Neuland hinter dem Horizont
Der Wind dreht um, die Segel beben, ein neuer Pulsschlag füllt das Leben. Was gestern noch wie Felsen galt, verliert im Morgen seinen Halt. Wir legen ab, was uns beschwerte, behüten das, was sich bewährte. Denn jede Spur im Küstensand verweht und weist ins fremde Land. Kein Ende ist ein toter Raum, er hütet still den Keim zum Traum. In uns, wo leise Neugier wacht, entzündet Sehnsucht neue Macht....
Pegasus und sieben Geier
Pegasus, er war so prächtig und klar, Sein Fell schimmernd in blauem Glanz. Sieben Geier flogen ihm nah, Gemeinsam drehten sie ihren Tanz. Über das Meer, so kraftvoll und weit, Trug Pegasus seine Schar, Sie flogen in treuer Ewigkeit, Ein Bündnis, so stark, so wunderbar. Doch von einem Hügel, kalt und fern, Kam ein Schuss, so leise und doch schwer, Er traf das Herz, traf tief und gern, Der...
Die meisten Frauen
Die meisten Frauen Die meisten Frauen suchen nach Bindung, Viele Männer nach dem anderen Geschlecht, Das Suchen bleibt oft in schwieriger Findung, Denn werden die Geschlechter sich gerecht? Natürlich gibt es immer schon den Ehrenkodex, Dass BEIDE ehrlich, sich zusammennehmen Und nicht nur schielen nach egoistischem Sex, Sondern sich auch zur Augenhöhe bequemen. Denn zu haltender Liebe gelangt...
Einheitsbrei
Einheitsbrei Reicht es denn nicht schon, Wenn in fast all unseren Städten Jener Zivilisationseinheitston Menschen wirft in Werbeketten? Lebensformen werden perfektioniert, Im Großformat scheinbar glücksversöhnt, Nur weil man stets medial dazu verführt, Dass man sich seine Wurzeln abgewöhnt. Dadurch entsteht jener Angebotseinheitsbrei, In dem aufgesogen werden Herkunft und Original Überall...
Winterbaum
Äste knorrig Hörnchen schläfrig Rinden knarzen Raben krächzen Blätter fehlen Stämme harren Wind verzerrt Schnee bedeckt Nester leer Bald nicht mehr
Bausteine
Manchmal stelle ich mir mein Leben wie eine Spielwiese vor… Mit vielen Bausteinen… Jeder hat seinen eigenen Traum. Der eine möchte ein Schloss bauen, der andere einen Pferdestall, der nächste eine Hütte und der übernächste einen Tempel… Jeder bekommt ein paar Bausteine, fängt an zu bauen, findet manchmal sofort den richtigen Baustein oder muss zwischendurch lange suchen… Der eine Baustein ist zu...
Dein Fels im Strom
Wenn deine Welt ins Wanken gerät und Schmerz in deinen Augen steht, wenn jeder Weg dir endlos scheint und deine Seele heimlich weint, dann reich ich dir die Hand so weit als Anker in der Dunkelheit. Wie eine Brücke fest und breit, trag ich dich durch die schwere Zeit. Wenn unter dir der Abgrund grollt und wild die Flut entgegenrollt: Ich lege mich als Pfad für dich, verlass dich ganz und gar auf...
Flammen der Gleichgültigkeit
Die Welt steht schief, ein Draht steht unter Strom, ein falsches Wort – und alles steht in Brand. Die Nachrichten sind laut, doch ohne Ton, weil jedes Bild im schnellen Scrollen verschwand. Die Straßen sind voll, doch keiner hört das Wort, die Stimmen verhallen im digitalen Rauschen. Wir streiten im Netz, doch verändern kaum den Ort, während die Flammen der Gleichgültigkeit lauschen. Zu jung, um...
Eine Herberge zu finden
Eine Herberge zu finden Es war zu allen Zeiten nicht leicht, Eine Herberge zu finden, Und zwar gerade in Krisenzeiten, Wo es kaum hinlänglich reicht, Sich zu schützen vor starken Winden, Um mit Sorge ins Leben zu schreiten. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Vergesslich ist die Dankbarkeit
Vergesslich ist die Dankbarkeit Da war die Krebserkrankung Einst Teil der Lebenskatastrophe, Und mit stetiger Todeswankung Erstarb die letzte Hoffnungsstrophe. Gesundet, da vergisst man das Und schreitet gerne ins Verdrängen. Man will doch leben, seinen Spaß, Mit Krankheiten sich nicht behängen. Vergesslich ist die Dankbarkeit, Sieht davon ab, was einmal war, Glaubt manchmal sich wunderbefreit,...
