Dinge im Einkaufszentrum
Im Einkaufszentrum Kaufen sie Dinge Die sie eigentlich nicht brauchen
Der Rave
Mir geht es leider nicht so gut Daher ruhe ich kurz aus Schon bin ich wieder hergestellt Und zurück auf der ewigen Tanzfläche
Die stolze Rose
Schön und stolz Thront die rote Rose Durch ihre Schönheit bewahrende Dornen
Das tollende Opossum
Das kleine Opossum Tollt im hohen Gras Hat dabei einen großen Spaß Und nach langer Sucherei Findet es auch noch eine Leckerei
Die erwachende Welt am Morgen
Nach langer Nacht Am frühen Morgen Langsam wieder Die Welt erwacht
Das raumfüllende Lied
Es klingt ein Lied So süß und sanft Erfüllt den leeren Raum Mit allerschönstem Klang
Der Nutzen von Karten
Eine Karte weist den Weg Doch ohne ein Ziel Ist sie gänzlich nutzlos
Kuchen und Kerze
Ich alleine Ein Stück Kuchen Eine Kerze Happy Birthday
Das kleine Teelicht
Auch ein ach so kleines Teelicht Kann in dunklen Zeiten Licht und Wärme spenden
Die Frage
Am Ende des Weges Stellt sich die Frage Wohin denn nun
Altpapier im Briefkasten
Der Briefkasten ist voll Mit vielen Briefen Am Ende bleibt Nur Altpapier
Die umherstreifende Katze
Die kleine Katze Streift umher Kein Ziel und kein Zuhause
Wärmende Momente
Der Glühweinstand Verspricht bei Kälte Wärmende Momente
Das Lagerfeuer
Ein Lagerfeuer Nichts als Asche Bleibt nach dem hellen Licht zurück
Verschwundener Tau
Das Tau auf den Halmen Durch Sonnenstrahlen Verschwunden ins Nichts
LYRISCHE SPRENGKRAFT
LYRISCHE SPRENGKRAFT Du denkst, dein Gedicht habe weder ein unverwechselbares Gesicht noch irgendein Gewicht Doch sobald dein Gedicht verboten ist, wirst du seine Sprengkraft erkennen und dich heimlich stolz seinen Schöpfer nennen Stephan Wannovius, 18/03/25
VERBOTENE GEDICHTE
VERBOTENE GEDICHTE Verbotene Gedichte erzählen ihre eigene Geschichte Eine Geschichte, die Farben nicht mag Eine Geschichte, die Wahrheit nicht erträgt Eine Geschichte, die Fragen nicht duldet, weil sie stets glaubt, die Antwort auf alles zu kennen Eine Geschichte, die missfällt, da sie den Spiegel in ihren Händen hält Wer will schon darauf achten und sich kritisch selbst betrachten Verbotene...
DER VERSCHÄMTE UND DER VERFEMTE DICHTER
DER VERSCHÄMTE UND DER VERFEMTE DICHTER Er macht sich staendig klein Der verschämte Dichter Nie, niemals wagt er sich mit seiner Lyrik in die Öffentlichkeit hinein Seine Selbstzweifel haben ihn betrogen ---- Der verfemte Dichter ist dagegen aus Foren, Verlagen, Ländern geflogen Er hatte sich mit seinem Werk an die Öffentlichkeit gewandt Gerade deswegen wird er nun verfolgt und aus der...
WEISSER WINTER
Schneeflocken rieseln sachte auf meine Haut Die weiße Pracht der Eiskristalle spiegelt den Winter Im fahlen Atem des Blizzard erscheint mir alles Grau Doch vertrautes Zimtaroma weckt spielende Kinder Eingebettet in Schnee lieg ich allein auf der Treppe Silencio - Stillschweigende Ruhe kehrt ein Glatter Frost zieht auf den Stufen seine eisige Schleppe Vedi Maria - Uhrzeiger gefrieren zu Eis...
DER EINGEBILDETE DICHTER II
DER EINGEBILDETE DICHTER II Man sagt, er sei einer von vielen Ja, er koenne dichten Wie andere auch Nicht immer recht Manchmal sogar eher durchschnittlich bis schlecht Und ab und an gelinge ihm ein Gedicht von Gewicht Doch er zeigt jedem stets sein stolzes Gesicht Er bildet sich ein, ein unfehlbar grosser Dichter zu sein Wenn ein Meisterwerk wie er in seine Dichterstube gehe, immer ein...
