Fuchs im Neon
Sie lief durch die Straßen im ersten Licht, ihr Lachen ein Funkeln, das Dächer zerbricht. Sie nahm meine Liebe, so viel ich nur gab und hielt mich in Atem, hielt mich auf Trab. Wir reden von Freiheit, von Schuld, von Verstand, und stürzen dann blind in ein digitales Land. Sie schrieb mir ein Feuer, ließ Asche daraus, ich renne durch die Nächte, finde nicht mehr nach Haus. „Komm rein, trink einen...
Dialog
Dialog Eine faire Person akzeptiert Ich und Du, Vergreift sich nicht am heiligen Zwischen, Gibt der Toleranz Präsenz, Zeit und Ruh‘ Wird ehrlich die Herzen nicht aufmischen. Wer seinem Gegenüber bescheinigt, Dass Göttersinn im Wortgewissen, Weil er selbst gewissensbereinigt, Der wird dann akzeptieren müssen, Dass er den Partner ernstgenommen, Als Mitmensch auf Augenhöhe gestanden, Weil er zum Du...
Davos
Davos Zu glauben, in der Hochgebirgsluft Würde geistige Strahlkraft gedeihen, Es gäbe dort keinen einzigen Schuft, Um Fairness wäre umfassend zu freien, Der kennt nur sein großes Verlangen, Aber wird man dorthin gelangen? Kann man da überhaupt begreifen, Wie nahe wir alle dem Himmel sind? Kann überhaupt ein Frieden heranreifen Oder bleibt er für die Mitmenschlichkeit blind? Friedlich müsste...
Nachtbus ohne Ziel
Markus ist wieder unterwegs, die Nacht ist groß, der Rucksack schwer. Die Mails vom Amt – er öffnet keine, sie drücken nur, sie helfen nicht mehr. Er will nicht bitten, nicht betrügen, kein Antrag, der ihn bindet hier. Lieber gehen mit leeren Taschen als ein Leben ohne Tür. Der letzte Job – ein Rad, ein Auftrag, ein müder Bildschirm, müder Blick. Ein „Danke“ noch, das nichts bedeutet, ein...
Albtraum
Ich wollte nur ein letztes mal nach ihr sehen ich konnte diesem stechenden Verlangen nicht widerstehen also schlich ich mich wie ein Dieb durch die Nacht wie ein kleiner Quälgeist der nichts als Unheil bracht ich kenne diesen Weg mehr als nur auswendig immerhin diente er mir in gewissen Zeiten ständig verstohlen habe ich in meiner Tasche den Schlüssel gepackt und wie ertappt ist mein Herz tief...
Sommerwind
Die Sonne steht am Horizont der Wind säuselt als er ihre Hitze holen kommt flüsternd regt er alle zur Bewegung an tut was die Sonne nicht kann verteilt den Löwenzahn im Himmel zerstreut endloses Gewimmel es entsteht was sich gut versteckt während die Sonne weiter alles neckt
Leben
wir haben keine Zeit das Leben entscheidet welche Erinnerungen es aneinander reiht es gibt so viel zu sehen wir bleiben bei den schönsten Momenten stehen Alles hat ein Ende so viel Zuneigung gegeben in falsche Hände es gibt kein zurück das Leben lebt man nur in einem Stück so viele Möglichkeiten tausende Wege die wir mit unserem Namen können beschreiten es scheint schier unendlich was für ein...
Das Herz
das Herz so groß und überfüllt mit Liebe gezeichnet von zähflüssigen Rinnsalen so erlebt es tausend wortlose Kriege vergräbt sich selbst in unendlichen Qualen überall findet sich seine heiße Spur die es an alles warm modrig bindet wandelt so umher weil es nur kälte erfuhr blind schwimmend, hoffend das es Licht findet nahezu schwarz ist der bisherige Weg gefärbt will das endlose vertrauen nicht...
Ein Januar ohne Schnee
Ein Januar ohne Schnee Ein Januar ohne Schnee Kennt meine Erinnerung nicht, An Schneebällen war nie zu sparen. Das tut mir im Herzen weh: Kein Kinderschlitten hier in Sicht, Immer mehr Hochnebel mit den Jahren. Heute tragen Menschen zwar Winterkleidung, Als würden sie am Nordpol leben müssen, Um sich in Winterträume zu begeben. Doch da gibt es keine Krankheitsvermeidung, Grippeviren werden...
Manche meinen
Manche meinen Manche meinen: Wenn man Wissenschaftler ruhigstellt, Wie man früher Propheten vernichtet, Wäre jedes Weltproblem behoben. Und den Kleinen? Denen gibt man Brot, Spiele und Geld, Damit sie dem Regenbogen verpflichtet Und sich auch keiner erhoben. Kleinmütigkeit muss erst am eigenen Leib erfahren, Dass eine Erderwärmung von 40 Grad Celsius wehtut. Tatsachen lassen sich natürlich...
