Ewigkeit und Illusion

  Ewigkeit und Illusion Als Dreißigjähriger sah ich den alten MannUnd dachte bei mir: Der kann chillen!Darob bekam ich den neidvollen Wahn:Der ist wohl reich, darf seine Träume stillen! In mittlerem Alter begann es dann:Ja, es beschleunigte sich Zeit,Weil viele Arbeit...

Dem Großvater sei Dank

  Dem Großvater sei Dank Der eine Opa hat uns seinen Namen gegeben,Er ist uns zeitlebens ein Fremder geblieben,Denn wir konnten ihn nur zwei- oder dreimal erleben,Bis er durch ein Unglück viel zu früh verschieden. Der zweite Großvater wurde sehr alt,Konnte mir immer...

Zu frohen Zeiten

  Zu frohen Zeiten Zu frohen Zeiten schloss ichNoch mit Schlüsseln die Autos auf,Erfreut, ich liebte ja Dich,Nahm Dich im Eigenen auf. Es tanzten die Sterne um den Geist:Ach, wie wuchs damals das Glück,Das mit dem Auto wild verreist –Wir wollten doch nie mehr...

Genäschigkeit

  Genäschigkeit Da hat man sie schön eingeladen,Die Exaltierten, die man kannte,Obwohl so mancher einen Schaden,Mitunter auch der Anverwandte. Die Speisenauswahl wird echt schwer,Man will nicht Käse und nicht Schwein,Kein Wild, nicht Fisch, nicht Lamm soll her,Nur...

Verantwortung übernehmen – Entscheidungen treffen!

  Verantwortung übernehmen,Entscheidungen treffen! Je komplizierter Sachverhalte,Je größer unsere Parlamente,Desto mehr man dort gestalteTatsächlich die Entscheidungswende? Den Vorteil haben Demokratien:Man bricht nicht vorschnell übers Knie,Was Ohren mit viel Charme...

Alter und Jugend

  Alter und Jugend Waren uns nicht die Freuden so wichtig,Als sie uns jugendlich zugetan,Mit den Sehnsuchtsfahnen es richtig,Was damals verzückt im Liebeswahn? Wie ändern sich doch die Panoramen,Wo das Alter schließlich bedächtig reift!Mitunter verändern sich auch die...

Glaube nicht

  Glaube nicht Glaube nicht, dass man von Dir mehr will,Als Dein dauerhaftes Engagement im Staat.Das war von Menschheitsbeginn das Ziel:Werde ein brauchbarer Bürger der Tat! Denn der Fleißige wird so zum GutenIn Gesellschaften, wo man's erwartet:Mit Arbeitsethik...

Dem Jubilar

  Dem Jubilar Krankheit kann uns niemals gefallen,Ja, niemandem, keinem von allen:Man ist schlecht drauf, weil man ja spürt,Dass man noch nicht ganz auskuriert. Und selbst im schönsten BürgerhausGeht niemand dann mehr ein und aus:Der Rasen wächst, man kommt nicht...

Die Geburtstagsfeier

  Die Geburtstagsfeier Es reimen zur GeburtstagsfeierSingend die Enkel, die VerwandtschaftGanz feierlich und ohne Leier,Nach außen freundlich, voller Eintracht. Mit Masken kommen sie zusammen,Wo still Großeltern immer einenUnd schön gekleidet unsere Damen,Lachen – man...

Wer wäre denn

  Wer wäre denn Wer wäre dennDeinem Glücksstrebenabhold,würde es nichtdie Rettung bringen,die alleverdient? Wer könnte dennDeinen Freundlichkeitenentfliehen,wenn Dualler Weltmit einem Lächelnbegegnest?  ©Hans Hartmut Karg2020 *

Das kann man nicht lösen

  Das kann man nicht lösen Es gibt mitunter Zeitgenossen,Die kommen nicht damit zurecht,Dass andere sind so glücksbegossen,Bei denen dann auch gar nichts schlecht. Bist Du mit Liebe gut versorgt,Dann bleibe damit auf der Hut,Wo man vermehrt nur bei Dir borgt,Weil man...

Der Eigenbrötler

  Der Eigenbrötler Gast und Eile sind ihm Feinde,Menschenmassen, viel Gemeinde,Denn er ist sich selbst genug,Springt auch nicht vor einen Zug,Muss sich sammeln, will sich finden,Will nicht Zäune überwinden,Denn wo er schon heimisch ist,Lebt er frei – ganz ohne...

Der Stein, das Brot und ich

Der Stein.Er nimmt seinen Platz ein.Je nachdem, wie gerade seine Umgebung ist,ist er kalt, oder warm.Liegt er am Meer, bewegt er sichmit dem Spiel der Wellen.Liegt er auf einem Bergträumt er mit den Wolken.Liegt er in der Sonne, schenkt er uns Wärme.Er kat seine ganz...

Der Afghane

  Der Afghane Er kam mittellos als einfacher Mann,Kam aus dem fernen Afghanistan,Wollte die Bedrohungen abschütteln,Welche die menschlichen Ängste nur aufrütteln,Sich aufmachen in neue Lebensbahnen,Fliehen dem Tod – und den Tyrannen. Vermögend ist er jetzt,...

Die Nachricht

  Die Nachricht Und wieder hat sie uns erreicht:Die Nachricht, die vom frühen Tode.Das macht das Herz uns gar nicht leicht,Denn dieses ist kein guter Bote. Der da gegangen, stand uns nah,Obgleich er fern von uns ja wohnte,Weil er die Menschen gerne sah,Er sich südlich...

