Es macht keinen Sinn Es macht keinen Sinn, Mitmenschen niederzumachen. Vielmehr wird’s Lustgewinn, Wenn wir miteinander lachen. Deshalb sollte man nicht nach Feinden suchen Oder gar überall und immerzu Feindbilder ausmachen, Hass zu verstärken, Neid und Wut verbuchen, Denn dann fährt man weg von liebevollen Sachen. Mit Menschen sich verständigen, Aufschauen, sie verstehen wollen Und die eigenen...
Näherungen
Näherungen Die Nähe braucht schon ihr festes Band, Um mit weiterer Ferne klarzukommen, Um zu verstehen, was die eine Hand Erhält, was der anderen weggenommen. Denn Zentrifugales schleudert oft Den festen Willen an die Wand, Der dauerhaft auf Nähe hofft, Was längst zerbrochen schon als Band. Man muss sich deshalb selbst bewegen, Um Näherungen Chancen zu geben, Muss sich Glaubhaftes dann zulegen,...
Liebessinnen
Liebessinnen Liebe braucht Nacht und Tag, Wo sie ihr Leuchten spiegelt, Zeigt, was unser Gemüt mag, Das sonst so leicht verriegelt. Den heißen Liebesstunden Folgen dann Sehnsuchtstage, In denen wir lange erkunden, Was immer uns bleibt als Frage: Trägt Nähe noch trotz der Ferne, Wärest Du nicht näher bei mir? Hab‘ Dich von Herzen gerne Weil ich Dich nah bei mir spür‘. Noch ist ja nicht...
Regennächte
Regennächte Nach Jahren der elenden Dürre Endlich wieder einmal Regennächte, Wenn Tropfen beständig fallen, Vorbei der Rauch, wo ich spüre: Es füllen sich wieder die Schächte, Wir hören Prasseln und Schallen, Himmelswasser das Ozon neutralisiert Und Regen zu den Gärten geführt. Auch wir leben auf, Es grünen die Wälder, Lüfte werden rein, Wenn Sand im Verlauf Gedrückt auf Felder In die Erde...
Elbflorenz
Elbflorenz Da ist ja fast nichts außen herum, Nur das Schiff bleibt uns Kulisse, Wenn wir uns nähern dem Momentum, Wo kaum etwas wahre Größe vermisse. Doch August hat dann in Szene gesetzt Sein Dresden als prachtvolle Residenz. Er war mit der ganzen Welt vernetzt, Ließ erbauen sein herrliches Elbflorenz. Was da an Größe auf uns gekommen, Als Evangelisch und Katholisch beisammen, Das hat der...
Werden sie etwas finden
Werden sie etwas finden Werden sie etwas finden, Was wird es sein? Müssen mich Ängste schinden, Bleibe ich krank, allein? Schon wurde mir Blut genommen, Das CT, es steht noch aus. Als Leidender bin ich gekommen, Worauf läuft die Diagnose hinaus? Ultraschall wurde dann gemacht, Nun fehlt noch das MRT. Meine Schmerzen, schwerer als gedacht, Tragen mich her mit Leid und Weh‘. So warte ich ab den...
Dem Felde
Den Blick gerichtet übers Feld Was gibt es bess‘res auf der Welt Die Arbeit nur zu sehen dort Die Anstrengung und Mühe hart Wär‘ schlicht ungerecht bisweilen Die schönen Seiten auszublenden Statt Frucht und Tieren mit Gebühr Kein Heucheln aber mit Gespür Respekt zu zollen und zu loben Die Krume hier den Herrgott droben So geht das übers ganze Jahr Wenn Pflänzchen dünn wie feinstes Haar Im...
Der Du mich trägst
Der Du mich trägst Der Du mich trägst, Meine Herregott, Mir Kraft zulegst, Wenn ich in Not, Bewahre mich, gnadengeführt, Vor Schmerzen, die der Körper spürt. Manchmal grau sind Tage, Die mich eben auch umwehen Mit meiner alten Plage. Da muss ich stetig darauf sehen, Dass ich den alten Körper stähle, Weil immer ich noch auf Dich zähle. ©Hans Hartmut Karg 2025 *
Raffaels Sixtinische Madonna in Dresden
Raffaels Sixtinische Madonna in Dresden Selten hat eine Mutter mit Kind so weithin geschaut: Traumverlorenen Blickes mit selbstbewusstem Knaben. Raffael hat sein Gemälde für uns so aufgebaut, Dass wir diese wunderbare Begegnung haben. Selbst wenn die unteren Knaben viel öfter verkauft Und die Erwachsenen so Randfiguren bleiben, Ist es unser Ohr, das diese Vorhänge belauscht, Während die Figuren...
Der Nähe geschuldet
Der Nähe geschuldet Der Nähe geschuldet ist alles Begehren, Womit man Glücklichsein darf beehren – Auch ohne Etikette und ohne Ziel. Man muss nichts abwehren, Sich nicht beschweren, Wo gemeinsam das Spiel. Deshalb musst Du nicht bangen, Wenn Nähe als Verlangen Wächst in ein gutes Gefühl. Wenn Augen traumverhangen Und Hände gemeinsam zulangen, Heißt es nur noch: „Ich will!“ ©Hans Hartmut Karg...
Kakteenkindel
Kakteenkindel Meine wunderschönen Kakteen Lassen es sich einfach nicht nehmen, An doppelte Vermehrung zu denken: Einerseits lassen sie Blüten sehen Und werden sich trotzdem nicht bequemen, Uns auch noch ihre Kindel zu schenken. Bewundern muss ich sie allemal, Wie sie bei dieser Bruthitze So dauerhaft sich zur Vermehrung lenken Und mit so großer Kindelzahl, Während ich nur keuche und schwitze,...
Wenn jeder überall immer alles
Wenn jeder überall immer alles Wenn jeder überall immer alles anbieten kann, Dann wird immer weniger gekauft, Denn am Markt findet sich das bedeutende Gespann: Das Produkt wird an Konsumenten verkauft. Früher musste man sich dafür bewegen, Durfte hin in die Spezialläden laufen, Musste sich oft auf Wartezeiten verlegen, Konnte nicht alles immer sofort kaufen. Heute erhält man übers Internet...
Wissen Sie, ein Konzept
Wissen Sie, ein Konzept Wissen Sie, ein Konzept leuchtet und strahlt, Zeigt, wozu menschlicher Geist eigentlich fähig, Weil es Hoffnungen in den Himmel malt Und unser Schöpfertum eben nicht unfähig. Im Zusammengehen mit Ideen wachsen Nuancen Zu einem wunderbaren Gebäude heran, Eröffnen uns so neue Gestaltungschancen, Egal ob als Frau oder als Mann. Wissen Sie, ein Konzept ist Freiheit, Gebunden...