Schweigen der Laternen
Die Nacht legt ihr Ohr an Beton, zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht. Ein fernes Leuchten hält stur seine Position, wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht. Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt, wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt. An Kreuzungen stehen Laternen geklont, wie Fragen aus Glas unter dem Firmament. Gesichter gleiten vorbei ohne Ziel, kein Blick hebt sich aus...
Echo der Gezeiten
Der Wind schreibt Zeilen in den Sand, vergisst sie, eh der Morgen erwacht. Ein Flüstern streift durchs stille Land, gestohlen aus der tiefen Nacht. Was gestern noch wie Fels bestand, verblasst und wird zum fernen Schein. Wir greifen zu mit leerer Hand und sehnen uns, gebunden zu sein. Die Wellen brechen sich am Licht, zerstäuben weiß im Augenblick. Die Zeit hält ihr Versprechen nicht und gibt...
Versteh’ einer die Frauen…
Versteh einer die Frauen… Als ich in die Küche kam Und auf das dortige Radio zusteuerte, Rief mir die Liebste laut zu: „Lass‘ ja das Radio aus!“ Als ich später die Küche betrat, Kamen wunderbare Melodien von dort, Hörte ich die Liebste gar mitsingen! Versteh‘ einer die Frauen… ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Ein Wunder ist’s
Ein Wunder ist‘s Ein Wunder ist’s, Nach fünfundzwanzig Jahren Und einer schweren Krebserkrankung Immer noch als geheilte Frau Geburtstag feiern zu können. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Asphalt und Freiheit
Der Motor grollt in der kühlen Nacht, ein dunkler Puls aus Eisen und Benzin. Wir tragen das ferne Leuchten sacht und spüren die Sehnsucht, die Wege ziehn. Kein Gestern hält uns mit stummer Hand, die Reifen trinken das graue Band. Wir lassen den Staub und den müden Rand zurück in dem schlafenden Land. Der Wind schreibt Lieder auf unser Gesicht, aus Freiheit, Salz und dem Duft von Gefahr. Wir...
Nordic Light
You stand in the light, not as a sound from distant days that faded out, but as a woman strong and clear, who knows the power silence bears. Your face tells stories, not of dreams, but the in between paths: bright stages, pauses bravely claimed, the art of staying true and named. You kept your course through all the years, left other voices outside your doors. In mature beauty, calm and true,...
Nordisches Licht
Du stehst im Licht, nicht als ein Klang aus Zeiten, die längst vergangen sind. Du bist die Frau, die Stille kennt und gerade so die Welt benennt. Dein Gesicht erzählt kein Märchenbild, es zeigt die Wege – ruhig und mild. Von hellen Bühnen, Mut zum Gehn, vom Recht, auch Pausen zu bestehn. Du bliebst dir treu, Jahr ein, Jahr aus, ließest fremde Stimmen draußen vorm Haus. In reifer Schönheit, klar...
Narr, was g’schaffd
Narr, was g’schaffd Narr, was g’schaffd, Wennd was wäara willschd, Ond ned gaffd, Am andra hilfschd. Wäar weiderkomma will, Däar muaß se aschdrennga, Schnell aufsetza sei Brill‘ Ond d’Arbadszeida lenga. Dees kaasch Du, Dees hosch Du glernd, Denn scho als gloiner Bua, Hosch de von Arbad nedd entfernt. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Er wusste es ja
Er wusste es ja Er wusste es ja: Wir alle müssen irgendwann sterben. Aber nie mehr Schweinebraten essen??? Dazu war er nicht bereit, doch da! Für Gemüse wollte er nicht werben, Es lag fern einem Wesen. Dann reichte es doch: Als man ihn in die Grube gesenkt Und den Leib der Ewigkeit übergeben, Kam noch ein wenig hoch, Was an Botschaft er wollte senden: Am Ende werden alle Genüsse enden. ©Hans...
Echo des Aufbruchs
Die alten Mauern werfen lange Schatten, der Frost der Jahre weicht dem jungen Licht. Auf Plätzen, die einst keine Stimmen hatten, spricht nun die Freiheit ihr erstes Gedicht. Ein Hauch von Morgen zieht durch enge Gassen, das Gestern verblasst wie ein ferner Schrei. Wir haben den Hass vor den Toren gelassen und fühlen uns endlich von Ketten frei. Die Melodie trägt uns über alte Grenzen, ein...
