Elbflorenz
Elbflorenz Da ist ja fast nichts außen herum, Nur das Schiff bleibt uns Kulisse, Wenn wir uns nähern dem Momentum, Wo kaum etwas wahre Größe vermisse. Doch August hat dann in Szene gesetzt Sein Dresden als prachtvolle Residenz. Er war mit der ganzen Welt vernetzt, Ließ erbauen sein herrliches Elbflorenz. Was da an Größe auf uns gekommen, Als Evangelisch und Katholisch beisammen, Das hat der...
Werden sie etwas finden
Werden sie etwas finden Werden sie etwas finden, Was wird es sein? Müssen mich Ängste schinden, Bleibe ich krank, allein? Schon wurde mir Blut genommen, Das CT, es steht noch aus. Als Leidender bin ich gekommen, Worauf läuft die Diagnose hinaus? Ultraschall wurde dann gemacht, Nun fehlt noch das MRT. Meine Schmerzen, schwerer als gedacht, Tragen mich her mit Leid und Weh‘. So warte ich ab den...
Dem Felde
Den Blick gerichtet übers Feld Was gibt es bess‘res auf der Welt Die Arbeit nur zu sehen dort Die Anstrengung und Mühe hart Wär‘ schlicht ungerecht bisweilen Die schönen Seiten auszublenden Statt Frucht und Tieren mit Gebühr Kein Heucheln aber mit Gespür Respekt zu zollen und zu loben Die Krume hier den Herrgott droben So geht das übers ganze Jahr Wenn Pflänzchen dünn wie feinstes Haar Im...
Der Du mich trägst
Der Du mich trägst Der Du mich trägst, Meine Herregott, Mir Kraft zulegst, Wenn ich in Not, Bewahre mich, gnadengeführt, Vor Schmerzen, die der Körper spürt. Manchmal grau sind Tage, Die mich eben auch umwehen Mit meiner alten Plage. Da muss ich stetig darauf sehen, Dass ich den alten Körper stähle, Weil immer ich noch auf Dich zähle. ©Hans Hartmut Karg 2025 *
Raffaels Sixtinische Madonna in Dresden
Raffaels Sixtinische Madonna in Dresden Selten hat eine Mutter mit Kind so weithin geschaut: Traumverlorenen Blickes mit selbstbewusstem Knaben. Raffael hat sein Gemälde für uns so aufgebaut, Dass wir diese wunderbare Begegnung haben. Selbst wenn die unteren Knaben viel öfter verkauft Und die Erwachsenen so Randfiguren bleiben, Ist es unser Ohr, das diese Vorhänge belauscht, Während die Figuren...
Der Nähe geschuldet
Der Nähe geschuldet Der Nähe geschuldet ist alles Begehren, Womit man Glücklichsein darf beehren – Auch ohne Etikette und ohne Ziel. Man muss nichts abwehren, Sich nicht beschweren, Wo gemeinsam das Spiel. Deshalb musst Du nicht bangen, Wenn Nähe als Verlangen Wächst in ein gutes Gefühl. Wenn Augen traumverhangen Und Hände gemeinsam zulangen, Heißt es nur noch: „Ich will!“ ©Hans Hartmut Karg...
Kakteenkindel
Kakteenkindel Meine wunderschönen Kakteen Lassen es sich einfach nicht nehmen, An doppelte Vermehrung zu denken: Einerseits lassen sie Blüten sehen Und werden sich trotzdem nicht bequemen, Uns auch noch ihre Kindel zu schenken. Bewundern muss ich sie allemal, Wie sie bei dieser Bruthitze So dauerhaft sich zur Vermehrung lenken Und mit so großer Kindelzahl, Während ich nur keuche und schwitze,...
