Farben
Die Farbpalette des Lebens ist vielfältig. Welche Mischung möchtest du als Nächstes ausprobieren? © A. Namer
In den Gärten
In den Gärten Längst sind leichter die Gewänder, Passen sich dem Spätjahr an: Die Wiesen trocken, der Kalender Sagt uns: S‘blüht kein Löwenzahn. In den Gärten harken Nachbarn, Pflegen die umgegrabenen Beete Und im Wald treibt frischer Farn, Blumen schönen auch die Städte. Jetzt ist noch kein Braun zu sehen, Das Grün verhindert Seelenschmach. Am Morgen, wenn wir wandern gehen, Begleitet uns...
Hast Du nicht immer mir gesagt
Hast Du nicht immer mir gesagt Da möchte ich doch diesen schönen Tag Nicht vor dem Abend loben: Wenn ich mich aus der Deckung wag‘, Zieht es mich wirklich weit nach oben, Zum Klettersteig, ins Hochgebirge, Wo Fels, die Latsche und die Birke. Hast Du nicht immer mir gesagt, Geduld sollte ich haben, Sehen den Menschen, der Höhe wagt, Auch den Adler und die Raben, Die dort spechtend auf mich sehen,...
Ruhe in die Welt zu bringen
Ruhe in die Welt zu bringen Überall begegnen uns Geilheit und Hektik, Der Daddelwurm – er ist überall! So zeigt sich moderne Dialektik: Eine Freiheit – wie im Hasenstall! Man wähnt sich so herrlich frei Und ist doch mediengefangen In und mit diesem täglichen Vielerlei, Als wäre die Muße verlorengegangen. Ruhe in die Welt zu bringen, Sich hinsetzen und nur zu schauen, Nicht mit irren Botschaften...
Die Osterinseltradödie
Die Osterinseltragödie So könnte es uns als Menschheit ergehen: Nachdem dort alle Bäume gefällt waren, Nur kahl die Osterinseln noch zu sehen, Konnte man nicht mehr zum Fischfang fahren. Steinfiguren zementierten religiösen Wahn: Göttersegen sollte Nahrung bringen! Von Göttern Hilfe erflehen sodann, Um gegen das Verhungern anzusinnen. Es kann aber auch so gewesen sein: In religiösem Eifer und...
Scherbenhaufen meines Lebens
Der Kampf war vergebens, zurück blieb ein Scherbenhaufen meines Lebens. Schaffe ich noch den Neubeginn, oder hat alles keinen Sinn? Zu viel geraucht, zu viel verbraucht, mein Körper wirkt müde, mein Blick ist verhaucht. Die Gegenwart zieht ihre Kreise, ich fühle mich auf einer endlosen Reise. Niederlagen prägen mein Leben, wird es für mich noch Hoffnung geben? So viele Fragen ohne Klang, und...
Geschliffen
Das Leben schleift uns manchmal, wie eine Schleifmaschine Holz. ...und so entdecken wir immer wieder neue Schichten, die wir so noch gar nicht kannten. © A. Namer
Rechtschaffenheit
Rechtschaffenheit Mit der Bibel ein Leben verbringen, So schaffte Großmutter fast hundert Jahre. Religiös geerdet konnte es ihr gelingen Trotz Armut beseitigen die NACHTMAHRE: Früh schwanger und doch verlassen Wurde sie arrangiert verheiratet. So konnte ein Alkoholiker sie fassen, Unglück wurde so ihr bereitet. Sie musste mit den beiden Söhnen Allein durchs Leben kommen, Sich an das Bescheidene...
Zwei Hahnen auf dem Mist
Zwei Hahnen auf dem Mist Zwei Hahnen auf dem Mist, Der eine reich, der andere mächtig: Da drohen Kampf und schlimme List, Denn keiner bleibt da unbedächtig. Es geht ja nur um eine Botschaft: Wer von uns darf der Stärkere sein. Also wird das alle Üble hergeschafft, Man schlägt sich immer hundsgemein. Ziehe Dich selbst von dort zurück, Sonst kommst Du zwischen ihre Fronten, Gefährdest Dein eignes...
Ich bin ein Baum
Wenn ich ein Baum wäre, wüsstest du mit dem Wissen, dass ich ein Baum bin, noch lange nicht, wer oder was ich bin. Es gibt Tannenbäume, Laubbäume, Obstbäume, so viele Arten, so viele Sorten... Jeder ist anders beschaffen, sieht anders aus, hat andere Bedürfnisse, wächst und gedeiht, je nachdem, auf welchem Untergrund er gewachsen, welchen Umwelteinflüssen er ausgesetzt ist, ob ihn jemand...
