DACHAU
DACHAU Nein, nein, nein, ich möchte kein Dachauer Heimatdichter sein Der Charme meiner kleinen Vaterstadt würde sich mir nur schwer erschließen Ich müsste ständig poetisch Tränen über die KZ-Hölle Dachau vergießen Stephan Wannovius, Dalian, China, 29/12/25
BUCHENWALD 1
BUCHENWALD 1 Gedanken zu Silvana Mathes Gedicht BUCHENWALD und Martins Antwortgedicht darauf ----- Im Buchenwald, im Buchenwald kann man trefflich über das Lebensglück philosophieren In Buchenwald, in Buchenwald dagegen musste man vegetieren und elendig krepieren Stephan Wannovius, Dalian, China, 29/12/25 BUCHENWALD 2 Darf man als Deutscher unverfänglich über das Naturidyll Buchenwald dichten,...
(NICHT)GEDICHT
(NICHT)GEDICHT Gedicht oder nicht Nichtgedicht oder doch nicht nicht Dennoch Gedicht oder deswegen nicht Darf man das entscheiden Oder muss man ein Urteil meiden Wer hätte ein Gesicht, über Poesie zu richten Wer verfügte über genügend Kenntnis und Gewicht Vielleicht gilt es, sich der Toleranz zu verpflichten Gedicht sei das, was ein Dichter dafür hält und das ihm als Lyrik gefällt Stephan...
ICH-EINSATZ
ICH-EINSATZ Satire über Künstleregoismus ------ Mein Gedicht, mein Gedicht zählt allein Deshalb setze ich mich ganz allein für mein Gedichtlein ein Ich schenke ihm alle Achtung Ich lenke die Beachtung anderer zu ihm hin An fremde Werke denke ich nicht Sie zu schätzen, habe ich niemals im Sinn Denn Lob für Konkurrenz bringt keinen Gewinn Stephan Wannovius, Xuzhou, China,...
VERÄNDERUNG
VERÄNDERUNG ------------ Vorwort ------- Bevor wir etwas verändern, sollten wir manchmal unsere Einstellung zur Veränderung verändern ----------- Ich möchte Veränderung sehen Doch wie wo wann und bei wem soll Veränderung geschehen Wenn ich dich nicht ändern kann, warum fange ich mit der Veränderung nicht bei mir an Wenn ich die Umstände nicht ändern kann, dann wenigstens meine Sicht auf sie...
EGOISMUS-FALLE
EGOISMUS-FALLE Dein Egoismus spiegelt meinen wider Immer, immer wieder Und immer wieder, immer wieder tappe ich in die Sündenfalle hinein und lasse mich auf Verurteilung all deiner Egoismus-Sünden ein Dabei geht es um mein Betragen und mein Versagen allein Jesus Christus möchte mich berühren und überführen Er will mich schleifen, um künftig ihm zu gleichen und das ewige Leben zu erreichen...
Hast Du mir
Hast Du mir Hast Du mir nicht schon oft gesagt, Da gäbe es doch nichts zu klagen, Wenn man sich in die Nähe wagt, Um sich Liebesdinge zu sagen? Hast Du mir nicht schon oft gesagt, Wir sollten uns noch öfter treffen Und mich dabei herausfordernd gefragt: „Warten wir auf Hunde, die kläffen?“ Da habe ich Dich schon richtig verstanden: Du hast es mit Nähe wirklich ernst gemeint, Denn alle Liebe...
Wir ersticken
Wir ersticken Wir ersticken an Abgelegtem und Dokumentationen, Die niemand braucht und keiner mehr liest, Drucken aus Papier in Millionen Tonnen, Weil uns Sankt Bürokratius weiter verdrießt. Anstatt endlich auf Reduktion zu setzen, Lieber zu erziehen, zu bilden, zu unterrichten, Müssen wir Registraturen mit Ordnern besetzen Und uns auf leere Schreibereien verpflichten. Ein Beruf sollte...
ES GIBT GEDICHTE
Es gibt Gedichte, die zählen Es gibt Gedichte, die ungeschrieben fehlen Es gibt Gedichte, die quälen - bösartige wie schlechte Es gibt Gedichte, die die wenigen Lyrikfreunde zu ihren Lieblingen wählen Es gibt Gedichte, die stehen im Schatten Es gibt Gedichte, die stehen im Lichte Doch selten, selten schreiben Gedichte Geschichte Die meisten Gedichte jedoch bekommt niemand zu Gesichte Sie finden...
Jenseits der Antwort
Es gibt nachdenkliche Tage, da stell’ ich mir die Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod oder endet alles in der Not? Die Antwort kennt kein Menschenmund, nicht hier, nicht irgendwo im Rund. Kein Glaube kann sie klar erklären, kein Wissen uns das Schweigen lehren.