Zwei Funken im Dunkeln
Hinter uns sinkt die Stadt wie ein müdes Gestern, die Gassen voll Schatten, die Motoren noch warm. Wir haben die Angst an den Kreuzungen gelassen und tragen nur das, was uns hält, unterm Arm. Dein Griff ist ein Funke im flirrenden Dunkel, ein stilles Versprechen aus Stahl und aus Haut. Die Straßen erzählen von endlosen Nächten, doch wir hören nur zu, wenn die Ferne uns traut. Der Wind schreibt...
Leutnant ???
Leutnant ???, du bist mir ein Freund geworden von der ersten Minute an, ich hoffe es bleibt unser Leben lang. Vom Krieg gezeichnet du starker Mann, der dadurch auch so traurig sein kann. Jede Träne von dir erzählte mir Geschichten von dieser Zeit, aber du kämpfst und bist dazu bereit, das sich deine Seele etwas davon befreit. So ganz vergessen wirst du es nie, dafür musstest du zu oft auf die...
Milky Way im Dunkelpark
Wer lässt nicht gern die Seele baumeln Und entflieht dem Alltagsstress? Sich mal gründlich zu verkrümeln, Das ist Camping at its best! Nur im Zelt und ohne Hetze Wird Natur ganz pur genossen – Denn dort sind die schönsten Plätze, Einsam, ohne Menschenmassen. Auch der Dark Sky Park hat Reize, Denn hier gibt es nachts kein Licht! Milchstraße und Beteigeuze Strahlen nun in voller Pracht! Und so...
Dreimal geboren
Dreimal geboren Dreimal geboren hat mich ein Glücksschicksal Und mir dadurch dreimal das Leben geschenkt. Das ist mir wie eine Rettung aus Götterhall‘: Dreimal wurde der Tod von mir weggelenkt. Die erste Geburt aus der Mutter Schoß Hat mir ganz viel Liebe mitgegeben, Denn so wurde meine Seele groß, Dem Kinde bereits viel mitgegeben. Als mit dem Auto ich mich überschlagen Hat mich die Gottheit...
Heute schon getraut?
Ach wie schön, dass Ihr euch traut! Gemeinsam in die Zukunft schaut! Wir wünschen euch vom Lebensglück Ein mega-riesengroßes Stück! Zusammen planen, reisen, lachen Und ganz verrückte Dinge machen! Erfüllt euch Wünsche grenzenlos – Dann lässt das Glück euch nicht mehr los! Alles gelingen mög euch nun! Zu zweit ist es leichter! Da gibts kein Vertun!
Vergiss niemals
Vergiss niemals Vergiss niemals, wo Du hergekommen bist, Damit Du auch immer weißt, wo Du hingehst, Dass Du keine Panik bekommst – nach kurzer Frist, Selbst wenn Du fest in des Lebens Lauf stehst. Denn jeder weiß, dass er aus den tiefsten Tiefen Einer Unendlichkeit einstmals hervorgestiegen, Als uns mit der Zeugung die Lebensgeister riefen Und man sich so konnte in Gewissheit wiegen. Ich weiß:...
Der Preis der Pracht
Weiß lag der Staub auf den Wegen der Zeit, sein Mantel aus Seide hing schwer. Er kaufte sich Träume, er borgte sich Neid, doch das Herz blieb beharrlich leer. Was zählen die Abzeichen, blendender Schein, wenn das Signal durch die Stille ihn ruft? Er jagte dem Ruhm durch die Nächte allein und stürzte ins Schweigen der Gruft. Das Lied, das er sang, verflog wie ein Hauch, kein Richter zahlt...
Im Gesetz des Echos
Du wirst lernen, dass es einen Schnitt gibt im Licht, eine feine Narbe zwischen dem, was du schützt und dem, was du brichst. Sieh hin: Jemand feuert ins Offene, ohne Ziel und ohne Gesicht. Die Luft merkt sich alles, auch wenn die Stille verspricht, dass nichts geschah. Glaub nicht, du seist frei, nur weil das Blei dich bisher mied. Schuld ist ein geduldiger Jäger, der lautlos durch die Jahre...
Père Lachaise – Garten der Namen
Père Lachaise, ein Garten vieler Zeiten, wo Wege durch Erinnerungen gleiten. Ein Stolz der Stadt, von Dämmerung umwogen, wo Stein und Moos die Zeit ins Heute zogen. Ich trat zu Morrison, suchte sein Schweigen, ließ mir von Max Ernst den stillen Umweg zeigen, durch Schatten, Kunst und ruhiges Verwehen, wo alte Bäume ihre Mythen säen. Die Gräber – Formen, hingehaucht ins Licht und jedes ist ein...
Einfach Liebe
...man kann auch einfach "Liebe" schreiben und schon ist es ein Gedicht mit allem drin... Mit Wärme, Licht, Glück, einfach allem... © A. Namer