Der stumme Zeuge
Es brennt ein tiefes, stilles Leid, wenn fremde Schuld das Herz entzweit. Zu sehen, wie ihr Licht zerbricht – doch helfen kann ich ihr nicht. Wenn Weinen durch die Stille bricht, ist es ihr Schmerz, der zu mir spricht. Das Schweigen glänzt wie pures Gold, doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold. Ja, Schweigen ist ein teures Gut, in mir jedoch die Klarheit ruht. Das Wort ist feil, die Menge...
Amsterdam – Sommer der offenen Wege
Wenn du nach Amsterdam kommst, lass die Zeit am Ufer stehn, denn im Gras des Vondelparks darf sie einfach schlafen gehn. Barfuß liegt dort das Versprechen still im tiefen, warmen Moos, alte Zwänge, fremde Regeln lässt man hier für immer los. Räder rollen ohne Eile, jeder Weg ist selbst das Ziel, offne Fenster, offne Köpfe, jeder Traum zählt hier so viel. Worte fliegen leicht wie Rauch, die...
Nur wer sein Lachen nicht verlernt
Nur wer sein Lachen nicht verlernt Nur wer sein Lachen nicht verlernt, Der kann im Alter triumphieren, Denn er bleibt dann seelenbesternt, Wenn ich die Sonnenstrahlen führen, Darf auf Enkelbesuche hoffen Und bleibt zur Welt hin offen. Er denkt nicht auf das Ende hin, Sondern entdeckt für sich aufs Neue, Dass Menschennähe Lebenssinn, Gemeinsam man sich so erfreue, Dass Plaudern ja ein schönes...
Verzweiflung
Verzweiflung Im Alter nagt die Einsamkeit Und beißt sich in die dumpfe Seele. Oft gibt es keine Zweisamkeit, Womit man Nähe sich erwähle. Das beißt sich fester ins Gemüt, Wo weiterhin auch Ängste winken, Die Stunde langsam vorüberzieht Und Hoffnungen täglich versinken. So schwinden Kräfte, nicht mehr jung Treffen den Körper Schmerzsignale, Und dann wächst die Verzweiflung, Welche sich schwer als...
Ich bin mein Spiegelbild?
Die Frau im Glas, sie lächelt blass, ich kritisiere sie mal wieder, mache sie nieder, Bis sie weint, bitterlich, Was bringt sich das für mich?, Ich fühle mich besser, überhoben, Doch bei einer Sache hab ich gelogen, Ich kenne die Frau im Glase dort, Denn das Glase ist ein bekannter Ort, Ein Spiegel war mein Opfer die ganze Zeit, Tat mir die Frau niemals leid, doch heute erfuhr ich etwas...
So oft sie will
So oft sie will So oft sie will und soweit er kann Bleibt er für sie ein lebendiger Mann. Erst wenn Bedürfnisse sich entschärfen, Er sich nicht mehr liebend will hinwerfen, Denkt sie: Was ist wohl mit dem guten Hahn? Das alles geht zwangsläufig automatisch Und manches bleibt dabei recht emphatisch, Wenn mit dem neuen, aufbrechenden Jahr Die Blühende signalisiert: S‘wär‘ wunderbar, Den Tag zu...
Was sind das für Sachen?
Was sind das für Sachen? Hat sie sich erfüllt und geliebt gefühlt, Muss sie immer zum Shoppen gehen? Wird dieses Bedürfnis niemals gestillt, Kann sie sich nicht inhäusig sehen? Offenbar gibt es unterschiedliches Erleben, Wenn Zwei mit persönlichen Bedürfnissen behaftet, Ein jeder nach eigener Erfüllung muss streben Und man des Anderen Wünsche verkraftet. Er braucht viel Ruhe, liegt sinnend oder...
Schwermut
Ich weiß nicht, wie mir grade ist, das Leben wirkt so leer. Nicht mal ob du am Leben bist, du fehlst mir wirklich sehr! Die Schwermut, die ich vor mir schiebe, wenn ich gehe durch die Gassen. Meine Liebe, meine Liebe! Warum hast du mich verlassen? Mir fehlt die Kraft, nach dir zu suchen, der Glaube, dich zu finden. Und täte ich es doch versuchen, der Eifer würd verschwinden. Ich sitze auf der...