DER EINGEBILDETE DICHTER I
DER EINGEBILDETE DICHTER I Er allein, er allein bildet sich ein, ein berühmter Poet zu sein Doch in seiner Nervenheilanstalt ist er allenfalls als der eingebildete Dichter bekannt Niemand hat die Genialität seines nicht existenten Werkes erkannt Stephan Wannovius, 18/03/25
GEDICHT, GEWICHT, GESICHT
GEDICHT, GEWICHT, GESICHT Brauche ich mein Gedicht Brauchst du dein Gedicht Oder braucht die Welt mein Gedicht dein Gedicht Vielleicht, vielleicht ganz und gar nicht Hat mein Gedicht Hat dein Gedicht irgendein Gewicht Womöglich nicht Hat es wenigstens ein unverwechselbares Gesicht Eventuell, eventuell nicht Stephan Wannovius, 18/03/25
WER IST EIN DICHTER
WER IST EIN DICHTER Wer, wer ist ein Dichter Jemand, den andere dafür halten Jemand, der sich selbst dafür hält Jemand, der sich in lyrischer Rolle gefällt Jemand, dessen Gedicht Hörern und Lesern gefällt Jemand mit eigenem Spass am Dichten Selbst wenn Kritiker ihn richten Sage mir, sage dir, wer, bloss wer ein Richter ist Ich, ich vermag es nicht Stephan Wannovius,...
LYRISCHE (AN)FRAGE
LYRISCHE (AN)FRAGE Frage an mich Frage an dich Bin ich Bist du ein Dichter Oder will nur ich willst nur du ein Dichter sein Kann ich mir kannst du dir eine ehrliche Antwort geben Falls ja wie werde ich wie wirst du mit der Antwort leben Stephan Wannovius, 18/03/25
POETISCHE (SELBST)ZWEIFEL
POETISCHE (SELBST)ZWEIFEL Jeden, der nicht hochmütig, sondern selbstkritisch poetisch schreibt, stets eine Grundfrage in Sorgen treibt: Darf, soll, ja muss ich weiter dichten Oder heisst es für die Öffentlichkeit und mich besser: verzichten, verzichten, verzichten Wonach habe ich mich zu richten Nach meinen Kritikern Nach meinen Selbstzweifeln Nach meinem sehr begrenzten Talent Was oder wer will...
Immer noch sind mir
Immer noch sind mir Immer noch sind mir freundliche Tage Als lustvolles Seelengebälk Lebensrecht Und mindern des Alters unselige Klage, Dass alles gegangen und alles schlecht. Nur wegnickend bocken doch alte Schafe, Wo kontemplativ nichts scheinbar mehr rund, Gedanken sich kaum ausrollen im Halbschlafe, Wo sie sich einreden, nichts sei mehr bunt. Wer überhaupt nicht mehr bedeutend ist, Der spürt...
Meister-Jünger-Verhältnis
Meister-Jünger-Verhältnis Heute will man Hierarchien ebnen, Führen möglichst auf Augenhöhe, Damit sich Menschen sozial begegnen Und man ja auf das Humanum sehe. Wird damit noch etwas verändert, Geist fundamental erschlossen, Wenn der Zeitgeist nur gendert, Geschlechter beleidigt und verdrossen? Früher gab es doch einmal dieses Verhältnis Zwischen Meister und Jünger als Möglichkeit, Um sich...
IN DER SCHWEBEBAHN
IN DER SCHWEBEBAHN Mit der berühmten Bahn über der Wupper zu schweben, kannst du einen Großteil von Wuppertal erleben Stephan Wannovius, 17/03/25
U-BAHN-UNTERWELT
U-BAHN-UNTERWELT Hinunter, hinauf und mitten im Untergrund Enge, Geschiebe und Gedränge Die Erde verschluckt Menschen, Menschenmassen Aller Herkunft, aller Klassen Menschen, die sich selbst und anderen häufig nicht passen Verzweigte, verwinkelte unterirsche Treppen, Gänge U-Bahn-Stationen, die sich zu besuchen selten lohnen Von hier nach dort Schnell, schnell wieder fort Zum ersehnten, besseren...
Feinsliebchen
Feinsliebchen Wie könnte man seine Liebste nicht Als Wunderwerk der Natur begreifen ohne Fehde, Mit diesem Gang, dem Lachen im Gesicht, Dem Wunder an Rede und Gegenrede? Bereichert nicht das Gespräch die Zweisamkeit An Tagen, welche manchmal seelenentkernt Mich überborden könnte mit Einsamkeit Weil wir nur miteinander himmelsbesternt? Da ist etwas, das mir geheimnisvoll bleibt, Dieses Weibliche,...