Das Wort

Manchmal ist mein Leben wie ein Wort, das an meiner Zunge klebt Nicht, weil ich es vergessen habe, sondern weil es zu groß ist, um nur einmal gesagt zu werden Es verweilt in mir, zwischen Herzschlag und Atemzug, schwer und leicht zugleich - will nicht erklärt werden, sondern einfach gespürt Ich trage es in mir, wie eine leise Wahrheit, die nicht laut sein muss, um alles zu verändern Ich finde es...

Welch ein Glück!

Welch ein Glück! Ein fröhliches Leben zu haben, In dem sich leidlich widerspiegelt, Was möglich an Glückseligkeit, Mit der man sich befindet in Vorhaben, Bei denen man sich nicht eingeigelt, Aufgestanden in voller Geistfreiheit, Um von eigenen Kindern zu wissen, Wahrnehmend auch die Enkelschar, Dadurch gesund im Tagwerk stehen, Das Daseinsglück nichts vermissen, Vertraut mit Musen, die...

Oft überschreiten

Oft überschreiten Oft überschreiten wir Grenzen, Können nicht mehr richtig glänzen, Blicken auf die Jungen voller Neid Und sind nicht mehr liebesbereit. Wohlstand hat man, viel Freizeit, Doch lachende Unbekümmertheit Will sich nicht mehr einstellen: Inhäusigkeit wird man wählen. Sich davon wirklich zu befreien Und nicht zum Himmel zu schreien Gelingt dem älteren Menschen nur, Wenn er zurückkehrt...

Eine Reise

Ich brauch keinen Platz zum Stehn, nichts von mir wird noch gehalten, und alles muss durchs Nächste gehn, keine Zeit zu greifen und zu walten. Der Wille ist nicht mehr gebunden ans starre Bild und ans Geschwätz. So sanft gewogen durch all die Stunden, die jetzt dünn gezogen und entschwunden, in all den ungezählten Künden sind.

FLUCHT NACH FEUERLAND

FLUCHT NACH FEUERLAND Sie sind nicht länger in Deutschland geblieben Ablehnung Angst Ausländerhass Einsamkeit Gleichgültigkeit Herzenskälte Intoleranz Isolation Missachtung Verachtung Überheblichkeit trieben beide fort Den alten deutschen Mann und seine ausländische Frau Fort, fort, fort Zum fernen, fernen Ort Nach Feuerland Stephan Wannovius, 22/07/25

DOPPELTE FREUDE

DOPPELTE FREUDE Ein Tag, ein Tag ohne Doppel-Karg ist ein Tag, wie ihn kein Freund der Lyrik mag Leser freuen sich täglich auf zweifachen morgendlichen Bericht, auf des Nördlingers poetische Sicht, auf sein zweifaches Gedicht, auf Dichtkunst von Gewicht Stephan Wannovius, 22/07/25'

ADRESSAT DER KLAGE

ADRESSAT DER KLAGE Ihm darfst du alles, alles klagen Selbst das, was nächste Angehörige nicht könnten ertragen Gottes Sohn sollst du sagen, was dich bedrückt Viele Lasten nimmt er dir gleich weg Lasten, die Jesus Christus dir noch nicht wegnimmt, hilft er leichter zu tragen Er allein kennt des Leidens Zeit und Zweck Stephan Wannovius, 22/07/25

EISKALTE KINDER

EISKALTE KINDER Sie haben schon lange, lange mit ihren Eltern gebrochen Sie hatten sich bereits zu deren Lebzeiten Reichtum und ein angenehmes Leben von ihnen versprochen Alles, alles schien zu stimmen Mit Charme wollten sie ihre Eltern gewinnen, um ihren Wohlstandsplan zu beginnen Vater und Mutter besassen ein grosses Unternehmen Imponierend und prosperierend Zumindest nach dem Schein Doch nach...

Wie soll das Leben

Wie soll das Leben Wie soll das Leben existieren, Wenn als Herren wir uns aufführen, Der Erde zufügen mit Entschiedenheit Einen jeden Tag nur neues Leid? Die Menschheit hat noch nicht begriffen, Dass Möglichkeiten längst verschlissen: Wir könnten Rettendes aufspüren, Um Zukunft uns zu garantieren. Die Atemluft braucht Sauerstoff, Die Menschheit Ruhe, wenig Zoff, Gewässer Feuchte – ohne Moder Und...