Die Kunst der Anziehung
In schimmerndem Stoff, im Licht fast aus Glas, tritt sie hervor, und erst im Nähersein wird klar, dass unter dem sanften Glanz der Hülle ein Funke lodert, wild und voller Wille. Sie führt das Spiel mit ruhiger Hand, hat jede Regung, jedes Verlangen erkannt. Kein Schritt ist Zufall, kein Blick je verschenkt — sie formt aus Augenblicken ein Gesetz, das sie lenkt. Sie liest das Sehnen wie andere...
Da haben
Da haben Da haben Personen doch glatt Mein Glück für sich nachgebaut, Und doch ist es nicht dasselbe, Denn das Kopierte bleibt oft matt Und Wonnezeiten nur abgeschaut: Das Rote trifft leider nur das Gelbe… Jedes Glücksfüllen will mit Direktem In die Normalität spontan einfallen Und sucht nach jener Einmaligkeit, Mit der man dadurch Aufgewecktem Besonderes sich lässt gefallen: Das erst führt zur...
Die Nacht, sie bleibt
Die Nacht, sie bleibt Die Nacht, sie bleibt, Sie kann nicht mehr bedrohen, Hat mit dem Kind sich einverleibt Viel Liebe, die in Herzen lohen. Es schwinden Ängste, wenn die Sterne Sich aufmachen nach Bethlehem. Lebensschutz haben wir gerne, Der gegen Bedrohungen sich stemm‘. Die Nacht, sie bleibt, Doch weil der Stern aufgeht Und Frieden in die Hütten treibt, Ist es Hoffnung, die weht. ©Hans...
Die Marionetten im Glaspalast
Man fragt sich leise, Nacht für Nacht, wer hat den Nordstern ausgelacht? Die Zeiger kreisen ohne Ziel, der Kompass schweigt, das Land steht still. Hoch über Straßen, kalt und klar, sitzt Macht aus Glas, so fern, so nah. Hände aus Licht, Gesichter stumm, sie zählen nur Zahlen – warum? Sie werfen Würfel blind vor Gewinn, verlernen, wer wir wirklich sind. Die Erde atmet Rauch und Glut, doch Glas...
Gibt es ein
Gibt es ein Gibt es ein größeres Glück, Als das Paradies zu erkunden Und mit dem aufregenden Blick Gelangen zu Liebesstunden? Gibt es ein größeres Glück, Als das Andere zu sehen, Um mit dem erotischen Klick Ins Lustleben zu gehen? Es gibt keinen Geschlechterkampf, Wenn Lustverlangen noch lebendig Und Biophysis ohne Seelenkrampf Freudenplätzen zustimmt – beständig! ©Hans Hartmut Karg 2025...
Das Klammern
Das Klammern Manche Liebe will klammern, Immer die geliebte Person festhalten. Doch wer gefangen nimmt Herzkammern, Der kann nur Bedrückendes erhalten. Keine wahre Liebe will das Klammern Und verschließt sich, wenn mit Jammern Immer nur festgehalten werden soll, Was mit Freiheit wäre liebevoll. Echte Liebe braucht kein Festhalten, Sondern will Freiräume gestalten: Menschen kommen sich nah, Wenn...
Zwischen uns
Du gehst aufrecht durch fremde Blicke, trägst, was du bist, in stillem Mut. Die Welt ist laut, nicht immer gütig, doch du bleibst offen, bleibst dir gut. Du zeigst dich ehrlich, ohne Maske, dein Lächeln trägt kein falsches Licht. Und was du fühlst, das hat Gewicht – nur meines trifft dein Hoffen nicht. Ich seh dich klar, nicht durch ein Urteil, hab nie dein Sein gering gemacht. Doch meine...
Du, Mensch brauchst
Du, Mensch brauchst Du, Mensch brauchst niemals mehr, Als Du doch schon bekommen hast. Gestalte Dein Leben von daher, Als wärst Du ein Ehrengast, Um Liebenswürdigkeit einzubringen. ©Hans Hartmut Karg 2025 *
Wir müssen schon Zeichen setzen
Wir müssen schon Zeichen setzen Wir müssen schon Zeichen setzen, Dass wir als Gottgläubige nicht blöde und blind, Wenn wir uns dafür einsetzen, Dass wir Kinder der Nächstenliebe sind. Man darf weltweit nicht zuschauen, Wie Menschen die Würde genommen, Freiheit ihnen weiterhin wird verbauen Und sie kein Recht mehr bekommen. Auch Gottgläubige müssen sich schützen: Menschlichkeit, die man gerne...