Wenn Neues leise anklopft
Wir gingen Wege, Stein für Stein, mal eng, mal weit, mal groß, mal klein. Doch jeder Schritt, den wir verloren, hat uns ein Stückchen neu geboren. . Die Jahre flogen, leicht und schwer und manchmal trug uns keiner mehr. Doch wo ein Schatten sich verfing, wuchs später still ein Neubeginn. . Ein Wort, ein Blick, ein leiser Mut tat uns im Dunkel manchmal gut. Und was wir suchten, fand uns dann in...
Kleine, feine Herberge
Kleine, feine Herberge Immer wieder hört man, dass einer klagt: „Teuren Urlaub kann ich mir nicht leisten!“ Doch wo der Wille zum Suchen versagt, Kann man mit Jammern nichts erdreisten. Es gibt die vielen Angebote ja immer noch, Überall die kleine, feine Herberge. Sie ist zwar einfach, bezahlbar dennoch, Selbst wo aufragen die hohen Berge. Man sollte im Internet nachschauen, In den riesigen...
Todmüde
Todmüde Mitunter bringt mich fehlende Ruhe In eine fast todmüde Zone. Obgleich ich liege und nichts tue, Ist nichts, was Aufbleiben lohne. Weil meine Sinne schwächeln, Fehlt mir Dein Frauenlächeln. Früher trug alles Lächeln Jugendfreude – Und damals immer wieder mir zurück, Wo das pralle Aufleben vieler Leute Leicht öffneten den Tag zum Sonnenblick. Heute kann todmüde ich nur hoffen, Dass...
Neuland hinter dem Horizont
Der Wind dreht um, die Segel beben, ein neuer Pulsschlag füllt das Leben. Was gestern noch wie Felsen galt, verliert im Morgen seinen Halt. Wir legen ab, was uns beschwerte, behüten das, was sich bewährte. Denn jede Spur im Küstensand verweht und weist ins fremde Land. Kein Ende ist ein toter Raum, er hütet still den Keim zum Traum. In uns, wo leise Neugier wacht, entzündet Sehnsucht neue Macht....
Pegasus und sieben Geier
Pegasus, er war so prächtig und klar, Sein Fell schimmernd in blauem Glanz. Sieben Geier flogen ihm nah, Gemeinsam drehten sie ihren Tanz. Über das Meer, so kraftvoll und weit, Trug Pegasus seine Schar, Sie flogen in treuer Ewigkeit, Ein Bündnis, so stark, so wunderbar. Doch von einem Hügel, kalt und fern, Kam ein Schuss, so leise und doch schwer, Er traf das Herz, traf tief und gern, Der...
Die meisten Frauen
Die meisten Frauen Die meisten Frauen suchen nach Bindung, Viele Männer nach dem anderen Geschlecht, Das Suchen bleibt oft in schwieriger Findung, Denn werden die Geschlechter sich gerecht? Natürlich gibt es immer schon den Ehrenkodex, Dass BEIDE ehrlich, sich zusammennehmen Und nicht nur schielen nach egoistischem Sex, Sondern sich auch zur Augenhöhe bequemen. Denn zu haltender Liebe gelangt...
Einheitsbrei
Einheitsbrei Reicht es denn nicht schon, Wenn in fast all unseren Städten Jener Zivilisationseinheitston Menschen wirft in Werbeketten? Lebensformen werden perfektioniert, Im Großformat scheinbar glücksversöhnt, Nur weil man stets medial dazu verführt, Dass man sich seine Wurzeln abgewöhnt. Dadurch entsteht jener Angebotseinheitsbrei, In dem aufgesogen werden Herkunft und Original Überall...
Winterbaum
Äste knorrig Hörnchen schläfrig Rinden knarzen Raben krächzen Blätter fehlen Stämme harren Wind verzerrt Schnee bedeckt Nester leer Bald nicht mehr
Bausteine
Manchmal stelle ich mir mein Leben wie eine Spielwiese vor… Mit vielen Bausteinen… Jeder hat seinen eigenen Traum. Der eine möchte ein Schloss bauen, der andere einen Pferdestall, der nächste eine Hütte und der übernächste einen Tempel… Jeder bekommt ein paar Bausteine, fängt an zu bauen, findet manchmal sofort den richtigen Baustein oder muss zwischendurch lange suchen… Der eine Baustein ist zu...