„Alles hat einen Preis“
Er gräbt und gräbt seit Tagen lang. Erwartung groß, er kommt in Gang. Gold sucht er, um zu ernähren, Weib und Kindlein nicht entehren. Kalte Nacht, dunkler Mond, er gräbt und gräbt – ob es sich lohnt? Er weiß es nicht, doch keine Wahl, denn tut er nichts, Hunger Qual. Die Zeit verfliegt, die Vögel singen, doch muss er ringen ums Überleben. Doch scheinbar nah und rasch erreicht, da stellt er...
Bahnhofsviertel
Siehst du den Mann vor der Spielothek steh’n, mit zitternden Händen, kaum fähig zu geh’n? Ein Becher voll Kaffee, der wärmt nur die Haut, sein Mantel ist müde, der Kälte vertraut. Die Schuhe erzählen von Jahren im Dreck, die Zeit ist verschwunden, der Tag bleibt ihm weg. Und du willst mir sagen, du seist schon am Ende, weil Arbeit dich drückt und der Alltag dich blende? Komm mit mir ein Stück...
Bis der Tod uns scheidet..
Brennende Kerze, stundenlang, doch geht bald aus, ein Untergang, wie unser Leben sich wenden kann und noch so kurz und Schmerzen kann. Die Nacht ist hell, die Sterne klar, die Sonne war so wunderbar, nun scheint der Mond so unscheinbar. Das Ende droht, der Sturz scheint nah. Doch bleib bei mir, so fest an mir, dann gehen wir zwei Hinweg von hier. Was uns nun bleibt, das retten wir, ...
HERLICEK – “Der alte Nebelspalter”
Nebel hängt in der Wiener Luft, ein Flair wie in der Kaisergruft. Keine drei Meter sieht man g'scheit – das geht dem Herlicek zu weit! Er läuft heim, geht in den Keller, seine Miene wird rasch heller – denn dort liegt ein Nebelspalter, gut in Schuss trotz hohem Alter. Draußen drückt er auf den Hebel, fräst sich Gänge durch den Nebel. Zügig kommt unser Held voran, dennoch ist ein Haken dran: Die...
HERLICEK – “Saisonales Schmankerl”
Die Wiener Küche ist ein Hit, da hält keine Großstadt mit. Doch nicht nur Schnitzel gibt es hier, auch Saisonales empfehl ich dir. Im Herbst gibt’s Schmankerln hier en masse: Ein Gansl macht dem Gaumen Spaß; Kürbisgulasch schmeckt – herrje! – so wie ein feines Ragout vom Reh! Doch wochenlang rund um die Uhr gibt’s (sogar gratis!) ein Highlight nur für alle – einzeln oder als Gruppe die...
HERLICEK – “Himmlische Aussichten”
Herlicek spielt mit Kollegen Karten, kann den Dienstschluss nicht erwarten; längst zählt er die Jahre und Tage, doch was droht, ist eine Plage: Die Pension wollen's reformieren, das Antrittsalter korrigieren. "Am End", sagt er mit Grabesstimme, „kriag i mein Ruhestand – im Himme‘!" (Song & Cartoon dazu auf heute.at/herliceks-abenteuer)
HERLICEK – “Italienische Nacht”
Kalter Herbstwind, der Himmel grau, Herlicek seufzt: "Ach, ist mir flau!" Die Blätter fallen, nass und schwer; der Kühlschrank leer, das Herz noch mehr. Herlicek sitzt im Dämmerlicht, der Tag schwindet, die Wehmut nicht. Da hat er die rettende Idee, spielt die "Best of Italy"-CD! Er dreht die Lautstärke voll auf – Proteste nimmt er gern in Kauf. Schon pumpert's heftig an der Pforte – Herlicek...
HERLICEK – “So spart man beim Heizen!”