LYRISCHE ANFRAGE
LYRISCHE ANFRAGE Dichter, Dichter, willst du mit deinen Versen Themen setzen Oder für dich selbst den Poetenthron besetzen Stephan Wannovius, Nanning, China, 26/12/25
KRIPPE AUF DEM MÜLL
KRIPPE AUF DEM MÜLL Auf einem Bauschutthaufen vor einer alten Kirche habe ich Jesus Christus in der Krippe mit Maria und Josef daneben gesehen Vielleicht kann ich jetzt erst richtig verstehen, was an Weihnachten geschehen: Gottes Sohn ist von seinem Himmelsthron in den Schmutz der Welt gekommen, damit du und ich durch ihn Liebe und Rettung bekommen Stephan Wannovius, Nanning, China,...
GUTE HIRTEN
GUTE HIRTEN Ich wünsche mir Pfarrer und Pastoren, die Christen wieder alten Weihnachtsglauben bescheren und ihnen nicht den Zugang zu Gott verwehren Ich wünsche mir Hirten, die ihre Schafe lieben und begleiten und stets zur Wahrheit leiten Stephan Wannovius, Nanning, China, 25/12/25
STERN VON BETHLEHEM
STERN VON BETHLEHEM In Europa verblasst, strahlt der Stern von Bethlehem anderswo hell Wer hätte etwa gedacht, welch tiefe Freude Jesu Geburt vielen Vietnamesen macht Glauben in asiatischen Herzen tröstet mich über kalte, gottesferne deutsche Herzen Stephan Wannovius, Nanning, China, 25/12/25
GOTTES SEHNSUCHT
GOTTES SEHNSUCHT Weihnachten, Ostern, Pfingsten kommen und gehen Doch auch ohne christliche Feiertage bleibt Gottes Sehnsucht nach uns ganzjährig bestehen Denn der Vater möchte, dass wir seine Liebe und seinen Wunsch nach Gemeinschaft mit uns verstehen Er will uns als seine Töchter und Söhne in seiner Familie sehen Stephan Wannovius, Nanning, China, 25/12/25
WEIHNACHTSERSCHÖPFUNG
WEIHNACHTSERSCHÖPFUNG Reich beschenkt und übersatt, vom Familienstress und Trubel matt, lege ich mich nach den Feiertagen müde nieder Wenn Gott will, kommen auch für mich noch einige Weihnachten wieder Stephan Wannovius, Nanning, Guangxi, China, 25/12/25
Bleibt, Freunde, im Glauben
Bleibt, Freunde, im Glauben Bleibt, Freunde, im Glauben An die Auferstehung nach dem Tode, Sonst würdet Ihr Euch der Hoffnung berauben, Wenn der Gottglaube käme aus der Mode. Gerade mit der Nächsten- und Feindesliebe Wollen Christen sich selbst führen zum Weltfrieden, Entwaffnen marodierende Räuber und Diebe, Welche immer schon von Göttern gemieden. Dem Gläubigen eröffnet sich doch jene Welt,...
Bei der Christen Weihnachtsfest
Bei der Christen Weihnachtsfest Bei der Christen Weihnachtsfest Leuchten Lichter hell am Baum, Weil man Licht in die Augen lässt, Von dort in des Herzens Raum. Kerzenschein und Fichtenduft Bereichern unsere Weihnachtstage: Man wandert in frischer Winterluft, So entspannt sich innerlich die Weltlage. Denn bei der Christen Weihnachtsfest Verbringen die Familien viel Zeit Mit Gesprächen und man...
Wenn das Christkind mich sucht,
bin ich nicht verborgen, nicht beschäftigt, nicht auf der Flucht. Ich bin da. Im Stillwerden. Im Hören. Im Raum zwischen zwei Atemzügen. Weihnacht, die mich findet. Ich bin nicht bereit durch Leistung, nicht würdig durch Worte. Ich bin da, weil ich mich finden lasse. Nicht im Glanz. Nicht im Lärm. Sondern dort, wo das Herz weich wird und nichts beweisen muss. Wenn das Christkind mich sucht, bin...
Weihnacht, die mich findet
Der Morgen. Und Stille. Und ein Licht, das nicht blendet, sondern bleibt. Ich sitze im Raum, und der Tag tritt ein wie eine Verheißung ohne Forderung. Und das Leben. Nicht laut. Nur anwesend. Die Welt hält den Atem an, weil etwas Größeres sich klein gemacht hat. Ein Lied ist da, nicht gesungen – getragen. Bilder stehen nicht an den Wänden, sie wohnen im Blick. Ein Fest geschieht, ohne gefeiert...
Der Morgen, der mich denkt
Der Morgen. Und Atem. Und Licht, das nicht fragt, sondern gilt. Ich sitze im Bett, und der Tag tritt ein wie ein alter Freund, der meinen Namen kennt. Und das Leben. Nicht laut. Nur anwesend. Und die Stille, die nichts verlangt und doch alles ordnet. Ein Lied im Raum, nicht gespielt – erinnert. Und Bilder, die nicht hängen, sondern tragen. Ein Fest, das nicht feiert, sondern sammelt. Ein Brief,...