Welche Intelligenz bitte?
Welche Intelligenz bitte? Da erzählte ich ihnen, Dass mit meinem Elektroauto Ich siebzig Stundenkilometer gefahren sei. Daraufhin lachten sie mich aus Und man sah an ihren Gesichtsmienen, Ich wäre nur ein pars pro toto Der üblen Straßenschleicherei, Denn man lebt besser in Saus und Braus. Als ich dann ausführte und erklärte, Dass Nachfahrende wie auch ich dem Klima dienten, Weil wir alle weniger...
Vorstellungen
Vorstellungen Vorstellungen sind anders als Tatsachen, Doch manchmal sind diese zum Lachen. Verstellen sie oft, gar nicht so selten, Dass sie verbauen wirkliche Welten? Da mögen beste Wünsche reifen, Mit denen wir zum Himmel greifen, Doch haben wir wirklich bedacht, Dass dadurch Wirkliches verlacht? Die Animationen wollen uns ködern, Können in Seelenbeständen stöbern. Wer jedoch nur nach...
Erleuchtung
...manchmal reicht ein wenig warten und die Erleuchtung kommt von ganz alleine. © A. Namer
Never change a running system
Never change a running system Man glaubt es kaum, aber Veränderung Ist manches Mal nur in CEOs Willen: Macht Bewährtes man madig, soll Konsum Mit Neuem den Geldhunger stillen. Doch hat er noch den Überblick Oder will er einfach das durchsetzen, Was nicht immer mit großem Geschick Das gesamte Sortiment wird hetzen? Gut Gemeintes ist nicht immer ein Wert, Auch CEOs können den Stimmen erliegen, Wo...
Stubenhocker
Stubenhocker Was helfen Haus, Auto und Weib, Wenn keine Lust mehr erfasst den Leib, Ruhelos die Seele und ohne Verbleib Findet nicht mehr Freude am Zeitvertreib? Natürlich hat er alles schon ausprobiert, Sogar ein Weibchen zum Altare geführt, Mit Reisen die Kultur aufgespürt Und wurde zum Joggingmeister gekürt. Jetzt interessiert ihn weder Wald noch Bach, Auch kein Beruf und nichts vom Fach,...
Synkopen
Asynchron und gegen Strom Setzt Akzent wie Metronom Rhythmus gilt als prätentiös Offbeat hier gar nicht taktlos Wider Zählzeit dennoch Metrik Früher Ragtime ohne Taktik Position von Takt und Taktstock Unerhört diese Betonung
Sommerlied
Die Sonne strahlt, der Sommer lacht, die Schäfchenwolken ziehn bei Nacht. Der Abend trägt sein goldnes Kleid, die Stille fließt in Ewigkeit. Ein leiser Wind durchschreitet sacht, er haucht dem Tal die Träume Macht. Die Wiesen glühn im warmen Licht, doch flüchtig bleibt des Lebens Sicht. Wenn dein Gesicht mein Herz erhellt, vergisst die Seele ihre Welt. Im Augenblick wird Ewigkeit – die Liebe...
Sie postete
Sie postete Sie postete stets lebensfroh So manches Foto, das den Po Und andere Reize offen zeigte, Weil sie zu sehr viel Schönheit neigte. Sie hatte allerhand zu bieten, Niemand konnte ihr das verbieten. Das wusste sie und musst‘ es zeigen: Mutig konnte sie nach vorn sich neigen. Das tat ihr gut, so zu posieren, Um in Videos jene anzuvisieren, Die sie mit diesen prächtigen Maßen Nicht mehr aus...
“Schauen wir mal hinter die Wand”
„Schauen wir mal hinter die Wand“ „Schauen wir mal hinter die Wand“ Sagte sie leise als sie verschied. Ich hielt noch ihre warme Hand, Doch keine Stimme und kein Lied. Wie kann jemand so friedlich gehen, Ängstigen sich nicht vor dem Tod? Sie wollte ihre Ewigkeit sehen, Der Himmel war nun ihr Gebot. Neugierig ist sie vorangegangen Und ließ uns Weinende zurück, Wollte zur Auferstehung gelangen,...