Wenn jeder überall immer alles
Wenn jeder überall immer alles Wenn jeder überall immer alles anbieten kann, Dann wird immer weniger gekauft, Denn am Markt findet sich das bedeutende Gespann: Das Produkt wird an Konsumenten verkauft. Früher musste man sich dafür bewegen, Durfte hin in die Spezialläden laufen, Musste sich oft auf Wartezeiten verlegen, Konnte nicht alles immer sofort kaufen. Heute erhält man übers Internet...
Wissen Sie, ein Konzept
Wissen Sie, ein Konzept Wissen Sie, ein Konzept leuchtet und strahlt, Zeigt, wozu menschlicher Geist eigentlich fähig, Weil es Hoffnungen in den Himmel malt Und unser Schöpfertum eben nicht unfähig. Im Zusammengehen mit Ideen wachsen Nuancen Zu einem wunderbaren Gebäude heran, Eröffnen uns so neue Gestaltungschancen, Egal ob als Frau oder als Mann. Wissen Sie, ein Konzept ist Freiheit, Gebunden...
So kommt sie
So kommt Sie Schon sieht man auf dem Monitor Eine Frau – und spürt etwas. Man ist aufgeregt, im Furor, Geht es dabei nur um Spaß? Manche suchen da nach einer Frau, Die so etwas ist wie ein Fotomodell. Das und finden ihre Muse passgenau: Ein hübsches Weibchen, das seelenhell. Die Besondere ist gar nicht leicht zu finden, Denn ein Mensch ist mehr als ein Foto. Will man sich dennoch dauerhaft...
Menschen in Beziehungen bringen
Menschen in Beziehungen bringen Eines unserer größten Leistungen ist: Menschen in Beziehungen zu bringen. Selbst wenn wir nur in kurzer Frist, Sollten wir ein Lied auf die Liebe singen. Die einen finden dadurch sogar Arbeit, Firmen haben sie längst angenommen, Weil sie engagiert und fleißig bereit, Um beruflich auch weiterzukommen. Andere haben wir in Freundschaften gebracht, Bereits, als wir...
Zum Tal
Ich habe ja die Wahl, ich besuche die Gaststätte „Zum Tal“. Ich schaue mich um und sehe ein sonderbares Publikum. Hier verkehrt die sogenannte Intelligenz und die ländliche Prominenz. Eigentlich will ich nur Gespräche führen und erfahren, was die Einheimischen berühren. Aber hier wird man meist ignoriert und teilweise sogar provoziert. Man kommt selten zu Wort an diesem außergewöhnlichen Ort....
Insolvenz
Ein sorgenfreies Arbeitsleben wird es wohl nie mehr geben. Mit der Insolvenz war mir klar: der soziale Abstieg ist unvermeidbar. Absage folgte auf Absage, Tag für Tag in dieser Lage. Meine Situation blieb unverändert – gleich, am Ende landete ich im Niedriglohnbereich. Mein ehemaliger Chef, dem ich vertraute, war es, der meine Zukunft verbaute. Jahrzehntelange Kolleginnen und Kollegen spielten...
Betriebsversammlung
In der Firma ist die Spannung groß, die Erwartungen steigen – endlos. Zur Betriebsversammlung tritt er an, der höchste Gewerkschafter im Land, stellt sich vor bei der Belegschaft mit Versprechen von Tarifvertrag und neuer Kraft. Die Stimmung bleibt verhalten, kühl, manch einer schweigt, manch einer will zu viel. Doch plötzlich kippt die Atmosphäre, die Luft wird laut, fast schon gefährlich –...
Muse und Zeit
Als Sohn der Not bin ich geboren, die freie Muse – so blass und knapp. Ja, der reiche Mann ist nur ein Tor, denn er weiß nicht, was er wirklich hat. Doch dem Pegasus im Joch zum Trotz, will ich der schweren Erde weit entfliehen – allein durch Kraft, die gnädig auf mich fällt und das Licht ins Dunkel zur Erfüllung hält.