Draußen ist es bitterkalt, die Winterstürme toben. Bei Herlicek der Korken knallt; es sind Gäste bei ihm oben. Er bekocht die Nachbarschaft mit gebratenen Tauben. Wurde er zum Menschenfreund? (Das wäre kaum zu glauben.) Nein, Herlicek lud die Leute ein, damit sie ihm die Wohnung wärmen. Er will sich's Geld fürs Heizen sparen, drum lässt er seine Gäste lärmen. (Song dazu auf...
HERLICEK – “Heizschwammerl”
Dem Herlicek geht auf ein Licht, er sieht's ab jetzt als seine Pflicht, zu Hause Energie zu spar'n, die Stromfresser runterzufahr'n! Kein Sparpotenzial will er versäumen, er löscht das Licht in allen Räumen. Dann geht er runter auf die Straße, dem Rotweinduft folgt seine Nase. Schon sitzt er im Gastgarten drin; doch derzeit ist es kalt in Wien. In die Gaststube mag er nicht rein – unterm...
HERLICEK – “12 Uhr mittags im Chefbüro”
12 UHR MITTAGS IM CHEFBÜRO Herlicek hat einen Termin – mit Amtsrat Mayer, da muss er hin. Um Punkt zwölf Uhr im Chefbüro (die nächste Tür gleich nach dem Klo). Er trabt dorthin wie ein Muli, mit Schreibblock und einem Kuli. Schon öffnet er die Tür zur Hölle, Angstschweiß spürt er auf der Stelle. Sein Chef steht mitten im Zimmer, Herlicek packt's fast nimmer. Sie starren sich an wie beim Duell –...
HERLICEK – “Schatzsuche im Beisl”
Herlicek im Beisl bei Tee mit Rum, da krabbelt wer am Boden herum: eine Dame mit Knien ganz wund; Herlicek fragt nach des Krabbelns Grund. "Ich hab meinen Ohrring verloren! Und anstatt jetzt nachzubohren, könnten Sie helfen beim Suchen – oder woll'n Sie ein Schürfrecht buchen? Das Ohrringerl ist aus reinem Gold – vielleicht ist uns Antonius hold!" Herlicek wollt sich schon verdrücken, doch jetzt...
HERLICEK – “Neujahrsvorsatz für 2026”
Dem Herlicek der Hausarzt rät im neuen Jahr zu einer Diät. Worum es geht? Der Plan ist klar: kein Alkohol in diesem Jahr! Herlicek beginnt nachzudenken, die grauen Zellen sich verrenken: „Mehr Wasser, weniger Wein – wär g'scheit und für die Leber fein!“ Er grübelt kurz, springt auf vom Platz: "Ich hab meinen Neujahrsvorsatz!", ruft er aus und grinst verschmitzt: "Ich trink den Wein nur noch...
HERLICEK – “Skirennen in Kitzbühel”
SKIRENNEN IN KITZBÜHEL Herliceks Nacken ist schon ganz steif, er schaut die Rennen auf der Streif. Er liebt Steilhang und Karussell, beim Brückenschuss geht's heute schnell. Seidlalm – da gehen sie ans Werk, doch lieber wär ihm ein Krügerl-Berg. Lärchenschuss – oh mein Gott, da braucht man einen Zirben-Shot! Nur sein Haustier, eine graue Maus, hält's Streif-Spektakel gar nicht aus. Sie bleibt...
HERLICEK – “Fallout-Freaks in Wien”
Was sich Herlicek alles traut: Er schaut den Streaming-Hit "Fallout". Das ist ganz schön harter Stoff, und die Dialoge sind sehr schroff. Viele Verrückte tummeln sich dort; es geht um Verbrechen und um Mord – in einer seltsam gewordenen Welt, wo's einem schnell die Laune vergällt. "Doch eigentlich", sagt Herlicek zu sich, "brauch ich diese Serie gar nicht. Denn ich seh Freaks und Gespenster auch...