Es war einmal

Es war einmal Es war einmal ein Bienenhaus, Da flogen Immen ein und aus, Und jedes Jahr zur Erntezeit War der Imker erntebereit. Doch mit den vielen Lebensjahren Hat er leider schmerzlich erfahren, Dass Honig sehr viel Zucker habe, An dem sein Nachwuchs sich nicht labe. Die Jugend kauft lieber Limonade, Isst nicht einmal mehr Marmelade. Die Imkerpfeife wird nicht geraucht, Honig wird nicht mehr...

VOR GERICHT

VOR GERICHT Jeder kommt vor Gericht Mit und ohne Gedicht Jeder kommt vor Gericht Nach dem Tod Jesus Christus, dein, mein und der Welten Richter hat keine poetische Sicht Allein Glauben und die guten Taten aus Glauben haben für ihn Gewicht Stephan Wannovius, 22/07/25

SCHICKSAL

SCHICKSAL Der Mensch liebt die Reise sehr Doch manche frohe Reise ist ohne Wiederkehr Schicksalsschwer Stephan Wannovius, 21/07/25

TIEFE

TIEFE Gut, wer tief im Glauben Ihn verlässt nie der Mut Und er ist vor Gefahren auf der Hut Stephan Wannovius, 21/07/25

SCHIEF

SCHIEF Einer glaubt oberflächlich Ein anderer glaubt tief Doch ob oberflächlich oder tief, mancher Glaube ist recht schief Stephan Wannovius, 21/07/25

UNBEEINDRUCKT

UNBEEINDRUCKT Es beeindruckt ihn nicht Du kannst ihn damit weder gewinnen noch sein mildes Urteil erzwingen Egal wie viel oder wie gut du dichtest, kein einziges Gedicht hat für ihn Gewicht Jesus Christus sitzt über jeden zu Gericht Die letzte Prüfung besteht, nur wer glaubt und aus dem Glauben heraus Gottes gute Wege geht Stephan Wannovius,21/07/25

KRIEGSLOGIK

KRIEGSLOGIK Bittere Satire -------------- Wo nicht mehr Kriege, sondern nur noch militärische Spezialoperationen geschehen, kann niemand Kriegsverbrechen begehen Stephan Wannovius, 21/07/25

SEID FAIR

SEID FAIR Gedicht/Lied -------------- Dichter, Dichter, seid zueinander aufmerksam und fair Gebt einander Beachtung und Ehr' Ich selbst kann es bald nicht mehr Ich werde wieder ausserlande sein Dichter, Dichter, seid zueinander aufmerksam und fair Gebt einander Beachtung und Ehr' Es ist gar nicht so schwer Ein bisschen weniger ich, ein bisschen mehr du Ich traue euch das zu Wer ist so gut, wer...

MILITÄRISCHE SPEZIALOPERATION

MILITÄRISCHE SPEZIALOPERATION Barbarei Blut, Blut, Blut Brände Bruderzwist Drohnenschwärme Entführungen Explosionen Flucht Folter Gewaltexzesse Giftgas Gleitbomben Granaten Jagd auf Zivilisten Kinderverschleppung Kriegsgefangenen- Erschiessungen Kugelhagel Lügen Machtspiel Minenfelder Morde Panzermassen Ruinen Schlachtgetümmel Schreie Schützengräben Streubomben Täuschung Tod, Tod, Tod Trauer...

Kerzenschein

Ob frei oder im Glase drin Es wärmt und freut der Kerzenschein Geht mit einher ein Lichterkranz Der ringsherum wirft Schattentanz Schon Streichholz Anblick macht euphorisch Das Phosphor Köpfchen kämpferisch Auf einen Streich Feuer und Flamme Lässt keinen Raum für Zweifel, Panne Die Weitergabe Prometheus gleich Verwandelt Docht und Wachs wird weich In kleine Fackeln und erleuchten Der Menschen...

PFLICHT ZUM GEBET, NICHT ZUM GEDICHT

PFLICHT ZUM GEBET, NICHT ZUM GEDICHT Von einer Pflicht zum Gedicht redet der Vater, redet der Sohn nicht Doch beide fordern uns auf zu beten Beim Beten dürfen wir himmlischen Boden betreten Beim Dichten könnte es uns meist anders ergehen: Wir blieben gedanklich auf der Erde stehen Mal abgesehen von geistlichen Gedichten in der Tradition der Psalmen, die sich Gebeten gleich nach oben richten Aufs...

FERNÖSTLICHES SCHWEIGEN

FERNÖSTLICHES SCHWEIGEN Bald, bald werde ich wieder fernöstlich schweigen Aufs Neue werde ich mir selbst, euch und allen zeigen: Der Mensch muss nicht zum öffentlichen Dichten neigen Er kann auch verzichten und anderes verrichten Im Leben lässt sich Wichtigeres als öffentliche Beachtung finden Vielleicht, vielleicht gilt es gerade jetzt und gerade für mich, den Hang zur Selbstdarstellung und zum...