Sich dort treffen
Sich dort treffen Sich dort treffen, wo die Vaterstadt Mit Kindheit und Jugendzeit gewesen. Man geht gerne in das alte Freibad, Wo sich Erinnerungen nachlesen. Wir wissen, was uns einst getragen, Als klein, unfertig wir im Leben waren Und immerzu mit den vielen Fragen Uns um Verwandte durften scharen. Sich dort treffen, bedeutet ein Aufleben Des Verflossenen, das nicht schwinden soll, Denn...
Großzügigkeit
Großzügigkeit Großeltern sind nicht selten großzügig, Die Enkel nehmen das gerne an. Hält man sie damit auch gefügig, Bieten sie sich hilfsbereit an? Ältere freut solches Engagement, Denn Hilfe braucht jedes Alter. Das ist viel mehr als Amüsement, Oft wird die Jugend dann Sachwalter. Großzügigkeit darf man nicht nur ausnutzen, Dann bleibt man auf liebender Augenhöhe, Sollte nicht mit dem Handy...
Verursacht das Stress?
Verursacht das Stress? Menschen aus ihrer Ruhe vertreiben, Verursacht das Stress? Ihnen etwas unter die Nase reiben, Wäre das kess? Ihnen ihre Lebensziele rauben, Das ist keine Kunst! Uns Entspannung erlauben Wäre höchste Gunst! Also wollen wir uns fügen In unsere Freud, Wenn wir uns vergnügen, Dennoch dazu bereit, Uns dort zu bescheiden, Wo bereits unser Glück, Um nicht zu erleiden Ein...
Wenn innere Harmonie
Wenn innere Harmonie Wenn innere Harmonie Dir signalisiert: „Jetzt ist es aber endlich genug!“ Hebe ja nicht weiter an den Krug, Bleibe nicht abhängigkeitsgeführt! Gelassenheit sei Deine Stärke, Denn der in sich Ruhende weiß: Auf Erden wird es Dir so zu heiß! Also: Kontrolliere Deine Werke! Unser aller Fußabdruck bleibt, Den ein jeder von uns produziert, Denn wir bleiben wunschverführt, Was die...
Wenn Sterne träumen würden…
Wenn Sterne träumen würden... Von was würden sie träumen? Von Liedern, zu denen sie tanzen könnten? Von Blumen, die ihnen mit ihren Farben den Weg weisen würden? Von Liebenden, die ihnen Namen geben? Von... © A. Namer
Wir hätten Wichtigeres zu tun
Wir hätten Wichtigeres zu tun Wir hätten Wichtigeres zu tun, Als wieder Bomben abzuwerfen, Die Erde geht uns sonst kaputt, Heißzeit will schon das Leben brechen! Immer noch führen wir alte Kriege Und tun so, als wäre die Erde Unendlich, weil wir leider zulassen Zu leben wie die Berserker. Der Erdkreis, er ist sehr begrenzt, Das Klima, es entartet weiter Und Wälder brennen überall, Weil wir nicht...
Lügen
Lügen Lügen mögen zwar entlasten, Aber sie belasten die Zukunft: Wir sollte ja nicht wahrheitsfasten, Denn das wär ohn‘ alle Vernunft. Mit Wahrheit kommt man immer weiter, Muss sie jedoch nicht hinausposaunen, Denn aufgestellt ist eine Nachricht heiter, Wenn wir begrenzen unsere Launen. Oft ist das Lügen nur ein Reflex, Gedankenlos dahergeredet. Hinterher ist man dann perplex, Wenn das von...
Morgenhorizont
Geliebter Blick in Sonnenaufgang Richtung Osten Vorwärtsdrang Morgenfrische Zuversicht Fahles Licht streift mein Gesicht Erst nur zögerlich und schwer Hinter Hügel steigt empor Schmale Wolkenbänder decken Sonne ab, muss sich erst recken Nach ein paar Minuten dann Fängt das Farbenschauspiel an Radiales Licht-Theater Drängt durch zahllos Wolkenfenster Beginnt als Purpur in Pastell Stimmungsvoll...