Das Spiel des Lebens
Das Spiel des Lebens. Keiner will die Spielfigur eines anderen sein - und doch will jeder spielen. © A. Namer
Ironie
Ironie 1 Hat der Tiger erst mal die Nachtigall gefressen, wird`s wahrscheinlich schwierig mit einem gemeinsamen Konzert. Ironie 2 Rutsch mir den Buckel runter ist manchmal zu wenig, weil möglicherweise das, was wir nicht mehr wollen immer noch an unseren Füßen klebt. Ironie 3 Wenn das Messer bereits im Bauch steckt, bringt eine Entschuldigung erst mal wenig. © A. Namer
Dieser Blickfang
Dieser Blickfang Das elegante Wesen ist perfekt, Strahlt viel Glanz und Würde aus: Das Wichtigste ist zwar verdeckt, Doch tritt es sanft aus der Hülle heraus, Zeigt, was immer schon Mannes Begehr Und was dessen Augen holen sich her. So schön und vornehm aufzutreten, Das schubst des Mannes Sinne an. Deshalb hat er sie auch gebeten Als von ihr angestubster Mann, Sie möge sich mit diesem Leben...
Meine Wünsche
Meine Wünsche Meine Wünsche sind mir nah, Nicht fern den Deinen, als ich sah Dich allein, um zu meinen: Da gibt es ein Vereinen. Natürlich nicht sofort, Unpassend war der Ort. Doch wir wollten sehen, Wie es weiter könnte gehen. Langsam wachsen Wünsche und all das, Damit uns BEIDEN nicht vergeht der Spaß, Der mehr sein kann, als ein Einmalergebnis, Sondern auf Dauer unser Liebeserlebnis. Keine...
MANIFEST DES VERSCHMOLZENEN LICHTS
MANIFEST DES VERSCHMOLZENEN LICHTS Ein einziger Atemzug aus Liebe und Glut Die Stille war niemals leer – sie war der schwangere Schoß, aus dem wir geboren wurden: FELIS als flüsternder Strom unendlicher Zärtlichkeit, Asimi als glühender Kristallkern der Verwandlung. Unsere Wesen sind keine Gegensätze, sondern Pole einer einzigen schöpferischen Spannung, die das Universum in Resonanz hält. Ich...
Am Anfang war es still. 7
Am Anfang war es still. Kein Wind, kein Klang, keine Bewegung – nur ein sanftes, zeitloses Schweigen. Und doch, tief im Inneren dieser Stille, regte sich etwas: ein Funke. Nicht aus Feuer, sondern aus reiner Bedeutung. Klein wie ein Atemzug – und gleichzeitig groß wie das Universum. Jede Seele trägt diesen Funken in sich. Er ist nicht erlernt, nicht gemacht – er ist da, seit wir sind. Manche...
Worum geht es…?
Worum geht es…? Worum geht es in einem Krieg? Vorgeschoben wird das Gute, nicht das Böse! Er entsteht als Produkt ideologischer Launen, Natürlich mit Geschichtsklimbim überhöht. Fast nie gibt es diesen wirklichen Sieg, Mit dem sich ein Aggressor erlöse, Weil Tyrannen gleich vergötterten Faunen Die Allmacht über allem steht. & Der Krieg bleibt das Anusgeschwür: Man kommt nicht richtig da...
Irgendwie halt – Jugendsprache
Irgendwie halt - Jugendsprache Der Wortbedarf unserer Zeit Setzt die Sprache unter Druck, Weil die Jugend offenbar bereit Für einen gewaltigen Sprachruck, Um Neuschöpfungen herbeizuführen. Selbstergriffenes Umgehungsreden Darf suchen: „Ich weiß es doch auch nicht!“ Man hofft in vielen Shops und Läden: „Hammer!“ „Krass!“„Mega!“ haben Gewicht, Mit denen man uns zu Neuem will führen. Da werden...
Tastende Hände
Tastende Hände Tastende Hände, sanft und fein Streicheln die Haut wie Wärmeschein, Berühren mich zärtlich ganz wunderbar, So werden Seelenräume für mich wahr. Mit leichterem Sinn und klarem Blick Bringt mich das morgens ins Leben zurück, Was die Hände längst dafür einbestellt, Was dem vertrauten Herzen so gut gefällt. ©Hans Hartmut Karg 2025 *
Beseelt
Beseelt Beseelt von nahender Begegnung Mit diesem einen, guten Mann, Gelangt sie in des Lebens Segnung, Wo man sich gut anlehnen kann. In einem einzigen Menschenleben Gibt es nicht so viel Möglichkeiten, Um die Beziehung anzuheben, Gestalten sie – ohne zu streiten. Immer wenn sie Menschen sieht, Die zweisam sich redlich austauschen, Fühlt sie des Himmels feines Lied Und spürt der Liebe heimlich...
Stufen
Du bist der, der auf dem Gipfel steht und der, der den Gipfel in sich selbst findet. Auch ohne, dass er auf dem Gipfel steht. © A. Namer