Immer war sie meine große Frau

Immer war sie meine große Frau Immer war sie meine große Frau, Sehr kontrolliert und überaus gelassen. Jung war sie, eine Wunderschau, Niemals konnte ich von ihr lassen: Wie voll und dicht war doch ihr Haar, Wie schlank und rank, so wunderbar! Damit stand im Gegensatz sie zu mir: Barockes, das war meine Welt! Gern trank ich Wein und oft ein Bier, Hab feinstes Essen gern bestellt. Das war nicht...

Sie habe ihren Moralischen

Sie habe ihren Moralischen „Es kann der Wein noch sein, Doch ich werd‘ nimmer sein“, So dringt es aus ihr heraus. Ja, sie fühlt sich sehr allein Wie ein weltflüchtiger Schein, Selten verlässt sie das Haus. Sie habe ihren Moralischen, Sagt zur Nachbarin die Frau, „Das sind anstrengende Zeiten!“ Die Nachbarin muss sich einmischen, Denn sie weiß seit Jahren genau, Wie dagegen einzuschreiten. „Komm‘...

GELUNGEN

GELUNGEN Ich liebe deine Gedanken, deine Gedichte, deinen Stil,. nicht weil, nicht obwohl sie sich oft komplett von meinen unterscheiden Ich liebe, ich liebe unabhängig das, was gelungen und manchmal in mein Herz gedrungen Stephan Wannovius, 20/07/25

KEINE ANERKENNUNG

KEINE ANERKENNUNG Oft verletzte mich das arg, dass nicht nur Deutschlands berühmtester Internet-Dichter keine einzige meiner Zeilen mag Nicht einmal die, die ihn und seine Werke ehrlich loben Doch wenn ich keinen Kommentar aus seiner Feder selbst bei den hochbegabten Lyrikern sehe, verstehe ich: Es gehe und drehe sich wohl nicht um mich Vielleicht gefällt ihm kein anderer als sein eigener Stil...

CHARAKTERTAUSCH

CHARAKTERTAUSCH Nur noch selten würden wir andere verletzen, könnten wir unsere (Über)empfindlichkeit durch tiefe Empfindsamkeit dauerhaft ersetzen Stephan Wannovius, 20/07/25

MUT ZUR EMPFINDSAMKEIT

MUT ZUR EMPFINDSAMKEIT Ich ziehe den Hut vor empfindsamen Menschen Ich ziehe besonders den Hut vor Menschen mit ganz speziellem Mut Mit dem Mut, ihre Empfindsamkeit in dieser gefühllosen Welt zu zeigen Doch ich will nicht verschweigen: Alle, alle, die zur Empfindlichkeit neigen, finde ich gar nicht gut Extrem schwer fällt es mir, diejenigen zu schätzen, die mit ihrer Überempfindlichkeit stets...

GLAUBENS(STIEF)GESCHWISTER

GLAUBENS(STIEF)GESCHWISTER Gedicht/Gebet/Gebetsgedicht -------------------------------- Liebe Glaubensschwester, lieber Glaubensbruder, gerade wenn dich Mitchristen mal wieder nur als Stiefschwester oder Stiefbruder im Glauben verstehen, solltest du im Gebet zu Jesus Christus gehen Gottes Sohn, der selbst dich seine Schwester, seinen Bruder nennt, bekennt sich in seiner Liebe stets zu dir Er...

KINDER UND GESCHWISTER

KINDER UND GESCHWISTER Mein Herrgott, mein Vater, ich danke dir, dass du mich dein Kind, ja einen Sohn nennst In deinem Reich sind alle gleich Stiefkinder gibt es nicht Lieber Herr Jesus Christ, ich freue mich, dass du dich als Freund und Bruder zu mir bekennst Stiefgeschwister kennst du nicht Wenn ich mich und meine Sünden sehe, verstehe ich deine Liebe und Gnade nicht Mir fehlt noch vieles -...

DIE POST GEHT NICHT MEHR AB

DIE POST GEHT NICHT MEHR AB Früher ging die Post ab Fast überall Und meist auch in der Nähe Heute geht die Post nur noch selten ab Denn die Post ist in der Regel weg Fast überall Und bestimmt in der Nähe Filiale um Filiale macht dicht Privatisierung hat Gewicht: Alles wird schlicht Die Post lässt sogar ihre treuesten Kunden in Ruh' Omas und Opas freundliche Post schließt zu Stephan Wannovius,...


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