Zum Verweilen

  Zum Verweilen Da ist die Welt so wunderbar,wo sie im Augenblick geboren,den Nöten elegant entflieht,weil sie nicht gerne Kummer trägt,sondern die Seelenruhe pflegt. Ja, wären wir nur immerzuBrüder, Schwestern ganz im Geiste,einfühlender Verharrung fähig,wie wären...

An den Schöpfer

  An den Schöpfer Der Du die Zeit der Welten trägst,Gib mir doch auch die Kraft zum Tragen,Denn alles, was Du mir erwägst,Kann hoffnungsfroh an vielen TagenMir sagen, wie es weitergeht,Nachdem doch meine Zweifel keimenUnd jeder nur für sich einsteht,Wenn goldenen...

Ein echter Juni

  Ein echter Juni So vollgesogen waren jahrelang die Böden nicht,Weil auch bei uns die Erden trocken darben.Doch heuer mit viel Wechsel und viel LichtTrägt wunderbar ein echter Juni Lebensfarben. Endlich hat es lange genug geregnet,Auch alle Regentonnen sind wohlfeil...

Trennungsnot

  Trennungsnot Natürlich trennten Viren die Gemeinschaft,Haben so viele Menschen längst getötet,Global viel Kummer in die Welt geschafft,Mit Tränen Wangen der Nächsten gerötet. Was noch vor einem Jahr so kerngesund,Das wurde todesnah brutal getrennt,Auf die Sekunde...

Rettung von Erde und Leben

  Rettung von Erde und Leben Vierzig Millionen Menschen auf der Flucht,Dafür gibt es natürlich auch Argumente,Wo jeder nach besserem Leben sucht –Und es gibt deshalb auch Alimente... In früheren Zeiten flohen Menschen nur,Wenn ihr Überleben ward stark bedroht,Die...

Steh’ nicht auf

  Steh' nicht auf Steh' nicht auf,Wenn der Tag es willUnd noch Begehren wartet!Dein LebenslaufKennt doch sein Ziel,Zu dem die Natur gestartet. Bleib' ihr nahOhne BlablaAm frühen Morgen.Hier sind wir da,Wo beinah'Uns übermannen Sorgen. Sag' dazu NEIN,Wo doch alleinDie...

Stimmen der Liebe

  Stimmen der Liebe Es mehren sich die hellen Tage,Kein Wolkendunkel kann sie stören,Wo wir erkennen unsere LageUnd auf die Vogelstimmen hören. Nah an der Tränke, dort flanierenDer Zaunkönig, Spatzen und Meisen,Die uns das Leben hier vorführen,Da wir jetzt fast alle...

So leicht

  So leicht So leicht spricht der von Konkurrenz,Der nur in eigenem Becken schwimmt,Kennt nicht Natur, nicht Resilienz,Weil er diese ja nicht wahrnimmt. Lavendelbüsche blühen reich,Darauf Wespen, Hummeln und Bienen.Man glaubt, mit einem kühnen StreichKönnten nur...

Die Raupe

Sie spürt eine Veränderung.Sie weiß nicht, was kommen wird.Sie geht in die Dunkelheit,den Rückzug.Metamorphose.Bei unsist´s manchmal auch so.© A. Namer

Aristotelisches

  Aristotelisches Wäre das Wirklicheimmer das Wesen an sich,so wäre das Unwirklichedem Wesen fremd. Wäre das Wahrean sich ein Wesendes,so wäre das UnwahreTeil eines Anderen,jedoch auch wesend,weil es sonst jawirkungslos bliebe. So kann denndas Seiende erstins Sein...

Schwirrvolk

  Schwirrvolk Früh werden die LavendelblütenVom Schirrvolke so reich beflogen,Wollen den Frühling uns behüten,Wenn wir den Tieren sind gewogen. Gesegnet sei die holde Minne,Wo Blütennektar sie antreibe,Für uns zu süßer, reicher Last.Fliege, Hummel, fliege...

Frauenwelt

  Frauenwelt Letztlich habe ich nie tatsächlich verstanden,Was Frauen um mich herum wirklich denken,Wenn sie anhängen in Gesprächen Girlanden,Um den Augenblicken ihre Gunst zu schenken. Niemals konnte ich dabei den letzten RestIhrer Gedanken für mich wirklich...

Der Suchende

  Der Suchende Der Mensch wird in eigenem Dasein bleiben,Selbst wenn die Suche immer weitergeht,Er sich den Interessen will verschreiben,Weil die Neugier sein Haupthaar umweht. Neugierde kennt schon die frühe Wiege,Daraus wird er deshalb niemals entfliehen,Denn ein...

In flagratzi

Flug gestrichen, Taxi, Taxi!Sofa, Pizza, kurz chillaxi,Sauber machen, gleich kommt Schatzi,Socke unterm Bett – ich hab sie! “Nur herein, Fürst Reiberdatschi,Ehemann grad in Karatschi!”Ausziehn, blankziehn, tatschi-tatschi,Still sein unterm Bett, kein...

Neugierde

  Neugierde Neugierde bleibt des Menschen KraftIns Offene beherzt zu gehen,Um mit ihr, die auch Frieden schafft,Zu neuem Lande hin zu sehen. So zeigt der Mensch sein InteresseUnd ist bekanntlich nicht ganz tot,Wenn er sich sucht jene Adresse,Die ihm gibt Auskommen und...