Weitergehen ohne Wiederkehr
Erst gestern Morgen hörte ich von dir, dass du nun fort bist, weit weg von hier. Die Pläne, kalt und wohl erdacht, haben dich leise umgebracht. Ich ging hinaus ins frühe Licht und schrieb ein Lied aus Zuversicht – doch weiß ich nicht, wem es noch gilt, wenn nur das Fehlen die Seele füllt. Ich ging durch Feuer, ging durch Regen, auf dunklen Pfaden, unter Segen, sah Sonnentage, warm und weit und...
Hätte der Traum
Hätte der Traum Hätte der Traum mir nur enttarnt, Was ich an Unglaublichem geträumt, Hätte er mich wenigstens gewarnt, Was das Gewissen längst ausgeräumt, Dann wäre die Nacht mir selig geblieben, So aber wurde sie Opfer von Dieben! Manche Träume stehlen die Nacht, Wenn sie alles nur drohend andeuten Und dennoch mit unanständiger Macht Die Wege zur Unwahrheit uns einläuten, Indem sie vermehren...
Wo sich die Nacht
Wo sich die Nacht Wo sich die Nacht zum Morgen windet, Bleibt Ruhezeit, das Chillen mir. Wenn Amors Wille sich dann kündet, Lockt Dämmerlicht, ich folg‘ ihm hier. Noch sieht man schemenhaft Konturen Im ersten Schein, nichts höre ich, Doch bleichen meine Traumfiguren, Sie gehen ab, verbergen sich. Endlich folgt der helle Schein Vom Treppenhaus, ich höre Schritte. Herzklopfend freut mich mein...
Stille in mir
Stille in mir, um zu hören, wie sehr dein Lachen in meinem Herzen Widerhall findet… Stille in mir, um zu spüren, wie sehr deine Worte meine Seele berühren… Stille in mir, um zu fühlen, wie sehr deine kurze Berührung wie ein Tattoo auf meiner Haut spürbar ist… Stille in mir, um zu sehen, wie sehr deine Blicke ihren Weg in mein Innerstes fanden… Stille in mir, um zu erahnen wie sehr unendlich viel...
Liebe Grüße, ihre Schülerschaft!
Die Augen sind glasig. Es spiegeln sich Tränen, von jenen, Du siehst so Müde aus. Und du kommst seit 14, nicht mehr ohne Koffein aus. Und dann liegst du im Bett, 12 Stunden reichen nicht. Jeden Tag, wieder und wieder. Und du siehst jeden Alle gleich. Und sie war müde, hat es nicht geschafft. Wir sind tot und müde, vom Leben nicht der Nacht. Liebe Grüße, ihre Schülerschaft ! Es wird nie wieder...
Liebe ……., deine Mirijam
Ich hab dich nie gefragt Und ich hatte alle zeit der Welt. Es war unwichtig Es war das Wichtigste, was zählt. Vielleicht wusste ich es, Vielleicht weiß ich es nicht, Vielleicht verdränge ich es, Vielleicht denk ich an dich. Ich möchte nicht sehen, was du machst, Ich muss bei deinem Lied heulen, ich will dich wiedersehen, Ich bleib alleine. Du hast mich losgelassen, Du gehst jetzt fort, Du...
teilen und so
Als Kind da lernt man teilen und das viel ziemlich schwer. Mein allerliebstes Kuscheltier, das geb ich ungern her. Als Jugendliche teilt man vieles, Freude, Trauer, Leid Schnapsgläser und Bierflaschen. Was deins ist, ist meins. Als Erwachsene teilt man alles, bis zum letzten Tag. Namen, Konten, Kinder, Häuser und den Ehevertrag. Und Politiker teilen nicht gerne. Nicht unser Land, nicht unser...
Staub und Tanz
Der Wind trägt fremde Worte her, sie wiegen bleiern, lasten schwer. Man zeichnet Bilder, rahmt mich ein, doch wer ich bin, entscheide ich allein. Ein Flüstern hier, ein Urteil dort, verweht im Sturm, an jedem Ort. Sie sagen, dass mein Geist sich verliert, dass ihr Raunen mich regiert. Doch während sie im Kreise stehen, lass’ ich mich vom Rhythmus drehen. Was kümmert mich der Spötterchor? Ich...