Das Sommerende
Der Sommer geht, das Licht verblasst, der Abend naht in mattem Rot. Was nicht gereift, das fällt zur Rast, der Tag verneigt sich still dem Tod. Die Felder schweigen abgeerntet, kein Lied mehr zieht durch Flur und Wind. Was nicht ins Herz gesammelt wurde, verliert sich wie ein flüchtig Kind. Ein Sturm erhebt sich überm Tale, die Eberesche senkt ihr Haupt. Ein Wind fährt durch die offnen Male, wo...
Der Sommer geht.
Der Sommer geht, der Sturm er kommt, was nicht gereift, das fällt vom Baum. Was nicht gesammelt, zieht im Wind – verliert sich still in Zeit und Raum. Doch kaum hat sich der Sturm gelegt, ruht Laub auf Wegen, bunt und klar. Ein neuer Takt beginnt im Land, als sei das Alte immerdar. Denn was im Wind sich tief verneigt, das hebt sich bald mit neuem Mut. Die Erde atmet, leis und frei – und tut, was...
Der Lavendelbusch
Der Lavendelbusch Es summt und brummt in aller Früh‘, Ein ganzer Bienenstock hat Müh‘, Sich an Lilablüten zu versammeln, Um Honigtracht reichlich zu sammeln. Bevor die Sonne höher steigt, Sich später hin zum Abend neigt, Ist fleißig und mit viel Bedacht Das Erntegut zum Stock gebracht. Würde, wie bei den fleißigen Immen Weltweit das Erntewerk noch stimmen, Gäbs weniger Hunger und ein Werden Auf...
Grillwürstchen
Grillwürstchen Da liegen so viele auf dem Grill, Jetzt kann das Volksfest beginnen, Wo mit Genuss und mit viel Gefühl Es erfasst das Gemüt, unser Sinnen. Früher gab es das nur einmal im Jahr, Dass es die Würstchen gab, sonst nicht, Weil dies der Höhepunkt des Jahres war: Es gab wenig Geld, wenig Berufsaussicht. Heute ist das Grillen überall inflationär, Die ganze Welt wird ständig bedampft....
Sonett über die Gleichgültigkeit
Wer stumm die Welt in grauer Ruhe sieht, dem Herz erkaltet, noch bevor es schlägt, er merkt nicht, dass die Zeit im Gift verriet, was jede Flamme in den Schatten legt. So wandelt er, ein Schlafender im Tag, die Augen offen, doch der Sinn ist blind; er hört kein Leid, er stellt sich keine Frag, sein Geist verweht wie Staub im leeren Wind. Und jeder Schmerz, der stumm verhallt, vermehrt die Macht...
Wenn nicht der Tag
Wenn nicht der Tag Wenn nicht der Tag den Abend lobt, Kann man zur Nacht schlecht finden, Weil immer die Erinnerung tobt, Um das Gemüt zu schinden. Wirf daher ab, was Dich bedrückt, Dem Abend gehört das Feiern. Suche, was freudig Dir geglückt, Verdränge das alte Leiern. Den Abend grüßt die reife Nacht, Wenn unsere Sterne aufgehen Und Liebe uns erst dann erwacht, Wenn von Gegangenem wir absehen....
Das Hausrezept
Das Hausrezept Viel hatte sie nicht von ihrem Leben, Armut blieb ständige Begleiterin. Sie arbeitete hart und wollte streben, Dafür gab es Nahrungsgewinn. Und jedes Jahr am Ackerrain Holte sie sich Kamillenblüten, Trocknete sie, der Duft war fein Und packte sie in Papiertüten. Trat dann herein die Schnupfenzeit Mit Husten, Grippe schwer ins Land, Machte sie ihren Tee bestens bereit, Denn klug...