Dein Fels im Strom
Wenn deine Welt ins Wanken gerät und Schmerz in deinen Augen steht, wenn jeder Weg dir endlos scheint und deine Seele heimlich weint, dann reich ich dir die Hand so weit als Anker in der Dunkelheit. Wie eine Brücke fest und breit, trag ich dich durch die schwere Zeit. Wenn unter dir der Abgrund grollt und wild die Flut entgegenrollt: Ich lege mich als Pfad für dich, verlass dich ganz und gar auf...
Flammen der Gleichgültigkeit
Die Welt steht schief, ein Draht steht unter Strom, ein falsches Wort – und alles steht in Brand. Die Nachrichten sind laut, doch ohne Ton, weil jedes Bild im schnellen Scrollen verschwand. Die Straßen sind voll, doch keiner hört das Wort, die Stimmen verhallen im digitalen Rauschen. Wir streiten im Netz, doch verändern kaum den Ort, während die Flammen der Gleichgültigkeit lauschen. Zu jung, um...
Eine Herberge zu finden
Eine Herberge zu finden Es war zu allen Zeiten nicht leicht, Eine Herberge zu finden, Und zwar gerade in Krisenzeiten, Wo es kaum hinlänglich reicht, Sich zu schützen vor starken Winden, Um mit Sorge ins Leben zu schreiten. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Vergesslich ist die Dankbarkeit
Vergesslich ist die Dankbarkeit Da war die Krebserkrankung Einst Teil der Lebenskatastrophe, Und mit stetiger Todeswankung Erstarb die letzte Hoffnungsstrophe. Gesundet, da vergisst man das Und schreitet gerne ins Verdrängen. Man will doch leben, seinen Spaß, Mit Krankheiten sich nicht behängen. Vergesslich ist die Dankbarkeit, Sieht davon ab, was einmal war, Glaubt manchmal sich wunderbefreit,...
Schweigen der Laternen
Die Nacht legt ihr Ohr an Beton, zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht. Ein fernes Leuchten hält stur seine Position, wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht. Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt, wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt. An Kreuzungen stehen Laternen geklont, wie Fragen aus Glas unter dem Firmament. Gesichter gleiten vorbei ohne Ziel, kein Blick hebt sich aus...
Echo der Gezeiten
Der Wind schreibt Zeilen in den Sand, vergisst sie, eh der Morgen erwacht. Ein Flüstern streift durchs stille Land, gestohlen aus der tiefen Nacht. Was gestern noch wie Fels bestand, verblasst und wird zum fernen Schein. Wir greifen zu mit leerer Hand und sehnen uns, gebunden zu sein. Die Wellen brechen sich am Licht, zerstäuben weiß im Augenblick. Die Zeit hält ihr Versprechen nicht und gibt...
Versteh’ einer die Frauen…
Versteh einer die Frauen… Als ich in die Küche kam Und auf das dortige Radio zusteuerte, Rief mir die Liebste laut zu: „Lass‘ ja das Radio aus!“ Als ich später die Küche betrat, Kamen wunderbare Melodien von dort, Hörte ich die Liebste gar mitsingen! Versteh‘ einer die Frauen… ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Ein Wunder ist’s
Ein Wunder ist‘s Ein Wunder ist’s, Nach fünfundzwanzig Jahren Und einer schweren Krebserkrankung Immer noch als geheilte Frau Geburtstag feiern zu können. ©Hans Hartmut Karg 2026 *
Asphalt und Freiheit
Der Motor grollt in der kühlen Nacht, ein dunkler Puls aus Eisen und Benzin. Wir tragen das ferne Leuchten sacht und spüren die Sehnsucht, die Wege ziehn. Kein Gestern hält uns mit stummer Hand, die Reifen trinken das graue Band. Wir lassen den Staub und den müden Rand zurück in dem schlafenden Land. Der Wind schreibt Lieder auf unser Gesicht, aus Freiheit, Salz und dem Duft von Gefahr. Wir...
Nordic Light
You stand in the light, not as a sound from distant days that faded out, but as a woman strong and clear, who knows the power silence bears. Your face tells stories, not of dreams, but the in between paths: bright stages, pauses bravely claimed, the art of staying true and named. You kept your course through all the years, left other voices outside your doors. In mature beauty, calm and true,...
Nordisches Licht
Du stehst im Licht, nicht als ein Klang aus Zeiten, die längst vergangen sind. Du bist die Frau, die Stille kennt und gerade so die Welt benennt. Dein Gesicht erzählt kein Märchenbild, es zeigt die Wege – ruhig und mild. Von hellen Bühnen, Mut zum Gehn, vom Recht, auch Pausen zu bestehn. Du bliebst dir treu, Jahr ein, Jahr aus, ließest fremde Stimmen draußen vorm Haus. In reifer Schönheit, klar...